Mostra Internazionale d’Arte Cinematografica 2018: Das Programm

Filme am Wasser

© Mostra Internazionale d’Arte Cinematografica

Die 75. Internationalen Filmfestspiele von Venedig werfen ihre Schatten voraus. Unter der künstlerischen Leitung des Jurypräsidenten Guillermo del Toro lädt das altehrwürdige A-Festival vom 29.08. bis zum 08.09.2018 zum erneuten Schaulaufen ein. 

Kurz notiert: Mit Blick auf das diesjährige Programm scheint Harrison Fords einst sprachloses und bewunderndes „Ah, Venedig!“ (aus: „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“) durchaus angemessen.

Die Filme im Überblick – Wettbewerb:

  • „First Man“ (Damien Chazelle) (Eröffnungsfilm)
  • „The Mountain“ (Rick Alverson)
  • „Doubles Vies“ (Olivier Assayas)
  • „The Sisters Brothers“ (Jacques Audiard)
  • „The Ballad of Buster Scruggs“ (Joel Coen, Ethan Coen)
  • „Vox Lux“ (Brady Corbet)
  • „Roma“ (Alfonso Cuarón)
  • „22 July“ (Paul Greengrass)
  • „Suspiria“ (Luca Guadagnino)
  • „Werk ohne Autor“ (Florian Henckel von Donnersmark)
  • „The Nightingale“ (Jennifer Kent)
  • „The Favourite“ (Giorgos Lanthimos)
  • „Peterloo“ (Mike Leigh)
  • „Capri-Revolution“ (Mario Martone)
  • „What You Gonna Do When the World’s on Fire?“ (Roberto Minervini)
  • „Sunset“ (Laszlo Nemes)
  • „Freres Ennemis“ (David Oelhoffen)
  • „Nuestro Tiempo“ (Carlos Reygadas)
  • „At Eternity’s Gate“ (Julian Schnabel)
  • „Acusada“ (Gonzalo Tobal)
  • „Killing“ (Shinya Tsukamoto)

Außerhalb des Wettbewerbs – Fiktion:

  • „Una Storia Senza Nome“ (Roberto Ando)
  • „Les Estivants“ (Valeria Bruni Tedeschi)
  • „A Star Is Born“ (Bradley Cooper)
  • „Mi Obra Maestra“ (Gaston Duprat)
  • „Un Peuple Et Son Roi“ (Pierre Schoeller)
  • „A Tramway In Jerusalem“ (Amos Gitai)
  • „La Quietud“ (Pablo Trapero)
  • „Shadow“ (Zhang Yimou)
  • „Dragged Across Concrete“ (S. Craig Zahler)

Außerhalb des Wettbewerbs – Dokumentation:

  • „A Letter to a Friend in Gaza“ (Amos Gitai)
  • „Aquarela“ (Victor Kossakovsky)
  • „El Pepe, Una Vida Suprema“ (Emir Kusturica)
  • „Process“ (Sergei Loznitsa)
  • „Carmine Street Guitars“ (Ron Mann)
  • „Isis, Tomorrow, The Lost Souls of Mosul“ (Francesca Mannocchi, Alessio Romenzi)
  • „American Dharma“ (Errol Morris)
  • „Introduzione All’Oscuro“ (Gaston Solnicki)
  • „1938 Diversi“ (Giorgio Treves)
  • „Your Face“ (Tsai Ming-Liang)
  • „Monrovia, Indiana“ (Frederick Wiseman)

Außerhalb des Wettbewerbs – Special Screening:

  • „L’Amica Geniale“ (Saverio Costanza)
  • „Il Diario Di Angela – Noi Due Cineasti“ (Yervant Gianikian)

Außerhalb des Wettbewerbs – Special Event (Dokumentation):

  • „The Other Side of the Wind“ (Orson Welles)
  • „They’ll Love Me When I’m Dead“ (Morgan Neville)

Orizzonti:

  • „Sulla Mia Pelle“ (Alessio Cremonini) (Eröffnungsfilm)
  • „Manta Ray“ Phuttiphong Aroonpheng)
  • „Soni“ (Ivan Ayr)
  • „The River“ (Emir Baigazin)
  • „La Noche De 12 Anos“ (Alvaro Brechner)
  • „Deslembro“ (Flavia Castro)
  • „The Announcement“ (Mahmut Fazil Coskun)
  • „Un Giorno All’Improvviso“ (Ciro D’Emilio)
  • „Charlie Says“ (Mary Harron)
  • „Amanda“ (Mikhael Hers)
  • „The Day I Lost My Shadow“ (Soudade Kaadan)
  • „L’Enkas“ (Sarah Marx)
  • „The Man Who Surprised Everyone“ (Natasha Merkulova, Aleksey Chupov)
  • „Memories of My Body“ (Garin Nugroho)
  • „As I Lay Dying“ (Mostafa Sayyari)
  • „La Profezia Dell’Armadillo“ (Emanuele Scaringi)
  • „Stripped“ (Yaron Shani)
  • „Jinpa“ (Pema Tseden)
  • „Tel Aviv on Fire“ (Sameh Zoabi)

(via moviepilot)

Meinung (Timo): Indy wüsste mit Sicherheit nicht, welche Schätze er bergen sollte, so sehr bezuckert Venedig eine Schatzkammer, ein Schlaraffenland, ein filmisches Mekka. Indy würde glatt in Venedig bleiben wollen. Parallel zu den großen Namen im Wettbewerb – Assayas, Joel und Ethan Coen, Guadagnino (Gore!), Leigh, Lanthimos, Nemes (schön, wieder von ihm zu hören), Schnabel – hat sich die Festivalleitung außerdem jene größeren Netflix-Titel gesichert, die in Cannes aussortiert wurden („Roma“, „22 July“). In dieser Hinsicht kann ich es kaum erwarten, die mühselige Restaurationsleistung des neuen Orson-Welles-Werks zu begutachten (ja, 2018 gibt es einen neuen Orson Welles zu sehen!). Die baldige Auswertung auf Netflix wird wenige Kinoausnahmen zulassen, nehme ich an. Daher bietet Venedig eine (seltene) Chance, Welles‘ Bilder in der ihnen gebührenden Präsentation zu bestaunen. Ich möchte vor allem aber auf die Sektion Dokumentation hinweisen, zu der Emir Kusturica, Errol Morris, Frederick Whiseman und Morgan Neville, ihres Zeichens scharfsinnige Lebensbeobachter, neues (Lebens-)Material beisteuern. Eine mithin spannende Sektion. Grundlegend begeistert mich die Filmauswahl sowieso mehr als jüngst im Rahmen des letzten Cannes-Festivals.      

Über Timo Kießling 32 Artikel
Der künstliche Graben zwischen vermeintlicher Hochkultur und vermeintlicher Trivialkultur existiert für mich nicht. Beides weiß, uns etwas über die Zeit zu sagen, in der wir leben. Deshalb interessiere ich mich für jegliche Sparten visuellen Geschichtenerzählens, besonders für die, in denen Bilder "Eruptionen, Zerwürfnisse und Chancen zwischenmenschlicher, lebensweltlicher Prozesse" metaphysisch einrahmen. Das Kino Michelangelo Antonionis, David Lynchs und Christian Petzolds inspiriert mich immer wieder. Ich schreibe über Filme, um mich an diese zu erinnern und um ein paar spannende Perspektiven auszugraben, die ich gern weiterverschenken möchte. Filmkritik ist Archäologie.

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