GameReview – Wolfenstein 2: The New Colossus (Nintendo Switch)

Nachdem Panic Button bereits mit Doom bewiesen hat, dass man auch die großen Titel auf Nintendo Switch portieren kann, versuchte sich das Studio erneut an einen aktuellen Titel aus dem Hause Bethesda. Ob das Studio mit Maschine Games Meisterwerk Wolfenstein II: The New Colossus erneut ein Wunder auf der kleinen portablen Konsole von Nintendo wirken konnte, erfahrt ihr bei uns.

Natürlich werdet ihr auch in Wolfenstein II die Basen der Besetzer infiltrieren.

Der unsterbliche Blazkowicz

Nach den Ereignissen von Wolfenstein: The New Order (Zwischensequenzen zu Beginn fassen die Ereignisse des Vorgängers ausführlich zusammen) scheint das Ende von B.J. Blazkowicz nahe. Doch wie ein Wunder schafften es seine Kameraden von Rebellen ihn in ihre Geheimbasis zu schaffen und zu retten. Gerade noch rechtzeitig um ihn halbwegs fit für den Angriff von dem Regime unter dem Kommando von Irene Engel. Wie noch in einem Rausch schafft es Blazkowicz die Angreifer zu vertreiben, was jedoch mit hohen Kosten verbunden ist. Mit einem fast komplett nicht mehr funktionstüchtigen Körper, der nur noch durch einen technisch hochversierten Anzug gehalten wird, versucht der Protagonist von Wolfenstein II als letzte Aufgabe die Rebellengruppen zu vereinigen und zu den Funken des Wiederstands in den Amerikanern neu zu zünden.

Das Nutzen der Feuerwaffen fühlt sich in Wolfenstein II: The New Colossus sehr gut an. Alle Waffen haben einen ordentlichen Wumms und fühlen sich auch schwer an, besonders die Shotgun ist sehr gut gelungen. Dabei hilft auch das sehr gelungene Trefferfeedback. Gegner fallen je nach Einschuss nachvollziebar zusammen. Hier erkennt man aber auch, dass das Spiel ausschließlich an ein erwachsenes Publikum gerichtet ist. Der Gewaltgrad ist hoch und auch die Thematik ist für Kinder ungeeignet.

Flashbacks zeigen euch die Kindheit von B.J. Blackowicz

Eine gute Erziehung

Neben dem sehr guten Gameplay, schaffte es Machine Games mit Wolfenstein II, wie schon im Vorgänger, besonders für heutige Ego-Shooter Standards, mit einer starken Story und vielseitigen Charakteren zu punkten. Gerade General Engel ist eine sehr gut gespielte Antagonistin, die für ihren Stolz auch ohne zu Zögern ihre Tochter verstößt. Generell ist The New Colossus eine Geschichte über die Beziehung zwischen Eltern und Kind. So reist Blazkowicz selber zurück an die Farm, in der er aufgewachsen ist und ihr werdet immer wieder Rückblicke in seine Kindheit erleben, die seine schwierige Beziehung zu seinem Vater und seiner jüdischen Mutter beleuchtet. Zudem erfährt unser Protagonist auch, dass er selber Vater von zwei Zwillingen wird, auch wenn er sie wahrscheinlich nie aufwachsen, sehen wird.

Leider ist die deutsche Lokalisierung nur mittelmäßig geworden. Lippensynchronität ist manchmal leider vergebens zu suchen. Auch die Betonung, insbesondere von Blackowicz trifft nicht immer den richtigen Ton für die Situation, in die er sich befindet. Alles in allem machen die Sprecher jedoch einen guten Job. Am störensten ist es am Ende, dass einfach jeder im Spiel Deutsch redet und die Diskrepanz zwischen Deutschland und Amerika der Original-Version dadurch teils komplett verschwindet. Da es bei uns, aufgrund der Nazi-Thematik, zudem nur eine geschnittene Version von Wolfenstein II: The New Colossus erhältlich ist, ist es logischerweise auch nicht möglich, auf eine andere Sprache zu wechseln.

Im Spiel ist auch das Originale Wolfenstein versteckt. Jedoch ist es auf der Switch weniger zu empfehlen, da hier die Geschwindichkeit halbiert wurde.

Make the Switch

Genau wie die anderen Versionen ist auch die Nintendo Switch Variante ein vollwertiger Ego-Shooter. Allgemein findet ihr auf Nintendos Konsole genau dasselbe Spiel, wie auch auf Xbox One, PlayStaion 4 und PC. Inhaltlich wie spielerisch werdet ihr, neben optionaler Bewegungssteuerung, keine Unterschiede feststellen. Natürlich gibt es jedoch eine Reihe von technischen Unterschieden. So spielt ihr auf Nintendo Switch nur mit 30 fps anstelle von 60 auf den großen Versionen und bekommt stärkeren Motion Blur, damit das Spiel auch noch in schnellen Feuergefechten gut aussieht. Im Gegensatz zum Launch von Doom schafft es Wolfenstein jedoch, die 30 Frames, bis auf wenige ausnahmen, zu halten, was für Docked, wie auch im Handheld Modus zählt. Eine bisher unvergleichliche Errungenschaft auf der Plattform. Dafür musste jedoch die dynamische Auflösung in sehr hitzigen Gefechten etwas einstecken. So kann die maximale Pixeldarstellung von 720p auf bis zu 480p. Im Handheld Modus kann die Auflösung in seltenen Fällen sogar auf 360p, was auf dem kleinen Bildschirm jedoch weniger ins Gewicht fällt.

Fazit:
Wolfenstein II: The New Colossus ist weit davon entfernt die beste Version zu sein, schlecht ist sie jedoch auch nicht. Panic Button hat es geschafft, das komplette Spiel von Maschine Games auf Nintendo Switch zu bekommen, auch wenn die Version ab und zu etwas verschwommen ist, sieht das Spiel fantastisch aus. Auf dem Fernseher ist das Spiel noch immer gut zu spielen und als Handheld hat Panic Button mit Abstand den schönsten Ego-Shooter bisher abgeliefert.

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