Kritik: The Nun

Alles hat einen Anfang

© Warner Bros.

Das „Conjuring“-Universum ist eine der besten Geister-Horror-Reihen der neuen Generation. Da war es nur noch eine Frage der Zeit, bis auch nach „Annabelle“ das zweite Spin-off seinen Weg in die Kinos findet. Mit „The Nun“ bewegt man sich auf den Pfaden des Geistes aus dem zweiten „Conjuring“-Vertreter und versucht, einer weiteren Horror-Erscheinung dieser Reihe einen Hintergrund zu geben. Ob das gelungen ist, klären wir natürlich umgehend – in der folgenden Kritik:

© Warner Bros. 

Story:

Priester Burke wird von der Kirche nach Rumänien geschickt, um den Tod einer Nonne zu untersuchen. Begleitet wird er dabei von der Novizin Irene und dem Dorfbewohner Maurice. Als sie an dem verwunschen Kloster ankommen, sind sie gezwungen, die Nacht dort zu verbringen, was unheimliche Konsequenzen nach sich zieht. Denn an diesem Ort wartet etwas auf die Besucher, das alles andere als heilig ist…

© Warner Bros. 

Kritik:

Die Handlung gibt einiges her, kann dieses aber leider nicht gelungen umsetzen. Oft wirkt der Film langweilig, gestreckt oder erzwungen. Dabei ist die 96-minütige Lauflänge aber nicht der Angelpunkt, der den Film so erscheinen lässt. Es sind mehr die Spannungsbögen, die falsch angepackt wurden und daher vorhersehbar wirken. Somit bleibt eine normale Story mit wenig Entwicklung oder Tiefgang.

Die dunklen Gänge sowie das düstere Setting Rumäniens bilden eine hervorragend unheimliche Stimmung. Nur leider, wie schon erwähnt, krankt diese öfter an der Spannung, weil diese lediglich bedingt vorhanden ist. Das Potential ist deutlich zu erkennen, ebenso wie der Schritt, auf Nummer sicher zu gehen. Es sind einige Passagen, die den Film aufwerten, nur wirken diese zu sehr gewollt, was ihre Zündung erheblich einschränkt. Das Schema ist dabei immer dasselbe: Die Musik wird laut, und verstummt. Danach zählt man bis 5 – und prompt kommt der Schreckmoment. Dazu kann man sagen, dass für Horror-Neulinge, die das Prinzip nicht kennen, dennoch das ein oder andere Aufschrecken vorhanden ist.

Die Schauspieler sind nicht die bekanntesten, dienen daher auch nur als Mittel zum Zweck. Vera Farmigas 21 Jahre jüngere Schwester Taissa hat hier ihre erste große Rolle, was eine kleine Brücke schlägt. Sie spielt ihre Rolle solide, agiert dabei auch gut mit ihren Kollegen und schafft es, dass man ihr die Figur abnimmt. Somit bleibt eine annehmbare Gesamtbesetzung ohne Wiedererkennungswert. 

Die Effekte sind gewohnte Kost, die Horrorfans zufriedenstellt. Sie wirken für einen solchen Film angemessen und zeigen ihre Qualitäten mit eindeutigen Bildern. Hier ist die Kamera nicht zurückhaltend, was den Schauwert doch enorm steigert. Doch trotzdem wirkt das alles so, als hätte man es irgendwo schon irgendwann einmal gesehen. Top ist etwas anderes, Flop aber auch.

Das Ende schlägt nur eine lose Brücke zu „The Conjuring 2“. Das ist schade, weil man genau hier gern eine Verbindung gehabt hätte. Aber der Ausblick auf einen zweiten Teil ist natürlich gegeben, auch wenn der Film es nicht nötig gehabt hätte.

© Warner Bros. 

Fazit:

„The Nun“ ist ein annehmbarer Vertreter des „Conjuring-Universums“ geworden, der leider viele Möglichkeiten auslässt, um aus der Masse herauszustechen. Die wunderbaren Ansätze werden nicht richtig verwandelt, so dass ein Horrorfilm zurückbleibt, den man gesehen haben kann, aber nicht muss. Dabei sticht die unheimlich dunkle Atmosphäre des rumänischen Klosters besonders hervor. Doch sie kann den langweiligen Storyverlauf nur bedingt aufhalten, was den Film leider etwas das Genick bricht. Dennoch wartet ein annehmbarer Horrorfilm für die gegemwärtige Generation, der sicherlich seine Anhänger finden wird.

Über Johnny Darko 47 Artikel
Hallo ich bin Johnny, ich bin der Mann für den Horror, in all seinen Variationen und Genres. Von atmosphärisch bis unerträglich, von brutal bis blutig. Ja aber ich stehe auch auf andere Bereiche. Im Thriller und Action Genre fühle ich mich auch sehr wohl. Aber auch Liebesfilme können mich überzeugen, und zu tränen rühren. Ja das wäre dann schon alles. wenn ihr Lust und Zeit habt, lest euch doch mal was schönes durch.

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