Erster Teaser: True Detective (Staffel 3)

Schuld und Sühne

© HBO

Ob Showrunner Nic Pizzolatto nach der hinter den Erwartungen zurückgebliebenen zweiten Staffel „True Detective“ seine Anthologie-Serie fortführen würde, stand lange auf der Kippe. Die Suche nach geeigneten Regisseuren war, dem Hollywood Reporter nach, „one of the show’s biggest holdups.“ Jeremy Saulnier verließ das Set – entgegen anderslautenden Plänen – bereits nach zwei Folgen. Für ihn sprang der erfahrene TV-Regisseur und HBO-Kenner Daniel Sackheim ein. Pizzolatto schrieb das Teleplay zur vierten Folge gemeinsam mit David Milch („Deadwood“). 

Die achtteilige Geschichte ist in den Ozarks angesiedelt und handelt über ein mysteriöses Verbrechen, dessen Aufklärung sich über drei verschiedene Zeitperioden erstrecken soll.  

Mahershala AliCarmen Ejogo, Stephen Dorff, Scoot McNairy, Mamie Gummer und Ray Fisher bilden, unter anderen, den Cast.

Ein genaues Startdatum ist noch nicht bekannt. Dem Teaser und der HBO-Homepage ist der Hinweis „January 2019“ zu entnehmen.

Meinung (Timo): Nic Pizzolatto bleibt sich treu, „True Detective“ bleibt sich treu. Wir hören einen bedeutungsschwangeren Monolog, sehen bedeutungsschwangere Dinge. Hände, die zärtlich miteinander spielen, vermauerte Gesichter, zu Gestein verwandelt und in der Leere der Weite stagnierende, gedämpfte Ermittlungen. Ich glaube, sowohl als Vorprogramm zu „Game of Thrones“ (gegen April?) als auch als Serienstart ins Serienjahr 2019 wird uns „True Detective“ mit einer wohltuend ironiefreien Ernsthaftigkeit konfrontieren. Ausgetüftelt waren die Kriminalfälle der ersten beiden Staffeln vielleicht nicht vollumfänglich (schließlich wurde der Killer in Staffel 1 allen Killerklischees gerecht), aber ich erwarte mir von Staffel 3 jenen Aspekt, den „True Detective“ für mich auszeichnet, gleichwohl in der urbanen zweiten Staffel etwas vernachlässigte: einen vulgären Schlüssellochblick auf das Land, dessen Zyklen und Widersinnigkeiten. Auf die Ozarks freue ich mich, sie sind dahingehend kaum treffender gewählt. „True Detective“ kehrt zum Anfang zurück.    

Über Timo Kießling 44 Artikel
Der künstliche Graben zwischen vermeintlicher Hochkultur und vermeintlicher Trivialkultur existiert für mich nicht. Beides weiß, uns etwas über die Zeit zu sagen, in der wir leben. Deshalb interessiere ich mich für jegliche Sparten visuellen Geschichtenerzählens, besonders für die, in denen Bilder "Eruptionen, Zerwürfnisse und Chancen zwischenmenschlicher, lebensweltlicher Prozesse" metaphysisch einrahmen. Das Kino Michelangelo Antonionis, David Lynchs und Christian Petzolds inspiriert mich immer wieder. Ich schreibe über Filme, um mich an diese zu erinnern und um ein paar spannende Perspektiven auszugraben, die ich gern weiterverschenken möchte. Filmkritik ist Archäologie.

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