Kritik: „Chroniken der Unterwelt: City of Bones“

Bildquelle: Constantin Film

 

 

Handlung:
 

Es gibt eine Welt verborgen in der unseren. Voll mit
Dämonen, Vampiren und anderen Geschöpfen. Als Clary (Lilly Collins)
erfährt, dass sie einem uralten Bund von Schattenjägern angehört, dessen
Aufgabe es ist die Menschen vor Dämonen zu beschützen und diese auch zu
töten, verändert das ihr komplettes Leben. Nach der rätselhaften
Entführung ihrer Mutter, bei der auch ihre Wohnung verwüstet wird und
Clary beinahe von einem Dämon getötet wird, schließt sie sich einer
jungen Gruppe von Schattenjägern an. Zu dieser Gruppe gehört auch der
mysteriöse Jace (Jamie Campbell Bower), der sie Stück für Stück in die
andere Welt einführt. Doch als wäre das noch nicht genug, müssen sich
die Schattenjäger auch noch dem finsteren Valentin (Jonathan Rhys
Meyers) stellen, ein Schattenjäger der vom rechten Weg abgekommen ist
und mithilfe vom Kelch der Engel seine eigene Armee erschaffen will.
Doch einzig Clary kann diesen Kelch finden. Werden es die Schattenjäger
schaffen Valentin zu stoppen, bevor er seinen finsteren Plan in die Tat
umsetzen kann? 

Kritik: 

Achtung

Kritik enthält Spoiler!!!!!!!!!!!! 

Lange mussten die Leser und Fans der Buchreihe „Chroniken der Unterwelt“
(Originaltitel: The Mortal Instruments) auf eine Verfilmung des ersten
Bandes „City of Bones“ warten. Viele haben von Anfang an die
Vorbereitungen auf den Film mit Vorfreude verfolgt, einige aber auch mit
kritischen Blick hinterfragt, da es bisher nicht sehr viele
Buchadaptionen geschafft haben, den Büchern gerecht zu werden und schon
an der ersten Verfilmung gescheitert sind. Einige gute Beispiele für
dieses Phänomen sind Christopher Paulinis Bestseller „Eragon“, Cornelia
Funkes „Tintenherz“, C.S Lewis „Chroniken von Narnia“, Rick Ridorians
„Percy Jackson“. Diese Misserfolge lagen teils an der falschen Besetzung
und teils an der miserablen Inszenierung. 

Dieser schwierigen Aufgabe,
den Film so buchgetreu wie möglich zu verfilmen, nahm sich Harald Zwart
an. Zwart, der auch schon bei der Neuverfilmung von Karate Kid mit Jaden
Smith und bei Agent Cody Banks Regie geführt hat, welche bei den
meisten Kinogängern eher schlecht ankamen, konnte somit die Vorfreude
nicht gerade steigern. Als dann jedoch die ersten Informationen zur
Besetzung veröffentlicht wurden, gingen die großen Diskussionen in den
Social Networks (Facebook, Twitter, usw…) und in den Foren los.
Während die meisten vom Cast begeistert waren, gab es einige die mit der
Besetzung der Rolle des Jace von Jamie Campbell Bower überhaupt nicht
begeistert waren und sich viel lieber Alex Pettyfer für diese Rolle
gewünscht hätten. Schließlich gingen die Dreharbeiten los. Als die
ersten Fotos vom Set veröffentlicht wurden, sank für manche Fans die
Hoffnung, dass die Verfilmung dem Buch wirklich gerecht werden würde.
Die meisten hatten ein Problem mit der Haarfarbe von Hauptdarstellerin
Lilly Collins, andere wiederum mit der Kulisse und den Kostümen.

Eigentlich total unnötig, denn was wirklich zählt, ist, wie es im
fertigen Film wirkt. An diesem Punkt muss man sagen, dass für die
wichtigsten Charaktere Clary, Simon, Jace, Isabelle, Alec, Hodge, Magnus
und Jocelyn sehr talentierte Schauspieler ausgewählt wurden, die
allesamt eine beeindruckende Glanzleistung ablieferten und den Fans noch
lange im Gedächtnis bleiben werden, da es eine perfekte Umsetzung der
Buchcharaktere ist. Ganz besonders schaffen das Lilly Collins als
verwirrte noch unsichere Clary in einer ihr unbekannten Welt, Jamie
Campbell Bower als talentierter, selbstverliebter, hitzköpfiger,
arroganter Schattenjäger Jace, der genauso wie im Buch immer einen
schlagfertigen Spruch auf Lager hat, wie z.B.: „Um das klarzustellen,
meine Haare sind von Natur aus blond“ und wie im Buch eine Abneigung
gegenüber Mundis (Irdischen) hat, speziell Simon. Aber auch Robert
Sheehan als Clary’s bester Freund (Mensch) Simon, der immer etwas
eifersüchtig auf Jace ist, lieferte eine schauspielerisch Glanzleistung
ab. Genau wie Kevin Zegers und Jemina West als die Geschwister Isabelle
und Alec Lightwood, von denen letzterer, wie im Buch beschrieben, eine
sehr aggressive und kritische Haltung gegenüber Clary hat und in ihr
eine ernstzunehmende Konkurrenz im Kampf um die Gunst von Jace sieht.
Während Isabelle eine toughe, hübsche, sehr mädchenhafte Schattenjägerin
ist, die sich nicht scheut, auch mal ihre Hände schmutzig zu machen und
den Dämonen das Fürchten lehrt. Dazu kommen noch Jarrid Harris als
ehemaliger Schattenjäger und Tutor, der von dem Rat mit einem Fluch
belegt wurde und seitdem das Institut nicht mehr verlassen kann, aber
eine Menge Wissen und Fähigkeiten hat, die er an Jace‘ Gruppe
weitergibt und Lena Headey als Clary’s Mum die nichts weiter will als
ihre Tochter zu beschützen. Komme, was da wolle. Und zu guter Letzt noch
Godfrey Gao, der als Magnus Bane trotz der wenigen Screentime einen
echt denkwürdigen Auftritt hinlegt und schon auf der Party und später um
Alec zu heilen, beweist, dass er der Richtige für die Rolle ist. Seinen
Auftritt werden die Fans so schnell nicht vergessen. Ich sage nur
Unterhose und Bademantel.

Was die Umsetzung des Buches betrifft, wurde auch tolle Arbeit
geleistet. Natürlich wurden einige Sachen verändert, aber das geschah
auch sinnvoll und passend, so dass es in die Handlung gepasst hat. Das
betrifft beispielsweise die Handlungsorte. So findet im Film der
Endkampf im Institut statt, im Buch aber in Renwick. Darüber hinaus wird
Simon im Film nicht in eine Ratte verwandelt sondern bekommt einen
Betäubungstrank von den Vampiren auf Magnus Party und hängt dann hoch
oben an Ketten im Hotel Duremont. Der Vampir Raphael spricht auch kein
Wort und nur wer die Bücher gelesen hat, weiß wen ich meine. Des
Weiteren stürmen auch nicht Jace und Clary alleine in das Hotel sondern
werden von Alec und Isabelle begleitet. Weiterhin gibt es auch keine
Motorräder die mit Dämonenenergie fahren und Luke bestreitet auch keinen
Kampf mit Valentine. Bei manchen Veränderungen hatten sie richtig gute
Einfälle, die teilweise echt witzig waren wie z.B. das Johann Sebastian
Bach ein Schattenjäger war und eine ganz bestimmte Komposition von ihm
Dämonen enttarnt. Die Special Effects und die Kulisse passen perfekt ins
Gesamtbild und verleihen dem Film eine düstere, mystische Atmosphäre
die vor allem beim Besuch der „City of Bones“ und beim Betreten des
Instituts sehr gut zur Geltung kommt. Dazu wird der Film perfekt mit
tollen Songs und einem stimmigen Score untermalt. 

Die einzigen
Kritikpunkte die ich hätte, sind, die viel zu lange und klischeehafte
Kussszene im Garten, die im Buch übrigens erstens viel kürzer und
weniger intensiver war und die schlechte schauspielerische Leistung von
Jonathan Rhys Meyers als Valentin. Vor allem weil er im Buch als
charmanter, weißhaariger Mann im Anzug beschrieben wird, der sich gut
verstellen kann und sehr gut lügt. Dieser Valentin war jähzornig,
machtbesessen und wahnsinnig. Also das komplette Gegenteil. Wenn sie die
genannten Kritikpunkte in der Fortsetzung verbessern würden, wäre die
Verfilmung perfekt. Auf jeden Fall hat diese Reihe noch jede Menge
Potenzial. 

Fazit: Coole Sprüche, furchterregende Dämonen, interessante
Hauptcharaktere und eine verdammt gute Handlung. City of Bones hat alles
was sich ein Fantasy Fan nur wünschen kann. Es macht sich sehr
bemerkbar, dass das Filmteam eng mit der Autorin der Bücher Cassandra
Clare zusammengearbeitet hat um die perfekte Verfilmung zu kreieren. Nur
nächstes Mal könnte der Liebesteil ruhig etwas weniger sein und dafür
mehr von der Welt der Schattenjäger.

 

8/ 10
Über Marcel 577 Artikel
Film ist eine Sprache die jeder versteht. Egal ob in serieller Form oder als Animation, Film dient den Menschen als Unterhaltung und begeistert durch seine Vielfältigkeit. Sei es auf den Ebenen der Erzählung, Effekten oder Charakteren. Film ist aber nicht nur eine Sprache, sondern eine Kunstform, ganz gleich in welcher Art und Weise. Das was ich an Film und allgemein an Medien liebe, ist die Vielfältigkeit, die verschiedenen Ebenen insbesondere die Meta Ebenen und in neue Welten einzutauchen. Aber auch Kritik und Lösungsvorschläge filmisch an unserem heutigen System auszuüben und zu zeigen, wie die Welt in der Zukunft aussehen könnte. "Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein".

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