Erster Trailer: Suspiria (2018)

Hals- und Beinbruch

© Amazon Studios

Vielleicht wäre das von Amazon Studios produzierte „Suspiria“-Remake schnell in Vergessenheit geraten, wenn es nicht unmittelbar zu wortwörtlichem Brechreiz geführt hätte.

Luca Guadagnino („Call Me by Your Name“) hat sich einem der berühmtesten und ikonischsten Dario-Argento-Klassiker angenommen, um mit einer dem Papier nach vielfältigen Frauenbesetzung (Dakota Johnson, Mia Goth, Chloë Grace Moretz, Tilda Swinton und Jessica Harper) eine Tanzakademie zu besuchen, in der es mindestens spukt.

Der erste Trailer evoziert Bilder irritierender Raserei:

Der amerikanische Kinostart ist am 02.11.2018. Ein deutscher Start steht bislang noch aus.

Meinung (Timo): Auf meiner imaginären Argento-Bestenliste steht „Suspiria“ hinter „Tenebrae“ und „Terror in der Oper“, und ich konnte mich partout nicht dafür begeistern, wie die rasende Remake-Maschine auch nicht vor diesem (unzweifelhaften) Traum an Film haltmachte. Der Regisseur Luca Guadagnino lässt jedoch aufhorchen, und ich weiß auch, wieso: Der Trailer vermittelt einen Einblick in Guadagninos Vorstellungswelt. Anstatt einer drögen Hauruck-Kopie huldigt Guadagnino dem Meister performativer Bildgestaltung liebevoll dahingehend, dass er einerseits die Farbe austrocknet und andererseits „Suspiria“ in einen daher naturalistischeren respektive provinzielleren Vorortgrusel transformiert. Unter all‘ dem Gewusel an uninspirierten Remakes der letzten Jahre können wir vielleicht endlich wieder einmal einer gesonderten, für sich stehenden Interpretation zusehen, die dem Original produktiv von Diensten ist.

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