Kritik: Zombiber

Vergesst Justin Biber

© Splendid Film/WVG

Auf der Welt gibt es viele Tiere. Flauschige, nackte und sogar halbrasierte. Doch der Biber ist ein Nagetier, welches eine Besonderheit hat: einen zombiefizierten Trash-Ableger im Tierhorror-Genre. Deshalb geht es heute um einen abgedrehten Biber-Trip, der mehr zu bieten hat als puren Horror.

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Story:

Wenn feierwütige Teenager in eine abgelegene Waldhütte fahren, um ein Party-Wochenende  zu starten, dann ist das erste schlechte Omen für ihr Überleben beschlossene Sache. Als die lieben betrunkenen Leutchen am nächsten Tag eine Runde planschen gehen wollen, staunen sie nicht schlecht, als sie im Wasser von etwas angegriffen werden. Wie es aussieht, ist es ein untoter Biber – mit einem Hang zum Menschenfleisch. Das Problem ist nur, dass ein Biss die Opfer mutieren lässt. Da bleibt nur Überleben als Gegenmittel.

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Kritik:

Kritisieren könnte der Blockbuster-Liebhaber an der Story eine ganze Menge. Doch warum sollte einfach jeder diese Story lieben? Ganz simpel: Sie ist so abgefahren und gut umgesetzt, dass es schon einer kleinen Sensation gleicht. So viele absurde Ideen können nur abgefeuert werden, wenn man eines der folgenden beiden genannten Exemplare von Mensch ist: Entweder man ist ein amtlich beglaubigtes Genie oder total wahnsinnig. Irgendwie ist es aber auch völlig egal, weil hier alles stimmt: die Lauflänge, der Aufbau und der Witz an der ganzen Sache. 

Atmosphärisch ist dies alles lediglich eine komische Achterbahnfahrt ins Nirwana der Gehirnzellen. Brutal, splatterig, trashig und vorhersehbar unzurechnungsfähig. Gut ausbalanciert, wird der Grad zwischen Humor und brutalen Momenten wunderbar gehalten. Düstere Passagen und abgefahrene Mutationen sorgen für eine gesunde Mischung aus Horror und kranken Ideen. Schon wieder ein Punkt, den der Film beherrscht. 

Die Mimen dieser ganzen Biber-Show sind zwar austauschbare Mutationsware, machen ihre Sache aber dennoch gut. Natürlich sind sie Füllmaterial für sämtliche Splatter-Effekte. Doch diese würde es ohne dieses Kanonenfutter auch nicht geben, was auch der Grund ist, warum der Fokus nicht so sehr auf den Figuren wiegt. Unterm Strich ist alles im überflüssig-grünen Bereich.

Stoffpuppen und handgemachter Splatter sind die Standsäulen, auf denen die Effekte aufgebaut sind. Dabei sieht das alles recht lächerlich, aber herzlich aus. Es sind keine Hollywood-Qualitäten zu erkennen, was aber auch nicht benötigt wird. Blut fließt reichlich und abgetrennte Gliedmaßen gehören zur Tagesordnung. Da bleibt kein Auge trocken, zumindest nicht vor Lachanfällen. 

Das Ende baut auf einen hoffentlich kommenden zweiten Film auf und passt zu dem Gesamtkonzept des Films. Auch hier gilt: Absurditäten zu jeder Zeit!

Eine gesunde, vollständige Abrundung des Gesamtbilds.

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Fazit:

„Zombiber“ ist eine Trash-Perle, die für jeden Liebling etwas zu bieten hat. Blutige Effekte, kranke Ideen, eine düster-lustige Atmosphäre und schauspielerisches Schlachtvieh. Die Zuschauer kommen auf ihre Kosten, sogar die, die gar nichts mit diesem Genre anfangen können. In diesem Film hat jede Idee eine Spaßgarantie und die Gags sind Knaller mit Zündladung. Egal, wie viele Kritiker dieses Werk zersägen, Fakt ist: Hier gibt es einen der besten Trash-Filme der letzten Jahre.    

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