Halloween-Special: Sharknado 1-6

Sturm der Haie

© The Asylum

The Asylum ist eine Produktionsfirma, die für kostengünstige Filme steht. Am liebsten sind ihnen Billigvarianten von aktuellen Blockbustern sowie Tierhorrorfilmen. Haie sind mit Abstand die größte Marktnische, die das Studio für sich entdeckt hat, was diverse absurde Mischungen von Haiformen zutage gefördert hat. Ohne Zweifel ist der Hai-Wirbelsturm „Sharknado“ der bekannteste Vertreter. Mittlerweile umfasst die Reihe sechs Filme und ist damit zu einem Ende gekommen, das Anlass dazu gibt, über diese sonderbaren Wirbelstürme zu sprechen. Herzlich Willkommen zum Halloween-Spezial!

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Umfassende Story:

Fin Shepard ist ein Barbesitzer, der zu einem ungewollten Helden wird. Zusammen mit Freunden und seiner Ex-Frau April hält er einen Wirbelsturm über Los Angeles auf, der Haie regnen lässt.

Zuerst wird dieser Vorfall als einmaliges Naturereignis abgetan. Doch es kommt zu immer mehr Zwischenfällen auf der ganzen Welt. Fin und seine Truppe können zwar viele Angriffe dieser Hai-Tornados abwehren, deren Entstehung oder Ursache ist aber immer ungewiss.  

Nach weiteren Hai-Tornado-Angriffen wird herausgefunden, dass es im Verlauf der Geschichte bereits viele Wirbelstürme mit Haien gegeben hat. Diese haben ihren Ursprung schon bei den Dinosauriern.

Da hilft nur eines: Eine Zeitreise an den Anfang, um den ersten Sharknado aufzuhalten. Doch das ist gar nicht so einfach. Da kann man nur hoffen, dass unsere Helden alle Gefahren überstehen, um am Ende die Sharknados endgültig vernichten zu können.

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Kritik:

In den ersten drei Filmen wird die Story, bis auf kleine Abweichungen, lediglich wiederholt. Die Ideen, die Stürme aufzuhalten, oder ihre Entwicklungen, ändern sich zwar, doch der Ablauf der Handlung ist gleich: Ein Hai-Tornado entsteht und wartet darauf, aufgehalten zu werden. Dabei sterben Menschen, die von den fliegenden Hai-Arten gefressen werden. Nebenbei verfolgen wir den Handlungsstrang der Familie Shepard, die sich als einzige Hai-Tornado-Bekämpfereinheit herausstellt. Kleine Aufbauelemente sorgen für einen losen Zusammenhang aller drei Filme, doch sind diese minimal, so dass man sich jeden Film auch einzeln ansehen kann.

Die Teile 4-6 hingegen spielen fünf Jahre später. Ihre Handlung ist enger beieinander sowie verwobener, als die drei Vorgänger. Ihr Ablauf dagegen bleibt derselbe, doch der Inhalt ist dabei etwas ausgefüllter. Außerdem sind viele Science-Fiction-Elemente hinzugekommen, welche den Handlungsverlauf spannender gestalten. Die Anlehnungen an „Star Wars“ oder „Zurück in die Zukunft“ sind klar erkennbar und nicht von der Hand zu weisen. Die Mischung macht es eben.,

Wenn man die Unterschiede herausfiltert, bleibt unter dem Strich eine solide umgesetzte, mal mehr mal weniger spannend zusammenhängende Story, die sich in ihrem Voranschreiten sehr verändert, aber dennoch nach Schema F umgesetzt ist und funktioniert.

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Kommen wir zum atmosphärischen Teil der Reihe. In jedem der sechs Filme steht der schwarze Humor im Vordergrund, ebenso wie die absurden Wandlungen der Hai-Tornados. Es gibt zum Beispiel im fünften Film sogar einen „Safarinado“, in dem nicht nur Haie herumwirbeln. Bis zu einer geheimen Schwesternschaft, die sich „Sharknado-Schwestern“ nennt, ist alles dabei, was der Trash-Fan benötigt. Auch wenn man sagen muss, dass selbst die eingefleischtesten Fans manchmal vor eine Herausforderung gestellt werden. Viele Ideen sind so abstrus, dass man es nur schwer ertragen kann, ohne direkt Fremdscham zu empfinden.

Dabei sind die ersten drei Filme eher harmlos anzusehen. In Teil 4-6 geht der Spaß dann erst richtig los. Wie schon erwähnt, resultiert dieser Umstand aus den Science-Fiction-Elementen, die dafür sorgen, dass die Trash-Schraube gewaltig angezogen wird.

Eigentlich kann man sagen, dass man im Gesamten eine gleichbleibende Atmosphäre hat, die von Film zu Film durch ihre Absurditäten abgefahrener wird. Trotz des wirbelndem Angriffs auf die Lachmuskeln bleibt der Verlauf immer konstant und leicht verständlich. 

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Schauspielerisch haben wir wenig Abwechslung. Das Niveau aller sechs Vertreter ist im grünen Bereich. Viele Gaststars haben Cameo-Auftritte, die zum Schmunzeln einladen. Mit dabei sind David HasselhoffDolph Lundgren oder auch der Rapper Ne-Yo, die ihren gewissen Flair in das Produkt einfließen lassen. Ansonsten haben wir neben Tara Reid und Ian Ziering nicht viele Protagonisten, die sich durch die komplette Handlung halten. Unterm Strich bleibt Stangenwarenschauspiel der austauschbaren Art.

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Zu den Effekten ist zu sagen, dass sie gutes Trash-Niveau besitzen. Durchweg mit CGI belastet, passen sie zu jeder Szene. Lustig, blutig, abgehoben sind Worte, die am besten beschreiben, was hier auf den Zuschauer wartet. Dabei ist die Kettensäge das beliebteste Mittel von Fin, die Haie in ihre Einzelteile zu zerlegen. Natürlich sind diese Effekte B-Niveau, aber sehen lächerlich-charmant aus. Alles in allem haben wir gute Schauwerte mit Splatter-Einschlag, die von Teil zu Teil kontinuierlich exzessiver ausgefallen sind. 

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Die Enden der Filme schielen allesamt auf den nächsten Teil. Ab dem vierten Film merkt man den Schlusspunkt präsenter als bei den ersten drei Teilen, doch überraschender wirkt es dadurch nicht. Wir haben hier eine Reihe, die aufeinander aufbaut und somit immer auf den jeweiligen kommenden Zelluloid-Quatsch verweist. Doch kann man sagen, dass auch jede dieser Trash-Perlen für sich alleine stehen kann und jedes Ende auch einen Abschluss darstellt.

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Fazit: 

„Sharknado“ ist The Asylums Thrash-Aushängeschild, was eher auf Komik mit leichtem Splatter aufbaut als auf unheimlichen Horror mit Atmosphäre. Hier bekommt der Zuschauer sechs auf sich beziehende Raketen, nach deren Zündung der Zuschauer nach Absurdistan katapultiert wird. Story ohne Tiefgang, Charaktere ohne Inhalt, Atmosphäre ohne Anspruch sowie Effekte ohne Handarbeit ergeben eine Mischung, die für den Sonntagnachmittag, verkatert um 13:00 Uhr, geeignet ist. Dabei machen die Filme nicht mehr aus sich, als sie sollen. Mehr als sich an den Kopf fassen vor Fremdscham oder sich auf grenzensprengende Ideen einzulassen, ist nicht möglich. Diejenigen, die verrückte Einfälle hingegen mögen und Peinlichkeiten mit Löffeln (fr)essen, für die ist „Sharknado“ genau richtig.   

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Über Johnny Darko 48 Artikel
Hallo ich bin Johnny, ich bin der Mann für den Horror, in all seinen Variationen und Genres. Von atmosphärisch bis unerträglich, von brutal bis blutig. Ja aber ich stehe auch auf andere Bereiche. Im Thriller und Action Genre fühle ich mich auch sehr wohl. Aber auch Liebesfilme können mich überzeugen, und zu tränen rühren. Ja das wäre dann schon alles. wenn ihr Lust und Zeit habt, lest euch doch mal was schönes durch.

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