GameReview: Penny Punching Princess

Eine Prinzessin, die nur mit ihrer Faust und einem magischen Taschenrechner ihren Vater Rächen und ihr Königreich zurückerobern möchte. Mit dieser Prämisse hat Penny-Punching Princess von Nippon Ichi Software unsere Aufmerksamkeit schnell erfolgreich umworben. Doch ob hinter dieser interessanten Spielidee auch ein gutes Spiel steckt, erfahrt ihr bei uns im Test.

Zehn Mark Fünfzig

Einst herrschte über Jahrhunderte, die reine Macht über die Welt. Doch wie so alles im Leben, gibt es auch in der Herrschaftsform irgendwann Veränderungen. Mit dem Aufkommen des Kapitalismus fing die Welt an sich immer mehr ums Geld zu drehen und die, die früher durch Schrecken herrschten, vielen langsam in die Unbedeutsamkeit. Geld wurde zur Gerechtigkeit, Geld bedeute Macht, so, dass sogar jede schwache Kreatur auf Lv. 1 zu einer großen Bedrohung heranwachsen konnte.

In dieser Welt lebt auch eine Prinzessin, die einst für ihre Gutmütigkeit und ihr warmes Lächeln bekannt war. Dieses Lächeln verschwand jedoch schlagartig, als sich ihr Vater in den Selbstmord stürzte, nachdem er durch die schlechte Finanzberatung der „Dragoloan Lending Company,“ sich in Schulden stürzte. Durch den tot ihres Vaters und ihren Schulden übernahm die Dragoloan Familie ihr Königreich und ihre ehemaligen Untertanen. Mit vorher nie bekannter Wut im Bauch macht sich die Prinzessin mit ihrem Diener Sebastian und einem magischen Taschenrechner vom Gott des Kapitalismus Zenigami, auf und ihr Land mit Geld und ihrer Faust zurückzuerobern.

Die lächerliche Prämisse sich an die bösen Kredithaie zu rächen, indem man so viel Geld wie möglich sammelt, funktioniert überraschend gut. NIS weiß genau, wie sie ihre Charaktere und Dialoge gestalten müssen, um ein Lächeln auf das Gesicht des Spielers zu zaubern. Die Geschichte, die Charaktere und insbesondere die fantastische Comedy, die an die NIS-Reihe Disgaea erinnert, motivieren durchgehend weiterzuspielen.

I need a Dollar

Was für die Geschichte zählt, zählt leider nicht so ganz fürs Gameplay. Die Level wiederholen immer wieder dieselbe Struktur. Nach etwas Geschichte startet ihr in (in einem Kapitel) immer sehr gleich aussehenden Gebiete, schlägt euch durch das Level, sammelt neue Verbündete und Geld, und am Ende erwartet euch ein Boss oder eine große Menge an Gegnern. Wie man sich nun denken kann, fehlt es Penny Punching Princess an Abwechslung, dennoch kann das Spielsystem durchaus süchtig machen. Während ihr eure Gegner mit euren Fäusten aus dem Spiel nehmt, werdet ihr mit Geld belohnt. Dieses Geld könnt und müsst ihr auf unterschiedlichste Weise nutzen. Euer Hauptziel ist es, mit dem Geld Gegner, Fallen und Gegenstände zu bestechen. Dazu nutzt ihr euren magischen Taschenrechner, gebt den gewünschten Wert ein und bestecht dann euer Ziel. Wartet, man besticht Gegner und Gegenstände? In Penny-Punching Princess öffnet ihr verschlossene Tore nicht durch einen kleinen Schlüssel, den ihr in einer Truhe findet, sondern bietet dem Tor direkt Geld an, damit sie sich öffnet. Fast jedes Rätsel im Spiel dreht sich um Geld, was eine innovative und auch spaßige Idee ist.

Neben dem Bestechen ist natürlich auch das Kämpfen im Fokus des Gameplays von Penny-Punching Princess. Die Prinzessin besitzt Combo-Angriffe, EX-Spezial Angriffe, Ausweichmanöver und besondere Angriffe vom letzten bestochenen Gegner. Die Möglichkeiten des Kampfes sind relativ vielseitig und spannend, was teils auch an den relativ knackigen Gegnern liegt. Verliert ihr, müsst ihr die Ebene des Levels von vorne wiederholen, was durchaus frustrierend sein kann, da der Umfang eines Dungeons schon etwas Zeit fressen kann.

Fazit:
Penny-Punching Princess ist ein sehr charmantes Spiel, was an dem guten Humor und dem Charakterdesign liegt. Das Spielprinzip macht ebenfalls Laune, wird aber nach geraumer Zeit sehr eintönig und ermüdend, weshalb ich öfters eine Pause einlegen musste. Auch wenn die Geschichte viel richtig macht, ist sie doch zu dünn, um einen die ganze Zeit alleine an der Stange zu halten. Für eine lustige Runde zwischendurch eignet sich Penny-Punching Princess trotz alledem.

Wir haben die Switch-Version von Penny-Punching Princess getestet. Vielen Dank an NIS America für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

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