GameReview: The 25th Ward: The Silver Case

Nachdem bereits der erste Teil, der von Suda 51 und seinem Team Grasshopper Manufacture entwickelte Visual Novel, The Silver Case nach vielen Jahren endlich seinen Weg in den Westen fand, erscheint bei uns nun auch dank NIS America der zuvor Mobile-Exklusive Nachfolger The 25th Ward: The Silver Case. Ob das Spiel auch auf der PlayStation 4 überzeugen kann oder ob der Zahn der Zeit, wie auch der Plattform Hintergrund, das Spiel für heutige Verhältnisse weniger spielbar macht, erfahrt ihr in unserer GameReview.

Wie kam das Blut an die Decke?

Ein Fall aus einer anderen Zeit

The 25th Ward: The Silver Case spielt fünf Jahre nach den Ereignissen des ersten Teils und ein weiterer Bezirk, dass Kanto 25th Ward. Im Vergleich zu den anarchistischen anderen Bezirken ist der 25. Bezirk als „ruhig“ und „gewöhnlich“ bekannt. Diese Ruhe wird jedoch durch eine Reihe von mysteriösen Selbstmorden gestört. Die Geschichte entfaltet sich, als die Heinous Crimes Unit zu einem weiteren eigenartigen Todesfall in einem der Hochhäuser des 25th Ward gerufen werden. Dort finden sie einen weiteren unerklärlichen Todesfall vor: eine am Boden liegende verstorbene Frau, ohne sichtbare Wunden und eine gewaltige Blutlache an der Decke. Was geht in diesem 25. Bezirk nur vor sich?

Wer bereits den ersten Teil The Silver Case gespielt halt oder bereits generell Erfahrung mit Titeln von Suda 51 gemacht hat, wird nicht überrascht sein, dass auch The 25th Ward: The Silver Case eine sehr bizzarre Geschichte hat. Vorwissen aus dem Vorgänger ist jedoch nicht zwingend notwendig. Alles zu verstehen, was uns die Entwickler mit ihren Dialogen sagen wollen, wird beim ersten Mal wahrscheinlich eh kaum jemand verstehen. Dies ist aber auch in Ordnung, denn das Spiel schafft es mit einer einzigartige Welt, in die ihr bereits nach wenigen Minuten hineingezogen werdet, zu motivieren. Auch wenn es dafür manchmal bedeutet, dass ihr nicht wisst an welchem Ort ihr euch befindet und warum ihr dort gelandet seid.

Eine Visual Novel von einem anderen Ort

Gesteuert wird das Interface durch den Würfel an der unteren rechten Seite.

Zwar ist The 25th Ward: The Silver Case eine Visual Novel, hält sich jedoch über die Dauer des Spiels nicht immer an dem Genre fest. Ihr werdet hin und wieder aus dem eigentlichen Gameplay gerissen und in völlig Genre-Fremden Aufgaben gesteckt. Die Geschichte könnt ihr dabei aus den drei unterschiedlichen wählbaren Perspektiven Correctness, Placebo, und Matchmaker erleben. Dabei schlüpft ihr, neben der Heinus Crime Unit, auch in die Rolle einer an Amnesie leidenden Journalistin und in die von zwei an sich zweifelnden Agenten. Wollt ihr die komplette Geschichte aufdecken, müsst ihr alle drei Szenarien vereinen.

Während The 25th Ward: The Silver Case den typischen Suda 51 Charme versprüht hat es jedoch einige Probleme im Game Design. Eines der größten Probleme des Spiels ist sein besonders Spieler unfreundliches Interface. Schuld daran ist möglicherweise seine Herkunft von alten Mobile-Plattformen. Auch, dass man mehrfach immer wieder ein und denselben Befehl ausüben muss, um die Geschichte fortführen zu können, kostet mehr Geduld, als es das Gameplay interessanter gestaltet. Einige Rätsel sind zudem weder spannend noch wirklich fordernd, sondern werfen euch einfach  Hindernisse in den Weg die das Spiel streckt und ihr das Rätsel zurücksetzen müsst. Die Charaktere sind hingegen größtenteils sehr gut geschrieben, wobei die Dialoge hin und wieder unrealistische Entwicklungen nehmen, nur um zu zeigen, wie erwachsen The 25th Ward: The Silver Case ist. Generell ist das Spiel stark an erwachsene Spieler gerichtet. Technisch wurde The 25th Ward stark für die PlayStation 4 aufgebessert, zeigt dennoch sein alter. Deutsche Texte sucht ihr jedoch vergebens, wie auch eine generelle Synchronisation.
 
Fazit:
The 25th Ward: The Silver Case ist genau das, was Fans von Suda 51 und sein Team bei Grasshopper Manufacture erwarten. Eine konfuse aber sehr originelle Visual Novel mit Ideen, besonders beim Gameplay, die nicht immer ganz aufgehen. Dennoch besitzt das Spiel eine Atmosphäre und Stimmung, wie kaum ein anderes Spiel. Insbesondere im Visuel Novel Genre ist die Silver Case Reihe einzigartig. Leider verweigern das umständliche Interface und ein paar weniger gelungenen Gameplay Einlagen das Potenzial zum Hit.

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