Kritik: Skyscraper

Universal Pictures International Germany

Er ist wieder da. Nur einige Monate ist es her als Dwayne „The Rock“ Johnson in einem Sommerblockbuster, mit einem riesigen Affen dafür sorgte das eine ganze Stadt in Schutt und Asche gelegt wurde. Und nun steht gleich das nächste Actionfeuerwerk in den Startlöchern. Diesmal geht es für unseren gut geölten Muskelmann  in luftige Höhen, wo er endlich mal wieder zeigen kann, dass er auch ernstere Rollen spielen kann. In letzter Zeit ist Dwayne ja immer mehr in das Komödien-Genre gerutscht, was aber jetzt endlich mal bei Seite gepackt wird. Denn hier gibt es nicht wirklich viel zu lachen. Aber was hat der Film nun wirklich zu bieten. Und warum kann er sich nur bedingt von seinem großen Vorbild lösen. Klären wir das doch in den nächsten Zeilen.

Story:

Will Sawyer hat nach einem tragischen Unfall bei einer Geiselnahme sein linkes Bein verloren. Seit diesem Tag hat er sich aus dem Gewerbe der Spezialeinheiten zurückgezogen und leitet seine eigene kleine Sicherheitsfirma. Mit seiner Beinprothese ist er außerdem in der Lage, auch ohne Hilfe seine Geschäfte zu Fuß zu erledigen. Als er nach Hong Kong eingeladen wird um einen neuen riesigen Wolkenkratzer auf seine Sicherheit zu überprüfen, passiert das was nicht passieren durfte. Terroristen legen einen Brand in dem Gebäude und fordern empfindliche Daten von dem Inhaber. Zu allem Übel ist auch noch  Sawyers Familie in dem Gebäude und er draußen vor der Tür. Alles was er jetzt noch im Sinn hat ist seine Familie zu retten. Aber wie kommt man in so ein großes Gebäude, dass zu allem Übel noch am brennen ist? So beginnt der Ärger erst richtig, denn die Terroristen mögen keine Gegenwehr.

Kritik:

Bei der Story merkt der Zuschauer sofort die Parallele zu dem Actionklassiker „Stirb Langsam“. Und auch im weiteren Verlauf des Films, verlässt sich die Story immer wieder auf seinen großen Bruder. Dabei wird aber leider nicht auf Feinheiten geachtet, was das zusehen eher wie eine schlechtere Kopie aussehen lässt. Trotzdem muss man aber sagen und zugeben, dass die Umsetzung und der Verlauf des ganzen Films dennoch gut gelungen ist. Wer die Erwartungsschraube ganz unten ansetzt, und sich an kleinen Logiklöchern nicht stört, der kommt durchaus auf seine Kosten.

Die Atmosphäre ist recht spannend und dynamisch umgesetzt. Es knallt an allen Ecken und Kanten, und „The Rock“ zeigt in jeder Actionszene aus welchem Holz er geschnitzt ist. Dadurch bekommt der Film die gewisse Prise Ernsthaftigkeit die er brauch, und die er auch bis zum Ende durchzieht. Zwar muss man sagen das einem das Gefühl für die Dramatik und die Spannung etwas abhandenkommt, da alles dann doch zu sehr auf Vorhersehbarkeit getrimmt ist. Doch muss man dazu fairerweise sagen, dass trotz des Ganzen das Konzept dennoch aufgeht. Denn es ist genug Spannung vorhanden um den Zuschauer bei der Stange zu halten, aber eben halt nicht so viel, dass wirklich ein Gefühl von Unvorhersehbarkeit aufkommen möchte. Alles in allem bleibt aber eine gesunde Mischung vorhanden, die der breiten Zuschauermaße sehr gut zugänglich gemacht wird.

Die Charaktere sind nicht wirklich mit viel Tiefgang gesegnet. Hier wurde jede Rolle sehr oberflächlich gehalten, um dem Zuschauer nicht zu überfordern. Die Emotionen ähneln eher einer Marmorplatte, auch wenn „The Rock“ der einzige ist der versucht so etwas wie Gefühle mit ins Spiel zu bringen. Gelingen tut ihm das leider nur bedingt, weil alle Charaktere um ihn herum farblos erscheinen. Man hat nicht wirklich das Gefühl, dass einem das Schicksal der Personen interessiert. Dafür sorgt leider auch die Gradlinigkeit des Films, die leider keine Überraschungen bietet. Daher weiß der Zuschauer immer was passieren wird, worunter auch die Figuren leiden. Aber wer nicht zu viel erwartet, bekommt auch genau das ausreichende Schauspiel was für so ein Art von Actionfilm benötigt wird.

Die Effekte sind eigentlich sehr schön, und bombastisch in Szene gesetzt. In einigen Momenten bekommt man sogar den Anflug von Höhenangst, wenn man zum Beispiel sieht wie „The Rock“ einen hohen Kran hinaufklettert. Und dennoch sind viele Effekte sehr unsauber ausgearbeitet. Da sieht man leider mehr als sehr genau, wo der Computer zu Einsatz gekommen ist. Das wirkt manchmal schon wirklich befremdlich, besonders dann wenn man sowas wie Feuerfontänen und einstürzende Stockwerke bestaunen möchte. Außerdem sind die Kämpfe gegen andere Personen sehr schnell und hektisch geschnitten, so dass man schnell den Überblick verlieren kann. Aber das wäre dann auch wirklich das schlimmste, was der Film effekttechnisch verbrochen hat. Ansonsten ist alles im grünen und noch ertragbaren Bereich geblieben.

Das Ende ist eines der größten Kritikpunkte in dem Film. Es ist so vorhersehbar und so gradlinig auf „Happy End“ getrimmt, das einem jegliche Spannung genommen wird. Das bezieht leider auch das eigentlich gut gemachte Finale mit ein, dass leider sehr viel an Atmosphäre und Spannung einbüßt. Dieser Umstand ist es auch, was dem Film ein zu rundes Bild gibt, ohne den Ausblick auf irgendeinen Aspekt der nach dem Sichten des Films hängen bleiben möchte. Das führt dazu das dieser Film nach dem Sichten sehr schnell wieder vergessen sein wird und auch kaum Wiederschauwert besitzt. Leider zeigt sich hier das ein Film auch gerne mal ein paar Ecken und Kanten haben darf, und sich ruhig mal etwas trauen sollte.

Fazit:

Nach dem ganzen Auseinandernehmen kann ich aber dennoch sagen, dass hier ein wirklich guter Actionfilm zustande gekommen ist. Er hat seine Schwächen und auch seine Einbrüche. Aber dennoch ist es eine gute Gesamtmischung geworden, die „The Rock“ endlich mal wieder als einen ernsten Charakter zeigt. Wer sich an diversen Gradlinigkeiten nicht stört, und bei Effekten, Charakteren sowie dem Ende ein Auge zudrücken kann, der bekommt einen richtig guten Film geboten. Zwar ist er ein „Stirb Langsam-Klon“, aber einer der besseren. Er zeigt eine vereinfachte und abgewandelte Variante des Stoffes, mit dem Effektgewitter der Neuzeit. Und ganz ehrlich: Wer möchte was anderes, oder hat etwas anderes erwartet. Sicherlich keiner.

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