Kritik: Johnny English – Man lebt nur dreimal

Der Tölpel der Technologie

© Universal Pictures Germany

Rowan Atkinson, das Multitalent des britischen Comedys. Berühmt geworden durch seine Performance als Mr. Bean, der heute als Kultfigur des Films sowie Fernsehens gilt. Denn dieser Charakter hat sich nicht nur im Spielfilm einen Namen gemacht, sondern auch in der gleichnamigen Sketch-Serie. Selbst nach diesem Wahnsinnserfolg denkt Atkinson gar nicht daran, aufzuhören. Mit „Rat Race“ an der Seite von Größen wie John Cleese und dem Weihnachts-Feelgood-Movie „Tatsächlich Liebe“ machte Aktikinson weiter die Leinwände unsicher. Sein leidenschaftliches Engagement für den Beruf des Schauspielers ist dabei immer sehr deutlich spürbar.

So auch in der „James-Bond“-Satire „Johnny English“, die es inzwischen auf 3 Teile gebracht hat. Und auch bei Teil 3 stellt Atkinson erneut seine komödiantische Ader unter Beweis. Ein Johnny English ohne Atkinson? Völlig undenkbar. Zwar hat es lange gedauert, bis der Tollpatsch seiner Majestät auf die Leinwände zurückkehrt ist, dennoch ist Atkinson wieder mit Leib und Seele dabei. Dass diese Reihe überhaupt einen Abschluss findet, ist allein sein Verdienst. Wie sehr er an dieser Reihe hängt, stellt er hier unter Beweis. Auch schafft er es Größen wie Emma Thompson einzubinden, die sich hier von ihrer bisher witzigsten Seite zeigt und teils wirkt wie ein Comic relief, ebenso wie die bissige Thematik, die sich größtenteils um den Fortschritt der Technik dreht und deren Risiken.

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Nichts Neues also – außer in dieser Art und Weise jene Darstellung, als Johnny English das erste Mal mit der VR-Technologie in Berührung kommt und dabei allerhand Schaden anrichtet. Oder statt dem umweltfreundlichen Elektroauto lieber einen Aston Martin nimmt. Der Gegensatz zwischen digital und analog spielt im ganzen Film eine tragende Rolle. Johnny English ist an die „alte Schule“ gewöhnt und will seinen Wissensschatz nicht erweitern. Er bleibt konsequent beim Altbewährten.

Dennoch hat der Film ein riesiges Problem: die Austauschbarkeit des Antagonisten. Es ist von Anfang an klar, wer für das Chaos verantwortlich ist, was dem Ganzen ein bisschen den Wind aus den Segeln nimmt. Selbst die Tatsache, dass man trotz allem sehen kann, wie er auf irrwitzige Art seinen Gegenspieler dingfest zu machen versucht, ändert nichts daran, dass man mit einem charismatischen Antagonisten deutlich mehr aus dem Film hätte herausholen können. So wird uns ein größenwahnsinniger Mark-Zuckerberg-Verschnitt präsentiert, der nur eins will: die Weltherrschaft.

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