Filmkritik: Isle of Dogs – Ataris Reise

Eine große Reise, mit dem besten Freund des Menschen

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Wes Anderson ist ein Mann, der eher für die etwas anderen Filme bekannt ist. Er hat eine ganz eigene Sprache, und eine ganz eigene Dynamik, wie er an seine Produktionen herangeht, und sie umsetzt. Jetzt hat er sich sogar schon zum zweiten mal an einem Animationsfilm versucht. Was kann man erwarten von einem Filmemacher, der einen etwas anderen Stil hat, als so manch anderer. Und kann man das alles überhaupt in einen animierten Film verpacken, den Kinder auch verstehen. Das werden wir jetzt mal zusammen, in der folgenden Kritik erarbeiten.

Story:                                                     

Nachdem in Japan eine Hundegrippe ausgebrochen ist, bleibt nur eine Möglichkeit sich des Problems zu bemächtigen. Alle Hunde werden auf eine einsame Insel verbannt, die eher einem großen Schrotplatz ähnelt. Dort müssen sie jeden Tag versuchen das Beste aus ihrer Situation zu machen, bis auf einmal ein Flugzeug abstürzt. Der kleine Pilot Namens Atari sucht seinen damaligen besten Freund, der auch gleichzeitig der erste Hund war der auf die Insel gekommen ist. Zusammen mit einem Rudel an Helfern begibt sich Atari auf eine spannende Suche, die sogar über die Grenzen der Insel hinaus geht, und direkt zu der Regierung führt, die einst die Hunde verbannte.

Kritik:

Bei der Story fällt sofort auf, das sich Wes Anderson aktueller Themen bedient. Ob es nun um Ausgrenzung geht, oder um Liebe und Zusammenhalt, Freundschaft und Rassismus. Hier ist alles vertreten was an der heutigen Gesellschafft kritisch beäugt werden kann. Doch die Verpackung der Geschichte ist recht schön und herzlich umgesetzt. Ein schöner Humor, der nie zu drüber ist, steuert sein nötiges dazu bei, diesen Film zu etwas ganz besonderem zu machen. Es ist schön sich visuell mit den Charakteren und ihren Beweggründen anzufreunden, und mit zu fiebern. Dabei wirkt der Film zu keiner Zeit langweilig, auch wenn er durch seinen japanischen Stoffpuppenlook zu Anfang etwas gewöhnungsbedürftig wirkt, weil es etwas vergleichbares so nicht auf der Leinwand gab. Doch nach 15 Minuten ist man im Bann dieser packenden Reise, die mit ihren Wendungen, auch viele Momente bietet, die nicht immer vorhersehbar sind. Somit ist aber auch zu bemerken, das sich der Film nicht ausschließlich an ein junges Publikum wendet, weil viele Strukturen und Verläufe doch eher mit einem beschwerten Hintergrund ausgestattet sind. Spätestens wenn man sieht wie die Hunde ausgegrenzt werden von der Gesellschafft, oder wie ihr Leben auf der Insel aussieht, wird dem älteren Zuschauer schneller verständlich gemacht, das hier ein Spiegel an die momentane gesellschaftliche Situation aufgezeigt werden soll. Der jüngere Zuschauer hingegen sieht das Geschehen, wie es sich gerade auf der Leinwand abspielt ohne gesellschaftliche Verbindungen, was auf einer Art auch für ein unbeschwerteres Vergnügen sorgt, den Film genießen zu können. Aber genau das macht den Film eben auch so interessant, weil er für jeden Zuschauer individuell etwas anderes bietet. Die Jüngeren lassen sich berieseln, die Jungendlichen haben viel zu lachen, und die Erwachsenen haben nach den Film genug Stoff, um über den Verfall der Gesellschafft zu reden. Und damit ist Wes Anderson wirklich ein guter zweiter Ausflug in das Animationsgenre gelungen.

Fazit:

Wes Anderson hat mit Isle of Dogs einen wirklich schönen, und auch etwas anderen Animationsfilm abgeliefert. Er funktioniert auf so viele unterschiedliche Arten, und bietet jeden Zuschauer etwas ganz eigenes. Hier wird jede Altersgruppe bedient, und jede Facette eines solchen Films gut ausgeleuchtet. Ob es die etwas anderen Animationen sind, der passende, auch mal schwarze Humor, oder der herzliche und spannende Handlungsverlauf. Einfach alles wurde rundum durchdacht und wunderbar in Szene gesetzt, so das aus konkurrenztechnischer Sicht keinen vergleichbaren Film dieses Jahr geben wird. Damit ist Wes Anderson nicht nur eine Überraschung, sondern auch einer der besten Filme des Jahres 2018 gelungen, der nicht so schnell vergessen sein wird. Mal sehen ob es sogar einen zweiten Teil geben wird. Machbar wäre es, doch nicht zwingend notwendig. Denn das Ende ist schön und kann auch für sich selber stehen. Doch egal wie es weiter geht und ob es weiter geht, dieser Film hat alle Daumen nach oben verdient.

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