Festival de Cannes 2018: Das Programm

© Festival de Cannes

Bald, genauer gesagt ab dem 8. Mai, treffen sich die angehenden Weltkinoadepten und gestandenen Autorenfilmer abermals an der Croisette zur 71. Verleihung der Goldenen Palme unter der Federführung Cate Blanchetts

Nach den vorausgegangenen Disputen zwischen Netflix und dem Festivalchef Thierry Frémaux um, lapidar gesprochen, den Wert digitaler Beschleunigungsprozesse (wir berichteten) kämpft Cannes mit einem Programm, das die Aufregung an anderer Stelle bewusst vermeidet.

Die Filme im Überblick – Wettbewerb:

  • „Everybody Knows“ (Asghar Farhadi) (Eröffnungsfilm)
  • „Ash Is Purest White“ (Jia Zhang-Ke)
  • „At War“ (Stéphane Brizé)
  • „BlacKkKlansman“ (Spike Lee)
  • „Burning“ (Lee Chang-dong)
  • „Capernaum“ (Nadine Labaki)
  • „Cold War“ (Pawel Pawlikowski)
  • „Dogman“ (Matteo Garrone)
  • „Girls of the Sun“ (Eva Husson)
  • „Le livre d’image“ (Jean-Luc Godard)
  • „Lazzaro Felice“ (Alice Rohrwacher)
  • „Summer“ (Kirill Serebrennikov)
  • „Asako I & II“ (Ryusuke Hamaguchi)
  • „Shoplifters“ (Kore-Eda Hirokazu)
  • „Sorry Angel“ (Christophe Honoré)
  • „Three Faces“ (Jafar Panahi)
  • „Under the Silver Lake“ (David Robert Mitchell)
  • „Yomeddine“ (A.B. Shawky)

Außer Konkurrenz:

  • „Le Grand Bain“ (Gilles Lellouche)
  • „Solo: A Star Wars Story“ (Ron Howard)

Un Certain Regard:

  • „Angel Face“ (Vanessa Filho)
  • „Border“ (Ali Abbasi)
  • „El Angel“ (Luis Ortega)
  • „Euphoria“ (Valeria Golino)
  • „Friend“ (Wanuri Kahiu)
  • „The Gentle Indifference of the World“ (Adilkhan Yerzhanov)
  • „Girl“ (Lukas Dhont)
  • „The Harvesters“ (Etienne Kallos)
  • „In My Room“ (Ulrich Köhler)
  • „Little Tickles“ (Andréa Bescond & Eric Métayer)
  • „My Favorite Fabric“ (Gaya Jiji)
  • „Sextape“ (Antoine Desrosières)
  • „Sofia“ (Meyem Benm’Barek)

Special Screenings:

  • „Dead Souls“ (Wang Bing)
  • „La Traversée“ (Romain Goupil)
  • „O Grande Circo Místico“ (Carlo Diegues)
  • „Pope Francis – A Man of His Word“ (Wim Wenders)
  • „The State Against Mandela and the Others“ (Nicolas Champeaux & Gilles Porte)
  • „10 Years in Thailand“ (Aditya Assarat, Wisit Sasanatieng, Chulayarnon Sriphol & Apichatpong Weerasethakul)
  • „To the Four Winds“ (Michel Toesca)

Midnight Screenings:

  • „Arctic“ (Joe Penna)
  • „The Spy Gone North“ (Yoon Jong-Bing)

Meinung (Gastautor Timo): Sieh‘ an, ich lese Spike Lee, ich lese Jean-Luc Godard, ich lese Ron Howard (dessen Franchise-Eintrag man ja doch irgendwie mitnehmen muss). Und ich lese von Wim Wenders, der eine Dokumentation über Papst Franziskus gedreht hat. Zusammen! In Cannes! Es ist allerdings ein nahezu ungeschriebenes Gesetz dieses Festivals, dass eine weniger prominente Namensriege im Aufgebot für die eine oder andere Überraschung sorgt, da die Erwartungshaltung(en) ein wenig abgedämpft werden und sich spannende Newcomer etablieren können. So geht es mir. Dezente Enttäuschung, achselzuckende Müdigkeit. Auf Anhieb habe ich lediglich fünf Filme gefunden, bei denen meine Erwartungshaltung(en) ein Stück weit über Normalmaß angesiedelt sind: „Everybody Knows“„Ash Is Purest White“„Le livre d’image“, „Under the Silver Lake“ und „In My Room“. Da Netflix und Cannes keine harmonische Beziehung miteinander haben und gar bedauerlicherweise voneinander abließen, entfallen zudem die neuen Filme von Alfonso Cuarón („Roma“), Paul Greengrass („Norway“), Jeremy Saulnier („Hold the Dark“) sowie das frisch aus der Restaurationsmaschine liebevoll in Kleinstarbeit gestückelte Orson-Welles-Doppelpack „The Other Side of the Wind“ und Morgan Nevilles dazugehöriger Dokumentation „They’ll Love Me When I’m Dead.” Ausgesprochen schade, diese Filme im Liegen auf der Couch zu sehen!

(Gastautor Timo Kießling)

Über Marcel 536 Artikel
Film ist eine Sprache die jeder versteht. Egal ob in serieller Form oder als Animation, Film dient den Menschen als Unterhaltung und begeistert durch seine Vielfältigkeit. Sei es auf den Ebenen der Erzählung, Effekten oder Charakteren. Film ist aber nicht nur eine Sprache, sondern eine Kunstform, ganz gleich in welcher Art und Weise. Das was ich an Film und allgemein an Medien liebe, ist die Vielfältigkeit, die verschiedenen Ebenen insbesondere die Meta Ebenen und in neue Welten einzutauchen. Aber auch Kritik und Lösungsvorschläge filmisch an unserem heutigen System auszuüben und zu zeigen, wie die Welt in der Zukunft aussehen könnte. "Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein".

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