Kritik: Maze Runner: Die Auserwählten in der Todeszone

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Der Hype der Jugendbuchverfilmungen ist längst vorbei, sozusagen ist der letzte Teil der „Maze Runner -Saga“ fernab dessen und muss sich dennoch dem Publikum stellen. Die Verzögerung hat eigentlich hauptsächlich was mit der Verletzung von Dylan O’Brien am Set zu tun. Ursprünglich sollte er schon letztes Jahr im Januar starten, nun eben ein Jahr später.

Doch wirklich was Weltbewegendes ist in dem einen Jahr anscheinend nicht passiert, denn der dritte Teil ist zwar ganz passabel für Fans der Reihe, jedoch merkt man ihm die Überlänge sehr stark an. Auch fragt man sich die ganze Zeit über, wieso der Film so viele Nebenschauplätze beinhaltet, dessen Ideen er am Ende sowieso wieder verwirft, bestes Beispiel Theresas (Kaya Scodelario) Geschichte oder die des Heilmittels, was im Grunde genommen beides dasselbe ist und auch beides den gleichen Stellenwert im Gesamtkonzept hat, nämlich null.

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Auch kann man, bis auf das älter werden, keine spürbare Entwicklung bei den Charakteren feststellen, die nun über drei Teile immer dieselben Ansichten teilen, jedes Mal dieselben Fehler machen, nix dazu lernen und von einer Katastrophe in die nächste schlittern. Besonders die Naivität von Dylan O‘Briens Charakter Thomas kommt dabei immer wieder zum Tragen, dass man sich teilweise fragt, wo man sich so viel Glück kaufen kann. Das wiederum macht es extrem schwierig der Handlung entgegenzufiebern, so hatten Teil 1 und 2 noch die Überraschungsmomente und neue Entdeckungen wie das Labyrinth oder eben die Wüste ohne Aussicht auf Hoffnung. Die Auserwählten der Todeszone ist gerade gegen Ende hin nur steril und kann einzig durch die Wüstenszenen am Anfang punkten, von denen man gerne noch etwas mehr gesehen hätte und welche letzten Endes auch die größte Stärke des Films waren.

Bleibt letzten Endes zu sagen, dass er für Fans der Filme einen würdigen Abschluss liefert, jedoch nicht sein ganzes Potenzial nutzt und dadurch nur als gehobenes Mittelmaß vom Platz geht. Schade dass diese nach dem Weg weisenden, spannend inszenierten ersten Teil, der sich akribisch an die Vorlage gehalten hat, nun doch letzten Endes in den gleichen Kanon, wie viele Jugendbuchverfilmungen abdriftet, wodurch er leider auch nicht nachhaltig im Gedächtnis bleibt.

 

Über Marcel 531 Artikel
Film ist eine Sprache die jeder versteht. Egal ob in serieller Form oder als Animation, Film dient den Menschen als Unterhaltung und begeistert durch seine Vielfältigkeit. Sei es auf den Ebenen der Erzählung, Effekten oder Charakteren. Film ist aber nicht nur eine Sprache, sondern eine Kunstform, ganz gleich in welcher Art und Weise. Das was ich an Film und allgemein an Medien liebe, ist die Vielfältigkeit, die verschiedenen Ebenen insbesondere die Meta Ebenen und in neue Welten einzutauchen. Aber auch Kritik und Lösungsvorschläge filmisch an unserem heutigen System auszuüben und zu zeigen, wie die Welt in der Zukunft aussehen könnte. "Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein".

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