GameReview – Mega Man X Legacy Collection 2

Im Gegensatz zu der Mega Man Legacy Collection 1 und 2 veröffentlichte Capcom beide Sammlungen der Mega Man X Legacy Collection simultan. Wir haben uns, nach dem wir uns bereits die erste Sammlung auf Herz und Nieren getestet haben (unser Test), nun auch die zweite Legacy Collection, die Mega Man X5 bis Mega Man X8 beinhaltet, angesehen und verraten euch, ob die Retro-Strategie auch dieses Mal aufgeht. 

Ein Schritt in die richtige Richtung?

Mega Man X5 ist das Highlight der Sammlung

Viele beliebte Spiele aus der Zeit der 16-Bit Ära hatten Schwierigkeiten in die Welt der 3D-Ära herüberzutreten. So gab es Beispielsweise weniger gelungene Castlevania Versuche für Nintendo 64 und der PlayStation 2. Auch das Mega Man X Franchise hat mit dem Wechsel auf PlayStation ein paar Experimente versucht, die, besonders beim Sprung auf die PlayStation 2, nicht immer ein gelungenes Ergebniss nach sich zogen.

Viele Wege führen zum Weltuntergang

Spielt im originalen Pixellook oder mit Kantenglätung. Ihr habt wieder die Wahl zwischen vielen Einstellungen.

Wie die meisten Ableger X-Reihe hat auch Mega Man X5 ein paar innovative Ideen. So beinhaltet X5 mehrere Enden und Möglichkeiten sich durchspielen zu lassen. Mega Man X5 handelt, wie auch sonst, von der Rückkehr von Sigma, der diesmal nicht nur für eine Epidemie durch das Simga Virus verantwortlich ist, sondern sogar die Weltraumkolonie Eurasia auf Kollisionskurs mit der Erde schickt, um alle ihre Bewohner auszurotten. Dies könnt ihr als X bzw. Zero auf zwei Wegen verhindern. Durch das Besiegen von Leveln und der jeweiligen Bosse könnt ihr Ersatzteile für eine Kanone sammeln um die Kolonie abzuschießen oder für ein Raumschiff, um dieses auf Kollision mit Eurasia zu schicken. Beide Varianten sorgen nicht zu 100% sicherem Erfolg, womit auch die dritte Variante, die Kolonie kracht auf die Erde, möglich ist, obwohl ihr zuvor alles geschafft habt. Wahlweise könnt ihr die Kanone bzw. das Raumschiff auch unfertig einsetzen, wobei die Gewinnchancen dadurch sinken.

Spielerisch ist bei Mega Man X5 sonst größtenteils alles beim Alten. Ihr könnt vor jedem Level wählen, ob ihr es mit X oder Zero betretet. Grafisch orientiert sich das Spiel mehr an die SNES Vorlagen und verzichtet auf die vorgeränderten Hintergründe von Teil 4, was Mega Man X5 zu einem sehr guten Spiel mit kleineren Schwächen macht.

Der Untergang einer Legende

Mega Man X6 ist der vielleicht schlechteste Teil der kompletten Reihe.

All das Gute, was wir über Mega Man X5 und den Vorgängern von der ersten Sammlung sagen konnten, lässt sich bedauerlicherweise nicht über den Nachfolger Mega Man X6 sagen. Auf dem ersten Blick sieht der Titel zwar aus wie ein weiterer Teil dieser grandiosen Reihe, wer jedoch einen zweiten Blick wagt, merkt, dass dieses Spiel fast alles was es versucht falsch macht. Anstelle weiter auf fordernde Level zu setzen erzeugt man den Schwierigkeitsgrad im sechsten Teil über unfaire Herausforderungen und unübersichtliche Kämpfe. Über die Geschichte von Mega Man X6 ist an dieser Stelle leider nicht viel sagen, da wir sie schlichtweg nicht verstanden haben, was Unteranderem an einer katastrophalen englischen Übersetzung liegt.

Ein Sprung daneben

Der Wechsel in 3D war nicht die beste Idee.

Auch der Sprung auf die PlayStation 2 mit Mega Man X7 war nicht gerade ein Treffer. Mega Man X7 sollte ein Umbruch für das Franchise werden. Im Mittelpunkt dieses Umbruches steht ein dritter Hauptcharakter mit Axel, der in Teil 7 eingeführt wurde. Zudem gab es nun neben den typischen 2D Passagen auch 3D Abschnitte, die etwas ungenau zu Steuern sind. Generell ist Mega Man X7 deutlich langsamer in der Spielgeschwindichkeit als die Vorgänger. Auch die Kamera fängt leider das Geschehen meist nicht richtig ein, was zusammen mit dem stellenweise ungelungenen Leveldesign für unnötige Tode sorgt. Durch den Wechsel von der Sprite- zu einer Polygonoptik sind die Plattforming Passagen auch nicht mehr Pixelgenau.

Späte Rückbesinnung 

Mega Man X8 macht vieles besser als Teil 7

Zwar bleibt mit Mega Man X8 Axel und die Polygon Grafik erhalten, spielerisch besinnte sich Capcom jedoch auf die alten Zeiten zurück. Reines 2D Action-Gameplay mit fordernden Sprungpassagen, die jedoch deutlich einfacher als noch in den vorherigen Teilen daher kommen. Auch die Story um ein Expressfahrstuhl zum Mond hat einige Mega Man untypische Wendungen, die zwar ihr Potenzial nicht komplett entfalten, dürfen aber trotzdem für etwas Abwechslung sorgen. Leider kam all das zu spät, da Mega Man X8 der bis heute letzte Teil der Reihe ist und ein schlechteren Ruf hat, als das Spiel eigentlich hergibt. 

Déjà-vu

Beide Sammlungen haben die selben Extras

Und was hat die Mega Man X Legacy Collection 2 sonst noch zu bieten? Wie andere Sammlungen von Capcom finden sich auch auf dieser Collection einige Extras. Habt ihr jedoch die erste Mega Man X Legacy Collection bereits, werdet ihr wohl ein Déjà-vu erleben, denn die Zusatzinhalte gleichen sich fast komplett. Nur einige Bosse im Boss-Rush Modus X-Challenge wurden ausgetauscht. Abgesehen davon findet ihr weiterhin Bilder von Spielzeug, Sammelkarten, Artworks sowie Biografien von vielen Charakteren des Mega Man X-Universums. Auch der Film Tag des Sigma ist in der Mega Man X Legacy Collection 2 enthalten.

Fazit:
Die Mega Man X Legacy Collection 2 ist ein zweischneidiges Schwert. Zwar findet ihr hier zwei gute Spiele, jedoch auch zwei absolute Gurken. Wenn ihr euch nur eine der beiden Sammlungen holen wohlt, empfehlen wir bei der Ersten zu bleiben. Nur wenn ihr unbedingt die komplette Reihe spielen wollt können wir euch die zweite Sammlung empfehlen. Das man die exakt selben Extras, wie in der anderen Sammlung gewählt hat, macht die Sammlung auch nicht unbedingt attraktiver.

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