Kritik zu ‚The Call – Leg nicht auf‘

 

 

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Das Handy – Ein Gegenstand welches
schon in einigen Filmen die eigentliche Hauptrolle übernahm. Es ist
ja auch an sich ein schönes nettes Mittel, schließlich sorgt es bei
einem Entführungsthriller a la ‚Final Call‚ immer wieder für
Spannung beim Publikum.

 
Der Beginn ist recht vielversprechend:
Wir sehen eine Notruftelefonistin Jordan Turner (Halle Berry mit
schrecklichem Wuschelhaar) die einige der eingegangen Notrufe
entgegennimmt. Bei einem Notruf jedoch macht sie einen Fehler, was
zur Folge hat das ein Mädchen einem Killer zum Opfer gefallen ist.
Das machte sie psychisch so fertig, das sie den Beruf erstmal auf Eis
legen muss. Sechs Monate später übernimmt sie dann einen Notruf,
nachdem eine Kollegin nicht mit dem Notruf klar kam. An der Leitung
ist ein Mädchen (Abigail
Breslin
), welches entführt wurde….
 
Regisseur Brad
Anderson
(‚Der Maschinist‘) inszeniert das Geschehnis dramatisch
und zu Beginn auch spannend. Er verzichtet fast komplett auf
Nebenplots und richtet sich nur nach der Verfolgung bzw. der
Entführung und den Telefongesprächen zwischen Casey und Jordan, was
positiv anzumerken ist.
 
Wie bereits kurz erwähnt, ist eine
gewisse Spannung zwar vorhanden und man fiebert mit Casey auch mit,
doch leider gibt es stellenweise Szenen, bei denen man beim genauen
Betrachten und mit ein wenig Köpfchen feststellen muss dass manche
Handlungen unlogisch und nicht nachvollziehbar sind. Da ich aufgrund
einiger Wendepunkte nicht spoilern will, schreibe ich nichts über
die häufig auftretenden Logikfehler.
 
The Call‚ verliert besonders im
letzten Drittel vollkommen jene Glaubwürdigkeit. Es passieren zu
viele Zufälle und der Film wandelt sich vom Thriller in einem, ja
man kann sagen Horrorfilm. Wie als wenn man nicht mehr weiter gewusst
hätte und einfach schnell das Genre wechseln wollte. Nur das
moralische Ende sorgt für Diskussionen.
 
Hervorheben möchte ich noch die
schauspielerische Leistung von Michael Eklund, welcher den
schonungslosen Psychopathen wirklich sehr überzeugend darstellt.
Halle Berry lieferte noch zu Beginn eine gute Performance als
traumatisierte Notruftelefonistin ab, gegen Ende hin wurde ihre Rolle
immer unglaubhafter. Da WWE Studios auch seine Finger in diesem Film
hatte, durfte natürlich kein Wrestler im Cast fehlen: David Otunga.
Seine Leistung kann man nicht wirklich bewerten, da er nur ganz kurze
Auftritte als Streifenpolizist hatte und nicht viel zu sagen hatte.
Abigail
Breslin spielt ihren Part solide, wäre aber auch austauschbar
gewesen. Ihr ständiges Geschreie und Geheule geht einem schnell auf
die Nerven.
 
 
Fazit:
 
‚The Call‘ hat gute Ansatzpunkte, ist
der ersten Hälfte durchaus spannend und fesselnd. Jedoch vernichtet
das Drehbuch mit seinen Logiklöchern bei genauerem Hinsehen den
Spannungsbogen schnell und spätestens im letzten Drittel dümpelt
der Film nur noch vor sich hin. Da hilft auch die sehr gute Leistung
von Eklund nicht viel, um den Film wieder auf die richtige Bahn zu
bringen. 
 
 
4 von 10 Punkten
Über Marcel 583 Artikel
Film ist eine Sprache die jeder versteht. Egal ob in serieller Form oder als Animation, Film dient den Menschen als Unterhaltung und begeistert durch seine Vielfältigkeit. Sei es auf den Ebenen der Erzählung, Effekten oder Charakteren. Film ist aber nicht nur eine Sprache, sondern eine Kunstform, ganz gleich in welcher Art und Weise. Das was ich an Film und allgemein an Medien liebe, ist die Vielfältigkeit, die verschiedenen Ebenen insbesondere die Meta Ebenen und in neue Welten einzutauchen. Aber auch Kritik und Lösungsvorschläge filmisch an unserem heutigen System auszuüben und zu zeigen, wie die Welt in der Zukunft aussehen könnte. "Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein".

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