Kritik Detektiv Conan Film 21: Der purpurrote Liebesbrief

Nachdem Meisterdetektiv Conan Edogawa alias Shinichi Kudo in
20 Filmen eine erneute Auseinandersetzung mit der mysteriösen schwarzen
Organisation hatte, rückt nun im 21sten mit dem Titel „Der purpurrote
Liebesbrief“ sein bester Freund und Detektivrivale Heiji Hattori in den
Mittelpunkt. Dazu gab es schon im Manga ein paar Andeutungen, als eine geheimnisvolle
Frau mit Namen Momoji den Oberschülerdetektiv des Westens als ihren zukünftigen
Ehemann betitelte. Ob Conan-Erfinder Gosho diese Figur extra für den
anstehenden Film entworfen hat, indem die Liebesgeschichte zwischen ihr, Kazuha
und Heiji den Großteil des Films einnimmt, ist unklar.
Zur Story gibt es nicht viel zu sagen, denn wie alle Conan-Filme
funktioniert auch dieser (mal ausgenommen von „Der dunkelste Albtraum“) nach dem
gleichen Prinzip: Es gibt zwei Handlungsstränge, einen Hauptstrang, der
eigentliche Fall im Film, und ein Nebenstrang, oben erwähnte Liebesgeschichte;
beide laufen wie üblich am Ende zusammen. Der Nebenstrang ist aufgrund der
Tatsache, dass es sich fast ausschließlich um Heijis Liebesleben dreht und das
japanische Spiel Karuta für Fans, die nicht mit dem japanischen Kulturgut
vertraut sind, teils sehr mühselig und unverständlich, da gerade dieses Spiel
der Schwerpunkt ist und auch eine wichtige Rolle im Mordfall spielt und den
„Unwissenden“ nicht wirklich der Kern des Spiels oder die Spielregeln erklärt
werden.So muss man sich diesbezüglich entweder vieles zusammenreimen oder es
ganz außer Acht lassen, was fast unmöglich ist. Eine kurze Einführung wäre da
schon deutlich hilfreicher gewesen. Möglich ist eine Thematisierung im Kanon,
also dem Anime. Da dieser aber schon bei über 800 Episoden angelangt ist, kann
man da leicht den Überblick verlieren. Dennoch macht dieser Einfluss der
japanischen Kultur und der Sprache den Anime teilweise so außergewöhnlich, so dass
man auch hier neue Einblicke in die Welt Japans gewinnt.
Dennoch reißt die Spannung trotz des Faktors keineswegs ab,
es geht wieder von Puzzleteil zu Puzzleteil, bis hin zur Wahrheit, wer der
Täter ist und was für Absichten er damit verfolgte. Für eine „Bombenstimmung“
im wahrsten Sinne des Wortes ist zusätzlich gesorgt und das Herzstück des
Films, die Interaktion zwischen den Charakteren, bietet eine zusätzliche,
herzerfrischende Portion Humor und Gemeinschaftssinn.
© 2017 GOSHO AOYAMA / DETECTIVE CONAN COMMITTEE. All Rights Reserved.
Als Resümee kann man sagen, dass auch dieser Film wieder
eine gehörige Portion Spannung, Action und den typischen Conan-Humor mit sich
bringt, er aber auch dem Vorhandenen nichts Neues hinzufügt und durch einige
unverständliche Elemente teils sehr verwirrend wirkt. Dennoch muss man eines der
Reihe um den außergewöhnlich intelligenten, kleinen Detektiv lassen: Die
Qualität reißt keinesfalls ab, wird im Fall von „Der purpurrote Liebesbrief“ auch
nicht auf ein höheres Level gehoben. Man darf gespannt sein, wie es nächstes
Jahr mit Film 22, dessen Teaser im Anschluss folgte, weitergeht.
Über Marcel 536 Artikel
Film ist eine Sprache die jeder versteht. Egal ob in serieller Form oder als Animation, Film dient den Menschen als Unterhaltung und begeistert durch seine Vielfältigkeit. Sei es auf den Ebenen der Erzählung, Effekten oder Charakteren. Film ist aber nicht nur eine Sprache, sondern eine Kunstform, ganz gleich in welcher Art und Weise. Das was ich an Film und allgemein an Medien liebe, ist die Vielfältigkeit, die verschiedenen Ebenen insbesondere die Meta Ebenen und in neue Welten einzutauchen. Aber auch Kritik und Lösungsvorschläge filmisch an unserem heutigen System auszuüben und zu zeigen, wie die Welt in der Zukunft aussehen könnte. "Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein".

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