THE WALKING DEAD – STAFFEL 4 – KRITIK

Nach der insgesamt starken dritten Staffel, die dank dem überaus
stimmungsvollen Gefängnis-Setting und einem grandiosen Bösewicht
vollends zu überzeugen vermochte, war meine Vorfreude und
Erwartungshaltung gegenüber der vierten Staffel immens hoch.

Zum Inhalt: Rick und die Gruppe konnten den Angriff des Gouverneurs
erfolgreich abwehren und haben die Neuzugänge aus Woodbury im Gefängnis
aufgenommen. Doch die Harmonie wehrt nicht lange, da die
Gefängnis-Bewohner durch eine Infektion dahingerafft werden. Zudem nimmt
der Gouverneur erneut das Gefängnis ins Visier, was letztlich dazu
führt, dass Ricks Gruppe nach einem Überfall, getrennt voneinander aus
dem Gefängnis flüchten muss. In der ersten Hälfte der vierten Staffel
steht zum einen die Bekämpfung der Infektion im Gefängnis und Ricks
Abgabe seiner Führungsrolle im Mittelpunkt. Zum anderen wird der weitere
Werdegang des Gouverneurs thematisiert, bis zum erneuten
Aufeinandertreffen der beiden Handlungsfäden und die Flucht aus dem
Gefängnis. In der zweiten Hälfte liegt die Suche der aufgesplitterten
Gruppen nach Zuflucht im Fokus und endet nach langen Streifzügen durch
die Wälder Georgias im mysteriösen Terminus.

Insgesamt offenbart die vierte Staffel vor allem in der zweiten
Hälfte eine Vielzahl an Filler-Folgen, die das Erzähltempo stark
verlangsamen und die Charaktere zudem kaum sinnvoll weiterentwickeln.
Zwar können auch die ersten 8 Folgen nicht restlos überzeugen, aber im
Gegensatz zu den finalen 8 Folgen vermag die Story hier zu packen und
plätschert nicht über mehrere Episoden dahin. Die Infektion und die
daraus resultierende Gefahr im Inneren des Gefängnisses, bringt ein
wenig Abwechslung in das Geschehen und erzeugt einige emotionale Szenen,
die dem Zuschauer reichlich mitnehmen. Eigentlich hätten sich die
Macher konsequenterweise bereits zum Staffelfinale der dritten Season
von dem Gouverneur trennen sollen, doch da mich der Charakter durchaus
fasziniert hat, war der sich im Grunde wiederholende Storyplot um dessen
Rache zu verschmerzen. Dagegen vermag die aus vielen Einzelepisoden
bestehende zweite Hälfte nur bedingt zu gefallen, da diese kaum den
Storyplot weitererzählt und sich überwiegend mit Nebensächlichkeiten
aufhält. Sicherlich lebt „The Walking Dead“ nicht von einer ausgefeilten
Story oder bedeutungsgeschwängerten Dialogen, aber etwas mehr
Raffinesse diesbezüglich wären durchaus wünschenswert. Einige Figuren
sind schlichtweg schlecht geschrieben und taugen letztendlich nur als
Bodycount für die Walker. Die Grundthematik wiederholt sich mittlerweile
von Staffel zu Staffel und die Macher wechseln lediglich die
Schauplätze und die Schurken. Wirklich einfallsreich ist das Ganze
nicht, hier sollte endlich ein übergeordnetes Ziel genannt werden.
Eventuell haben die Schöpfer dies bereits erkannt und gehen mit dem Dr.
Eugene Porter-Plot in diese Richtung.

Technisch besticht die Horror-Serie weiterhin mit den grandiosen und
äußerst originellen Make-Up und Gore-Effekten, die sich auf Kinoniveau
befinden. Auch die trostlosen Bilder überzeugen fortwährend und
erschaffen in Verbindung mit dem passenden Score eine brillante
Endzeit-Atmosphäre. Die Schauspielleistungen sind erneut als solide zu
bezeichnen, ohne das hierbei ein Darsteller besonders hervorstechen
würde.

Die zweite Hälfte der vierten Staffel wird erneut ab dem 13. APRIL 2014 um 22.50 Uhr auf dem FOX CHANNEL ausgestrahlt!
 

Weitere Infos zur Serie auf Fox Channel

Poster und Bild © 2013 AMC Network Entertainment LLC. All rights reserved.

Über Marcel 580 Artikel
Film ist eine Sprache die jeder versteht. Egal ob in serieller Form oder als Animation, Film dient den Menschen als Unterhaltung und begeistert durch seine Vielfältigkeit. Sei es auf den Ebenen der Erzählung, Effekten oder Charakteren. Film ist aber nicht nur eine Sprache, sondern eine Kunstform, ganz gleich in welcher Art und Weise. Das was ich an Film und allgemein an Medien liebe, ist die Vielfältigkeit, die verschiedenen Ebenen insbesondere die Meta Ebenen und in neue Welten einzutauchen. Aber auch Kritik und Lösungsvorschläge filmisch an unserem heutigen System auszuüben und zu zeigen, wie die Welt in der Zukunft aussehen könnte. "Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein".

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