Kritik: Jurassic World 2 – Das gefallene Königreich

Wenn auf der Insel kein Platz mehr ist, wandeln die Saurier auf dem Festland

Image via Universal Pictures

Der erste Teil von Jurassic World vor drei Jahren ist eingeschlagen wie eine Bombe. Gerechnet hatte damit wohl eher keiner, aber die Einspielergebnisse ließen es natürlich zu das ein zweiter Teil längst beschlossene Sache war. Orientierte sich der erste Teil von Jurassic World, noch an dem Erstling von Jurassic Park, so lag die Vermutung nach den ersten Trailern nahe das es sich bei dem zweiten Teil von Jurassic World, um einen Aufguss von Vergessene Welt handelt. Ob es nun so gekommen ist, und ob der zweite Teil den schon zwiespältigen aufgenommenen ersten Teil noch schlagen kann, erfahrt ihr in der folgenden Kritik.

Story:

Drei Jahre sind nach den verhängnisvollen Geschehnissen in Jurassic World ins Land gezogen. Nun stellt ein Vulkanausbruch auf der Dinoinsel den Aufsichtsrat vor eine entscheidende Frage: Soll man die Saurier ihrem Schicksal überlassen oder sie retten? Aber nicht nur Parteien mit einer guten Gesinnung stellen sich diese Frage. Und so kommt es wie es kommen muss, und die Saurier machen nicht nur auf der Insel Jagd auf die menschliche Spezies. Die Frage ist nur wer am Ende noch übrig bleibt, der Mensch oder der Saurier?

Kritik:

Die Story ist nach der langen Wartezeit wirklich nichts innovatives. Menschen bringen Saurier aufs Festland, um Geld mit ihnen zu machen. So kann man die Ausgangslage auf einen Satz herunter brechen. Hier sieht man auch schon wunderbar die Parallelen zu Vergessene Welt, weil die erste Hälfte des Films auf der Insel spielt und die zweite auf dem Festland. Auch wirkt das Ganze wie ein Flickenteppich der Marke „Ein bisschen hier von, ein bisschen davon“. Leider fehlt hier die Spannung an vielen Stellen, was leider auch nicht der Atmosphäre zu Gute kommt. Denn die ist zwar düsterer als der Vorgänger, aber leider auch nie so spannend, dass man wirklich überrascht ist. Zwar hat der Film eine gewisse Dynamik, die aber leider immer nur bruchstückhaft voranschreitet. Das bedeutet, dass es manchmal so wirkt wie ein Szenario aus verschiedenen Actionsequenzen, die durch maue Handlungspassagen zusammengehalten werden. Es geht leider sogar soweit das man mehr lacht als sich wirklich zu gruseln. Das ist zwar generell nicht schlimm, aber bei einem Film über Dinosaurier erwartet der Zuschauer vielleicht auch etwas mehr als eine Komödie.

Die Schauspieler machen genau das, was sie auch schon im Vorgänger gemacht haben: Sie bringen eine normale Standard- Performance, die sich zwar sehen lassen kann, aber auch keine wirkliche Offenbarung mehr ist. Chris Pratt spielt seine Rolle als wäre er noch immer der Starlord aus den Guardians und Bryce „Claire“ Howard spielt ihren irgendwie naiven Charakter so statisch wie ein Uhrwerk. Jeff Goldblum als Ian Malcolm dient eher dazu den Zuschauer ein heimisches Gefühl zu geben, auch wenn seine Screentime wirklich nichts hergibt. Der Rest des Cast ist leider austauschbar und eher für den Humor zuständig.

Bei den Effekten hat man sich aber wirklich bemüht. Zwar sind sie nicht besser als im Vorgänger, wirken aber größer und gewaltiger. Hier merkt man die Steigerung die möglich ist, obwohl es sich trotzdem noch eher um Stangenware handelt, aber um relativ gute, die wirklich etwas hergibt. Das Augenmerk liegt natürlich auf den Sauriern, die wirklich gut getrickst sind. Dennoch wird in diesem Teil wenig Augenmerk auf „Mensch wird von Saurier gefressen“ gelegt, sondern eher auf die Naturkatastrophe und dem damit verbundenen Überleben und Sterben der Dinosaurier. In der zweiten Hälfte gibt es dann tatsächlich doch wieder ein paar Tote und sogar ein paar Schreck-Effekte, die aber weniger zeigefreudiger als im Vorgänger sind.

Das Ende ist wirklich nicht gerade die größte Stärke des Films. Es geht zwar in eine etwas andere Richtung als erwartet, aber leider ist diese Richtung so dermaßen ungeschickt gewählt, dass man die Hände über dem Kopf zusammenschlägt. Die nicht nachvollziehbaren Entscheidungen der Protagonisten sind wirklich so absurd, dass man sich teilweise wirklich gezwungen sieht sie zu hassen. Hier wurde auf Biegen und Brechen ein Szenario für den kommenden dritten Teil angedeutet, welches aber auf normal denkendem Wege niemals eingetreten wäre. Das ist auch der Grund warum der ganze Film eher wirkt wie der Auftakt einer neuen Filmreihe und nicht wie der zweite Teil einer Erfolgsreihe.

Fazit:

Jurassic World: Das Gefallene Königreich ist ein Sommerblockbuster, nicht mehr und nicht weniger. Wer dies haben möchte, der bekommt es auch, aber für alle anderen ist der Film einfach nur ein zweiter Teil, der nicht weiß was er will. Hier werden so viele Elemente genommen und wie ein Flickenteppich zusammengenäht ohne den geringsten Plan zu haben wie das fertige Objekt aussehen soll. Die Story ist ein lauer Aufguss und die Atmosphäre erinnert stellenweise an eine Komödie. Die Schauspieler machen das, was sie auch schon im Vorgänger getan haben nur ist es hierbei noch weniger nachvollziehbarer als im Erstlingswerk. Die Effekte hingegen können sich sehen lassen und sind der einzige Grund dem Film überhaupt irgendetwas positives abzugewinnen. Das Ende ist letztlich einfach nur absurd, weil es sämtliche charakteristischen Merkmale der Helden über den Haufen wirft.

Alles in allem bleibt nur zu sagen, dass die Leute die Jurassic World mochten bedenkenlos ins Kino gehen können, genauso wie alle unter euch, die auf Sommerblockbuster stehen. Aber wer sich den Film anschauen möchte in Bezug auf die anderen Filme und eine hohe Erwartungshaltung mitbringt, der wird leider mehr als enttäuscht. Denn leider ist Jurassic World: Das Gefallene Königreich nichts weiter als ein lauer Aufguss von Vergessene Welt, ohne dessen Klasse.    

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