Interview: Ready Player One

copyright by Warner Bros.

Was an der Geschichte und den Charakteren hat dich so sehr gereizt hat, dass du Ready Player One als nächsten Film machen wolltest?

STEVEN SPIELBERG:  Ich denke jeder, der das Buch gelesen hat und mit der Branche verbunden ist, würde es lieben dazu einen Film zu drehen. Ich meine, das Buch hatte sieben Filme – vielleicht 12 in sich (lacht). Es war eine Frage des Ausprobierens, um herauszufinden wie man eine Story über beide Welten erzählen kann und mit einem Schnellzug zum dritten Act zu kommen und zur selben Zeit eine warnende Botschaft zu vermitteln, welche uns die Wahl lässt: Wollen wir existieren? Wollen wir in der Realität existieren? Oder wollen wir in einem Universum der Zuflucht existieren? Diese Thematiken waren tiefgründig für mich und ziehen sich konsequent durch das ganze Buch, aber es gibt so viele Möglichkeiten, wie wir die Story hätten entwickeln können. 

Themen bezüglich Realität versus Fantasie ziehen sich durch deine gesamte Filmografie. Ist dieser Prozess anders für dich, wenn du einen Film drehst mit einer Zuflucht, im Gegensatz zur Verfilmung historischer Ereignisse oder Probleme des alltäglichen Lebens?

STEVEN SPIELBERG:  Das war mein großer “Fluchtfilm”. Für mich war es ein Film, der all meine Fantasien über die Orte erfüllte, die ich in meiner Vorstellung besuche, wenn ich aus der Stadt komme. Ich durfte das für drei Jahre leben. Ich konnte tatsächlich in die Fantasie von Ernest Cline und Zak Penn eintauchen, es war wundervoll. Aber ich kam ein paar Mal zur Erde zurück. Ich habe ein paar Filme gemacht. Ich drehte „Bridge of Spies” und “The Post” während ich an Ready Player One arbeitete, so hatte ich den „whiplash effect,“ wo ich von der sozialen Realität total in die Zuflucht des Entertainments übergehe. Und ich fühle es. Es ist ein gutes Gefühl, aber es macht meine Frau und meine Kinder verrückt, weil sie nicht wissen welcher Vater abends nach Hause kommt oder welchen Vater sie bekommen (lacht).

Deine Leidenschaft und Freude ist in jedem Bild des Films spürbar. Wie spielt das mit in deine Entscheidungen hinein bezüglich des Erzählens der Geschichte?

STEVEN SPIELBERG:  Danke dir. Auf der einen Seite hatte ich eine ehrgeizige und leidenschaftliche Besetzung. Ich denke, wenn man all ihre Alter aufsummiert, sind sie immer noch jünger als ich (lacht). Ich habe diese Energie aufgenommen. Wenn ich morgens zur Arbeit kam, würde Olivia sagen: “Okay, was sollen wir jetzt machen? Ich kann es kaum erwarten!“ Darauf würde Lena sagen: „Hey, stelle mir jede Aufgabe, ich bin dafür bereit.” Und Tye war genauso. Ernie gab uns einen Spielplatz um wieder Kind zu werden. Und es ha geklappt, wir wurden alle wieder zum Kind. Obwohl ich mit vielen jungen Schauspielern gearbeitet habe, abgesehen von Ben, der ist schon viel weiter (lacht). Daher stammt die Energie.

Ihr müsst auch verstehen, dass wir einen Film an einem abstrakten Set gedreht haben. Der einzige Weg, wie die Besetzung wissen konnte, wo wir waren, war durch VR-Brillen. In den Brillen war das komplette Set, den ihr auch im Film seht, aber wenn sie die Brille abgenommen haben, war es ein großer weißer Raum. Aber wenn man die Brille wieder aufsetzt, war es Aechs Keller oder Aechs Werkstatt oder der “Distrcted Globe.” So hatten die Schauspieler eine Chance sagen zu können: “Okay, wenn ich hier hingehe ist eine Tür und dort ist der DJ.” Es war eine wirkliche Erfahrung ausserhalb des Körpers und es ist wirklich schwer zu erklären wie es war.  

OLIVIA COOKE: Es war wundervoll, denn wir lebten für fünf Monate in unserer eignenen Fantasie, was wir nicht mehr konnten, seitdem wir Kinder waren. Komplett auf das Bauchgefühl zu hören und sich auf Steven und der restlichen Besetzung zu verlassen, dass war es, was den Dreh so besonders und anders als alles andere was wir zuvor erlebt haben, gemacht hat.

LENA WAITHE: Wenn wir zum Live Action kamen, war es wie: “Oh okay, das ist die reale Welt jetzt.”

TYE SHERIDAN:  Wenn wir zum Live-Action kamen war es wie: (Seufz) Okay, ich weiß wie das geht.”

LENA WAITHE: Es macht Spaß, aber nicht so viel Spaß als wenn man in einem weißen Ort ist, wo alles möglich ist.

Im Film ist eine fantastische Mischung von Musiken. Sind einige Songs des Soundtracks auch auf ihrer eigenen Playlist, Mr. Spielberg und haben sie auch am Set Musik gespielt um jeden richtig einzustimmen?

STEVEN SPIELBERG: Ja haben wir. Wir haben am ersten Tag sehr viel von den Bee Gees gespielt (lacht).

TYE SHERIDAN:  Ich würde zu dem Thema gerne noch eine Geschichte erzählen. Am ersten Tag war ich extrem nervös. Eigentlich wusste ich nicht mal, dass es der erste Tag wird. Wir hatten zwei Wochen Probe und war gerade erst mit dem Mo Cap und der Umgebung des Films vertraut. Am letzten Tag der Proben kam dann plötzlich dazu und sagte: „Lass und was drehen.“ Ich dachte in dem Moment nur „Verd…., ich hoffe er möchte nichts mit mir drehen.“ Er meinte jedoch „ Joa, ihr könnt alle nach Hause schicken, ich will nur mit Tye drehen.“ (lacht)

Dann nimmt er mich zur Seite und fragt: „Hast du an deinem Parzival Walk gearbeitet?“ Ich sagte: „Was? Was ist ein Parzival Walk? Ich wusste nicht, dass ich an einem Parzival Walk arbeiten muss.“ „Ja, es ist ähnlich wie der Tanz von John Travolta am Anfang von Saturday Night Fever. Du weißt, er hat da diesen prahlenden Rhythmus. Ich möchte dich nur beim Tanzen aufnehmen.“ Ich Antwortete nur: „Oh Okay.“ So stehe ich dann auf der einen Seite des Raumes und Steven auf der anderen Seite. Nur ich und er, kein anderer ist in der Nähe. Mein Herz pocht rasend und ich warte nur darauf, dass er „Action“ ruft. Dann nimmt er plötzlich sein Smartphone aus der Tasche, drückt auf den Bildschirm und startet „Staying Alive“ von den Bee Gees. Dann geht er einfach mit dem Smatphone auf mich zu, nickt und sagt „Und Action…“

STEVEN SPIELBERG:  Und ihr könnt den Tanz sogar in „Ready Player One“ sehen, er ist dringeblieben. Einige Lieder kommen von meiner Playlist. Dennoch muss ich sagen, die meisten stammen von der Playlist von Zak Penn und Ernie Cline.

ZAK PENN:  Wir haben uns spät in die Nacht am Telefon beraten, welche Lieder der gigantischen Playlist im Buch, wir nehmen. Ich meine, die Playlist vom Buch ist einfach lächerlich groß. Ich konnte nicht mal die ganze auf mein Smartphone laden. Aber wir kamen auf eine Reihe guter Optionen. Und Ben hat auch einiges beigetragen, auch wenn sie eher Punk Songs waren, was ich jedoch sehr respektiere.

BEN MENDELSOHN:  Einige von uns mochten die Playlist nicht.

Herr Spielberg, im Film gibt es so unglaublich viele Referenzen und Anspielungen, wie kamst du zu all den Rechten von denen?

STEVEN SPIELBERG:  AM besten kann die Frage Kristie Macosko zusammen mit Donald De Line und Dan Farah, die den Film produziert haben beantworten. Kristie verbrachte drei Jahre mit dem Rechteteam von Warner Bros., um die Rechte zu bekommen. Und alle haben wir leider nicht bekommen. Die Star Wars Rechte wollten sie nicht aufgeben.

BEN MENDELSOHN:  Du hättest mich dafür anrufen sollen, Steven. Immerhin habe ich den Todesstern gebaut, ich sag es ja nur. (lacht)

Tye, kannst du etwas über deine Erfahrungen mit Videospielen vor dem Film erzählen?

TYE SHERIDAN:  Tatsächlich gibt es eine Szene im Film, wenn ich ein Atari Spiel spiele. Ich habe nach dem Spiel geforscht und Videos geschaut, so viel ich konnte, ohne selber das Spiel zu spielen. Als es dann Zeit wurde die Szene zu drehen sagte ich: Leute, ich habe niemals Atari gespielt. Ich müsst mir sagen wie ich den Controller halte, ich möchte nicht, dass man denkt ich halte ihn falsch.“ So bekam ich Nachhilfe von Steven und Zak, wie man einen Atari Controller hält.

BEN MENDELSOHN:  Diese jüngeren Generationen. (lacht)

Eine Frage für alle. Was war der eine Moment im Film, der euch persönlich ansprach? Da der Film alle Gernationen anspricht, was war die Referenz, die euch am meisten traf?

LENA WAITHE:  Hmm, am meisten gefiel mir die Chucky Puppe, da ich es gewohnt war, Angst vor diesen Filmen zu haben. So ist es nun als Erwachsener irgendwie lustig einen Charakter zu spielen, der Chucky als Waffe nutzt (lacht). Zudem, was Musik angeht, ist es die Szene in der „Just My Imagination“ gespielt wird, den meine Mutter ständig abgespielt hat, als ich ein Kind war. Das in Aechs Lagerhaus zu hören war irgendwie cool.

TYE SHERIDAN: Ich denke für mich war es „The Iron Giant“ („Der Gigant aus dem All“). Das ist ein Film, denn ich so viele Male in meiner Kindheit gesehen habe. Ich habe eine sehr sentimentale Bindung zu dieser Figur und es war sogar cool, während wir gedreht haben, da wir unsere Avatare in Echtzeit auf einem 2D-Bildschrim sehen konnten. Ich schaute immer wieder rüber zu meinem Avatar und dem Fuß des Iron Giant und ich dachte nur: „Das ist der Fuß Des Iron Giant!“

STEVEN SPIELBERG:  Ja, Brad Bird ist ein Genie. Ich sah „The Iron Giant“ als er zum ersten Mal in die Kinos kam. Ich bin ein großer Fan von Brad Bird, Wir haben sogar vor langer Zeit einmal zusammengearbeitet an etwas fürs Fernsehen mit dem Namen „Family Dog.“ Die Referenz ist da, um Brad Bird und den Iron Gant zu ehren.

OLIVIA COOKE: Als Kind in meiner Heimatstadt ging ich häufig in die Disko zum Tanzen, weshalb ich s sehr genoss, den Tanz aus Saturday Night Fever zu lernen. Zudem kam ich und Tye mit den Tanzstunden sehr schnell, sehr nahe (lacht). Ich weiß icht wie viel davn digital überarbeitet wurde in der Post-Production, wahrscheinlich sehr viel, aber es machte sehr viel Spaß.

TYE SHERIDAN:  Jeder meiner Tänze wurde digital überarbeitet (lacht).

LENA WAITHE:  Nein, du warst gut! Du wurdest richtig gut!

OLIVIA COOKE: Für mich war es das Highlight des kompletten Drehs.

TYE SHERIDAN: Ich machte wirklich sehr viel Spaß. Ja, wir verbrachten ungefähr drei Wochen auf Drähten, aber dann drei Wochen einfach nur Üben nach der Arbeit oder dazwischen.

ERNEST CLINE:  Tye spielte doch John Travoltas Sohn in einem Film, oder? Hat er deine Performance gesehen?

TYE SHERIDAN: Ich habe es ihm nicht gesagt. Ich habe ihm nur eine Nachricht gesendet und gesagt: „Ich will dir nur sagen, dass du diesen Film sehen musst, denn es gibt sehr viele Referenzen zu deinen Werken.“ Aber ihr wart doch mal gute Freunde oder nicht, Steven?

STEVEN SPIELBERG: Ja, John Travolta und ich sind schon sehr lange Freunde. Wir trafen uns am Set von Carrie, was glaube ich 1976 oder so war. Seit dem sind wir Freunde und ich kann kaum darauf warten bis John den Film sieht.

HANNAH JOHN-KAMEN: Ich denke ich bin da mit der Tanz Szene der selben Meinung wie Olivia. Ich bekam dabei Gänsehaut und wusste nichtmal, dass Tyes Tanz von Saturday Night Fever inspiriert war. Aber wenn ich jetzt darüber nachdenke ist es offensichtlich. Ich finde es wirklich cool, er sah so bezaubernd aus. So, ja, ich denke das war ziemlich cool.

BEN MENDELSOHN: Eigentlich konnte man das Gästehaus nebenan oder das Gästehaus aus The Nightmare on Elm Street mieten. So sage ich, dass Freddy direkt weggeblasen wird (lacht).

ERNEST CLINE: Für mich ist es die Zeitmaschine aus Zurück in die Zukunft, den DeLorean, Seitdem ich ein Kind bin, ist es mein Traumauto, sogar bevor ich Zurück in die Zukunft sah. Aber als ich dann den Film sah fing ich an davon zu träumen irgendwann das Auto zu besitzen. Als ich dann anfing mein Buch zu verkaufen und ich merkte, ich kann endlich ein DeLorean kaufen, nutze ich es direkt in meinem Autorenfoto, denn das Auto ist eine Zeitmaschine aus den 1980er, genau wie mein Buch. Dann konnte ich das Auto durch das ganze Land auf meinen Buchtouren fahren und es wurde zu Geschäftsspesen (lacht). So arbeitete der Wagen sich von meinem Buch in mein Leben und nun ist er im Film.

ZAK PENN: Die Raumschiffe. Ich mag es sehr, dass die Galactica und das Schiff aus Silent Running im Film ist. Ich glaube Steven war es, der es mir zeigte. Ich dachte nur: „Oh mein Gott, natürlich das Schiff aus Silent Running.“ Ursprünglich schrieb ich ja als Witz das Mutterschiff aus „Die Begegnung der dritten Art“ als Witz rein, aber du wolltest uns den ja nicht nutzen lassen

STEVEN SPIELBERG: Es kommt irgendwann ein Punkt, wo ich auf jemanden verweisen muss der meine Filme mag und nicht einen Film über meine Filme zu drehen. Ich habe ein paar ikonische Figuren aus meinen Filmen, wie den DeLorean, der jedoch direkt aus dem Buch kam, in den Film. Aber sonst hätten wir noch viele weitere mit hineinnehmen können.

ZAK PENN: Natürlich gebe ich Steven daran keine Schuld. Ich wusste bereits, dass Steven die Regie übernimmt, als ich den Witz schrieb. Jedenfalls, all diese Raumschiffe, die Idee, und die stammt direkt aus dem Buch, dass jeder sein eigenes Schiff hat, ist für mich wie ein Wunder.

PHILIP ZHAO:  Bei mir ist es The Iron Giant, denn ich war damals noch ei Kind als der gedreht wurde.

STEVEN SPIELBERG:  Und nun bist du ein alter Mann (lacht).

PHILIP ZHAO: Ja, nun bin ich ein alter Mann. Aber ich denke ich bin gut gealtert (lacht). Als ich den Iron Giant, der von Lena gespielt wurde, auf dem Bildschirm sah, war ich sehr beeindruckt. Lena hatte beim Dreh einen pinken Ball auf ihrem Kopf, auf den wir immer schauen mussten.

TYE SHERIDAN:  Das war wirklich schwierig. Denn wenn du mit Motion Capture drehst und Lena ihren Text sagte, riefen alle „Schau hoch, Schau hoch“ und du schaust rüber zu Lena, aber zuerst in ihr Gesicht und denkst: „Verdammt, ich muss den Ball anschauen.

PHILIP ZHAO: Und musstest dann mit dem Ball reden, was wirklich seltsam war.

WIN MORISAKI: Für mich war es definitiv der Gundam. Japanische Fans werden laut „WHOA!“ schreien.

ERNEST CLINE: Du durfest zudem den Mach 5 von Speed Racer fahren. Du hast ein paar coole Spielzeuge.

WIN MORISAKI: Ja, vielen Dank!

Für den jüngeren Cast, der nicht in den 1980er aufgewaschen ist, wie habt ihr euch in der Ära eingelebt und gab es etwas was ihr vorher nie gesehen habt nun nun wirklich liebt?

LENA WAITHE: Ich bin 1984 geboren, weshalb ich an vieles aus den 1980er nicht erinnern kann. Ich weiß wirklich nicht viel darüber, aber weil ich in den 1990er aufgewachsen bin, erinnere ich mich viel an die Musik. Die Wurzeln von Micheal Jackson und Whitney Houston liegen in den 1980er. So war es für mich nicht schwer mich dahin zurückzuversetzen. Aber ich und Tye haben uns einige 1980er Filme angesehen, um in den richtigen Vibe zu kommen. Sehr interessant über die Zeit ist, dass damals alles so groß, laut, bunt und glücklich war. Es war eine fröhliche Zeit. Deshalb denke ich, bin ich froh in dem Jahrzehnt geboren zu sein. Und ich denke, das überträgt sich auch auf den Bildschirm. Der ist so viel Fröhlichkeit und das erinnert uns an eine glücklichere Zeit. Deshalb sind wir wahrscheinlich so besessen von.

STEVEN SPIELBERG: Ich glaube wir sind sehr nostalgisch für die 1980er, weil es ein Jahrzehnt ohne globale bzw. nationale Krisen, Chaos oder sonstige kritische Veränderungen war. In den 1960er hingegen gab es große Veränderungen durch die Zivilrechtbewegung. Es gab so viele Veränderungen mit dem Mord an Jack und Bobby Kennedy. Es gab all diese unterschiedlichen Generationen.

TYE SHERIDAN: Ich denke es macht auch Sinn, denn die OASIS steht für eine große Zuflucht. Es kann alles sein, was du dir wünscht. Und da die 1980er ein Jahrzehnt war voll von dieser verrückten Hoffnung, macht es meiner Meinung nach total Sinn, dass es dort so viele Referenzen für die Pop-Kultur der 1980er gibt.

Spezialeffekte haben sich in den letzten 30 Jahren stark entwickelt, hast du jemals daran gedacht, einige Szenen in E.T. der Außerirdische digital neu aufzubereiten, wie es George Lucas in Star Wars gemacht hat?

STEVEN SPIELBERG: Eigentlich habe ich bereits Ärger bekommen, weil ich das bereits getan habe. Als E.T. neu veröffentlicht wurde habe ich 5 Szenen digital bearbeitet, indem ich die E.T. Puppe mit einer digitalen ausgetauscht habe, Zudem habe ich eine Pistole mit Walkie-Talkies ausgetauscht wenn das F.B.I. zum Van läuft. So gibt es eine wirklcih schlechte Version von E.T., wo ich mir Star Wars zum Vorbild nahm und ein paar kleine Veränderungen vornahm. Und obwohl Social Media damals noch nicht so riesig war, gab es laute Stimmen, wie ich es wagen konnte, ihren Lieblingsfilm aus der Kindheit kaputt zu machen, indem ich die Pistolen mit Walkie-Talkies austauschte (lacht). Damals lernte ich eine wichtige Lektion und das war dann auch das letzte Mal, dass ich mich in die Vergangenheit eingemischt habe. Was fertig ist, ist fertig und ich werde niemals zurück zu einem anderen Film gehen, den ich gemacht habe und ihn verändern.

Der Film bekam äußerst positive Reaktionen, als ihr ihn vorab beim South-by-Southwest Film Festival gezeigt habt. Wie war das für euch?

STEVEN SPIELBERG: Ich habe mich hinten versteckt (lacht). Ich habe viele Filme gedreht und viele interessante Reaktionen bekommen, aber ich habe nie etwas wie das zuvor gehört und wir waren mittendrin.

LENA WAITHE: Ich war einfach nur glücklich, denn ich habe ihn selber vorher schon gesehen und hab ihn sehr genossen. Es war jedoch eine so schön, den Film mit all diesen Leuten zu erleben. Ich habe viel Zeit damit verbracht die Zuschauer zu beobachten und habe gemerkt, dass die sich richtig in den Film fallen ließen und sich daran erfreuten. Wo wir gerade darüber gesprochen haben zu flüchten und uns wieder gut zu fühlen, finde ich, dass gerade Spielberg das für viele von uns repräsentiert. Er ist so ein großer Teil in unserem Leben.

Ich erinnere mich daran, wie ich mit meiner Familie ins Kino ging um Jurassic Park zu schauen und ich eine andere Person war, als ich aus dem Film wieder rauskam. Und nun in diesem Film zu sein und erleben zu dürfen, wie all diese Menschen genau die selbe Erfahrung haben wie ich, als die aus dem Kino heraus gingen. Sie waren leichter, größer und hatten ein Lächeln im Gesicht und klatschten. Ich habe niemals zuvor etwas Ähnliches erlebt und werde es auch nie wieder. Es war phänomenal und bin sehr froh es mit all diesen Fans erlebt zu haben.

Kannst du über deine Beziehung zur Nostalgie reden und wie die sich über all die Jahre verändert hat?

STEVEN SPIELBERG: Das ist eine fantastische Frage, denn ich habe eine sehr intime Beziehung mit der Nostalgie. Das kommt daher, dass ich bereits mit 11 oder 12 Jahren 8mm Filmaufnahmen von meiner Familie und Camping Ausflügen gemacht habe, als ich in Arizona aufwuchs. Als Videokassetten kamen, nahm ich mit Videokassetten auf. Irgendwann nahm ich meine 8mm Sound Movie Camera, als ich mit (Francis Ford) Coppola, (George) Lucas, (Martin) Scorsese und (Brian) De Palma in den 1970er abhing und nahm ungefähr 60 Stunden auf, wie wir aufwuchsen und zusammen Filme machten, was vielleicht irgendwann eine interessante Dokumentation werden könnte, wenn ich die Rechte von den Jungs bekomme. Wahrscheinlich würden sie bei 80% der Aufnahmen sich gegen eine Veröffentlichung stellen (lacht).

Heutzutage mach ich all die Videos wie meine Familie aufwächst. Ich habe einen wirklich großartigen Cutter, Andy, in meinem Büro. Er schneidet ein ganzes Jahr von Aufnahmen meiner Familie, meinen Kindern und meinen Enkeln zusammen und wir haben jedes Jahr eine Vorführung des Filmes. Wir nennen es das jährliche Familienvideo. Im Grunde lebe ich also in Nostalgie, weshlab ich vielleicht auch so positiv auf das Buch von Ernie und Sacks Drehbuch reagierte. Irgendwie lebe ich das eh die meiste Zeit meines Lebens (lacht).

 

Wir bedanken uns vielmals bei Warner Bros., die uns das Interview bereitgestellt haben.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*