GameReview – Yakuza 6: The Song of Life

Viele Fans der japanischen Kultur haben besonders eine Videospielreihe in ihr Herz geschlossen. Yakuza oder auch Ryû ga Gotoku (Wie ein Drache), wie die Reihe in Japan heißt, schafft es die Kultur des Landes wie kein anderes Spiel einzufangen. Das liegt neben dem japanischen Setting insbesondere am Detailreichtum des fiktiven Tokioter Stadtteil Kamurocho. Doch der Erfolg der Reihe reichte man gerade aus, dass die Titel mit zeitlich großem Unterschied es auch in den Westen schaffte. Dies änderte sich jedoch mit dem überwältigenden Erfolg des letztjährigen grandiosen Yakuza 0. Ob auch der sechste und letzte Teil der Geschichte des Serienprotagonisten Kazuma Kiryu ab diesem Erfolg anknüpfen kann, erfahrt ihr in unserer GameReview.

Alle Wege führen nach Kamurocho

Wacht Haruka jemals wieder auf?

Nach den Ereignissen von Yakuza 5 findet sich Kazuma Kiryu im Gefängnis wieder, um für seine Taten drei Jahre abzusitzen. Seine Ziehtochter Haruka hat sich in der Zeit von ihrem Idol Dasein verabschiedet und bekannt gemacht, dass sie mit Stolz die Tochter des Dragon of Dojima Kazuma Kiryu ist. Dies stellte sich jedoch als möglicher fataler Fehler heraus, denn seit diesem Zeitpunkt wird nicht nur sie, sondern auch das Kinderheim, das sie mit Kiryu in Okinawa gegründet hat, von der Klatschpresse verfolgt. Um die Kinder des Heimes nicht zu gefährden, beschließt Haruka dieses heimlich zu verlassen. Nachdem Kiryu nach dem Absitzen seiner verurteilten Zeit, das Gefängniss verlässt bleibt Haruka verschwunden und der ehemalige Yakuza macht sich auf, seine Ziehtochter zu finden. Als sie plötzlich in Kamurocho in einem schwerwiegenden Autounfall wieder auftaucht, ist sie nicht allein. Der Notarzt fand sie mit einem Kind, genauer gesagt ihrem Sohn Haruto auf der Straße. Während Haruka im Koma liegt, macht sich Kiryu zur Aufgabe den Vater des Kindes und den Verursacher des Unfalls auswändig zu machen und findet sich schnell in einem neuen Yakuza-Krieg wieder.

In Yakuza 6 geht es auch nach Hiroshima

Wer nun Angst hat, nicht mit dem sechsten Teil der Reihe anzufangen soll entwarnt werden. Selbst, wenn ihr alle Teile der Reihe gespielt habt, werdet ihr wahrscheinlich nicht alle Zusammenhänge sofort verstehen. Wenn ihr dennoch wissen wollt, was vorher geschah, bietet euch Yakuza 6: The Song of Life Zusammenfassungen zu jedem der vorherigen Teile an. Dennoch muss gesagt werden, dass gerade Serien-Veteranen das meiste aus der Geschichte herausholen können. Denn Yakuza 6 ist die vielleicht persönlichste Geschichte für Kazuma in der kompletten Reihe. Aber auch Neueinsteiger erfreuen sich an den großen Cast, der neben den wiederkehrenden Charakteren auch viele neue interessante Figuren einführt.

Kamurocho, lebendiger als das Leben

Ihr könnt die Stadt auch in der First-Person erkunden.

Eine der wichtigsten Charaktere in der Yakuza Reihe ist das Stadtviertel Kamurocho, die in Yakuza 6 mehr lebt, als je zuvor. Dies liegt auch an der neuen Engine, die für die PlayStation 4 entwickelt wurde, denn die letzten beiden Yakuza Titel, Yakuza 0 und Yakuza Kiwami, erschienen in Japan ursprünglich als PlayStation 3 Titel. Wer einen der vorherigen Teile gespielt hat, findet sich in der Stadt sofort zurecht. Am auffälligsten ist das Fehlen von Ladesequenzen zwischen Kämpfen oder das Betreten von Gebäuden. Alles geht perfekt ineinander über. Noch erstaunlicher ist jedoch der Detailreichtum der Stadt. Jedes einzelne Schild der Stadt ist, sofern ihr der japanischen Sprache mächtig seid, lesbar. Selbst in den Supermärkten könnt ihr euch das komplette Inventar ansehen. Neben Kamurocho besucht ihr zudem auch den kleinen und ruhigen Ort Onomichi bei Hiroshima, was einen schönen Gegenpol zum überfüllten Tokio darstellt.

Weniger ist manchmal mehr, machmal jedoch auch weniger

Das Kampfsystem basiert mehr auf Yakuza 5, als auf Yakuza 0.

Leider wurden in Yakuza 6: The Song of Life nicht nur gute Entscheidungen getroffen worden. Der größere technische Aufwand scheint auf Kosten von Umfang und Tiefgang des Kampfsystems gekommen zu sein. Zwar gibt es weiterhin viele durchgeknallte Side-Quests, so trefft ihr auf ein Pärchen, dass ihre Körper getauscht haben oder ein Mädchen, das durch die Zeit sprang, an die Menge von Yakuza Zero kommt The Song of Life jedoch nicht. Dennoch habt ihr eine große Zahl an Möglichkeiten eure Zeit, abseits der 20 bis 30 Stündigen Hauptstory, zu nutzen. So könnt ihr erneut in den SEGA Arcades Spiele wie Virtua Fighter 5, Puyo Puyo oder Outrun spielen, an erotischen Chats mit dem weiblichen Geschlecht teilnehmen oder an vielen anderen Orten in Kamurocho kleinere und größere Aufgaben entdecken.

Leider findet jedoch das Kampfsystem von Yakuza Zero und Yakuza Kiwami keine Rückkehr. Der Tiefgang der Kämpfe wird deutlich zurückgeschraubt und auch visuell gibt es viel weniger Möglichkeiten eure Heat Aktionen (Spezialaktionen die ihr im Kampf auflädt) einzusetzen. Leider ein deutlicher Rückschritt, der hoffentlich im kommenden Yakuza Kiwami 2 wieder gut gemacht wird.

Fazit:
Trotz der Rückkehr zum traditionellen Kampfsystem gehört Yakuza 6: The Song of Life zu dem besten was die Serie zu bieten hat. Abgedrehte Side-Quest und eine fesselnde sowie persönliche Story runden die Geschichte um Kazuma Kiryu perfekt ab.

8,7

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