AnimeReview: Citrus

© TOKYOPOP | Chapter 21, Band 6

Mit der heutigen Kritik erfülle ich mir einen kleinen Herzenswunsch. Seitdem ich die bisher erschienen sieben Bände des Mangas gelesen habe, wurde ich in den Bann einer tiefgängigen anderen Welt gezogen. Deswegen war ich auf die Adaption des Animes sehr gespannt. Deswegen klären wir in den folgenden Zeilen, was „Citrus“ als Anime zu bieten hat und auch, warum hier der wohl beste Anime/Manga wartet, den das sogenannte „Yuri-Genre“ jemals gesehen hat.

Story:

Die 16-jährige Yuzu wird an eine neue Mädchenschule versetzt, nachdem ihre Mutter wieder geheiratet hat. Dort lernt sie die sehr stille und sehr mysteriöse Mei kennen, die sich auf einmal als ihre neue Stiefschwester entpuppt. Doch damit nicht genug. Auf einmal beginnt Yuzu, Gefühle für Mei zu entwickeln, und muss sich eingestehen, dass sie sich in ihre Stiefschwester verliebt hat. Mei ist ein sehr verschlossener Mensch, der zwar irgendwie das selbe fühlt, aber durch ihre impulsiven Ausbrüche selber nicht weiß, was sie machen soll. Und so nimmt das Drama seinen Lauf, denn wie erreicht man als bewegliches Objekt ein unbewegliches?

Kritik:

Die Story ist einfach der Wahnsinn, und das nicht nur wegen ihrer Ausgangslage. Sondern auch durch ihren Verlauf, und auch dem Tiefgang, den die Handlung zu bieten hat. Denn es entstehen immer neuere größere Probleme, den sich die Stiefschwestern stellen müssen. Dabei werden auch Fragen beantwortet, ob es in Ordnung ist, so eine Liebe zu leben oder welche Risiken sie beinhalten kann. Dabei fühlt sich der Zuschauer zu jeder Zeit realistisch aufgehoben, weil die Erzählstruktur einem das Gefühl gibt, eine realistische Situation aus dem Leben zu erleben. Das bedeutet, dass die Handlung gar nicht fern der Realität ist, und durch die lebensähnliche weiche Zeichnung dem Zuschauer das Gefühl näherbringt, was er selber in so einer Situation fühlen würde. Dabei bekommt man atmosphärisch wirklich richtig etwas geboten. Hier wird eine Wendung nach der anderen auf den Kopf gestellt, so dass nichts so ist, wie es scheint. Man fiebert richtig mit und wird wirklich auf eine Art süchtig. Denn man möchte immer wissen, wie es weiter geht und welche Handlung die Charaktere jeweils unternehmen.

© Citrus Saburo Uta – Manga Fansite

Dabei sind die letztgenannten auf so eine emotionale Art und Weise tiefgängig, dass man mit ihnen lachen, aber auch bitterlich weinen kann. Sie ziehen einen einfach in ihren Bann, so sehr, dass du ihre Emotionen in dich aufnimmst und dich so fühlst, als würdest du gerade die selbe Situation durchleben. So etwas schaffen nur wenige Serien. Natürlich sind die Effekte ein weiterer besonderer Teil der ganzen Geschichte. Sie sind nie zu drüber, aber auch nicht zu drunter. Ja, das bedeutet, dass jeder emotionale Moment, ob erotisch oder nicht, immer mit einer gewissen Distanz und einem gewissen Gefühl ausgestattet ist. Das zeigt sich besonders oft in den Kussszenen, die wirklich so mitreißend und wundervoll geschnitten sind. Hier wird mit der puren Erwartung gespielt, weil du nie weißt, wie weit die jeweils andere geht und was sie dabei fühlt. Das erweckt in dem Zuschauer das Gefühl der Unberechenbarkeit, welches das Herzklopfen und den Suchtfaktor noch verstärkt. Dabei vergeht die Zeit bis zum Ende aber leider so schnell, dass man nach den 12 Folgen unbedingt wissen möchte, wie und ob es noch weitergeht.

Das Ende ist einfach wundervoll, ohne zu viel vorweg nehmen zu wollen. Es ist stimmig und gibt einen Ausblick auf eine hoffentlich kommende zweite Staffel. Denn in der 12-teiligen ersten Staffel, die wir hier gerade besprechen, sind die Inhalte der ersten vier Mangas enthalten. Das bedeutet, dass es noch genug Luft nach oben gibt, weil die Handlung zwar irgendwie einen Abschluss findet, aber auch nicht endgültig. Dennoch ist der Schlusspunkt für die erste Staffel wunderbar gewählt worden. 

Fazit:

„Citrus“ ist der beste Yuri-Anime unserer Zeit. Es gibt einfach nichts Vergleichbares. Wer auf große Gefühle, gleichgeschlechtliche Liebe und eine tiefgängige Handlung steht, der kommt an „Citrus“ einfach nicht vorbei. Die Charaktere sind dem realen Leben nachempfunden sowie auch ihre Emotionen und ihr dementsprechendes Handeln. Jede Szene erzeugt Herzklopfen, weil sie immer unberechenbarer wird und so dem Zuschauer das Gefühl gibt, nie zu wissen, wo die Reise hingeht. Dazu gibt es zahlreiche Wendungen sowie zahlreiche Tränen bis zum alles entscheidenden Finale. Hier wurde eine großartige erste Staffel gezeichnet und zum Leben erweckt, die wirklich ihresgleichen sucht und die Spannung bis zur zweiten Staffel innehalten wird. Das Serienhighlight des Jahres.

© Citrus Saburo Uta – Manga Fansite

Nachwort:

Ich habe bisher alle sieben Mangas gelesen, weil ich sie mir sofort zugelegt habe, nachdem ich die Serie geschaut habe. In einer Nacht habe ich sie durchgelesen und konnte nicht aufhören. In Japan sind bisher 9 Bände herausgekommen sowie der 10. Band bis zur Hälfte. Das liegt daran, dass immer nur einzelne Kapitel veröffentlicht werden. Und da ich so besessen bin von dem Manga, habe ich mir die japanischen Bände ins Deutsche übersetzt, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weiter geht. Und glaubt mir, das war nicht nur eine schlaflose Nacht Arbeit. Man könnte sagen, ich wurde süchtig. Der Anime ist bisher nur in Japanisch erschienen. Und  so habe ich ihn auch geschaut, was ich auch jedem empfehlen würde, da die japanische Sprache viel emotionaler ist und besser zu dem gesamten Grundton passt. Da ich über die Handlung auf dem aktuellen Stand bin, kann ich nur jedem sagen, dass eine zweite Staffel die Emotionalität noch mal böse anziehen wird. Aber wenn keine kommt, ist das Ende des Animes auf jeden Fall ausreichend und appetitanregend genug, um sich die Mangas zuzulegen. Ich hoffe, ich konnte euch diesen Anime/Manga etwas näher entgegenbringen und euch anstecken mit der wohl schönsten und emotionalsten Liebesgeschichte unserer Zeit.

Über Johnny Darko 48 Artikel
Hallo ich bin Johnny, ich bin der Mann für den Horror, in all seinen Variationen und Genres. Von atmosphärisch bis unerträglich, von brutal bis blutig. Ja aber ich stehe auch auf andere Bereiche. Im Thriller und Action Genre fühle ich mich auch sehr wohl. Aber auch Liebesfilme können mich überzeugen, und zu tränen rühren. Ja das wäre dann schon alles. wenn ihr Lust und Zeit habt, lest euch doch mal was schönes durch.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*