Kritik: Solis

Selbst unendliche Weiten können einsam sein

© Capelight Pictures

Es gibt Filme die nur einen begrenzten Set haben, um sich zu entfalten. Werke wie „Nicht auflegen“ oder „Buried – Lebend begraben“, spielen mit der Klaustrophobie, und entfalten so ihre Wirkung beim Zuschauer. Deswegen besprechen wir heute einen Streifen vom diesjährigen Fantasy Filmfest, der genau diese Enge zu seinem Gunsten ausnutzt, und dabei zu einem Geheimtipp wird, der in jeden DVD-Player gehört.

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Story:

Troy Holloway erwacht in einer beschädigten Raumkapsel, mit einem toten Kollegen auf dem Nachbarsitz. Völlig orientierungslos muss er nun dafür sorgen, dass er irgendwie gefunden wird. Doch in den Weiten des Weltalls ist dieses Unterfangen eine Aufgabe der Unmöglichkeit. Die einzige Kommunikation die er besitzt, ist die Stimme von Commander Roberts, die ihm versuchen möchte zu helfen. Doch langsam wird der Riss in der Frontscheibe größer, sowie der Sauerstoff immer knapper.

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Kritik:

Die Handlung ist zwar oberflächlich, aber großartig umgesetzt. Die Raumkapsel wirkt dunkel, bedrohlich, aber auch mal in Dimmerlicht getaucht. Zu jeden Zeitpunkt spürt man die Ausweglosigkeit des Hauptprotagonisten, ohne das es jemals langweilig wird. Hier wurde mit geringem Aufwand, viel herausgeholt.

Das gleiche bezieht sich auch auf die Grundstimmung. Drückend, beklemmend, düster sowie bedrückend präsentiert sich der Film konstant aufbauend. Er hält zu jeder Zeit sein Niveau, steigert dieses kontinuierlich, und verwandelt es in ein rundes Gesamtprodukt. Einfach eine rundum gute Regiearbeit.

Steven Ogg spielt den ängstlichen, aber auch standhaften Troy Holloway. Dabei schafft er es zu jeder Sekunde, den Film alleine zu tragen. Angeschlagen, traurig oder auch verzweifelt, nimmt man ihm jede Handlung ab, und fühlt mit der Figur mit. Alice Lowe ist dabei die Stimme von Commander Roberts. Sie macht ihre Sache dabei ebenso exzellent wie überzeugend, obwohl man sie im gesamten Streifen nicht einmal zu Gesicht bekommt. Trotzdem fühlt es sich so an, als wäre sie zu jeder Zeit, in dem selben Raum wie der Protagonist. Wundervolle schauspielerische Leistung.

Effekttechnisch ist das Werk eher eine Hommage an „2001: A Space Odyssey“. Dabei sieht alles wie in einem 60er Jahre Scince-Fiktion-Streifen aus, der mit viel Liebe zum Detail verfilmt wurde. Heutzutage bezeichnet der geübte Zuschauer so etwas als B-Niveau, aber mit einem gewissen Charme. Alles wirkt mit viel Liebe, Hingabe sowie Zeit an das Produkt umgesetzt, was zu jeder Minute zu spüren ist.

Das Ende ist einfach wie geschaffen für den Streifen, obwohl es abzusehen ist. Dennoch passt es wunderbar zu dem Gesamtwerk, und vollendet dabei alles was er aufgebaut hat. Dabei fließt dem mitfühlenden Zuschauer, sicherlich auch mal eine kleine Träne über die Wange.

© Capelight Pictures

Fazit:

„Solis“ ist eine kleine filmische Perle, die man heutzutage nicht häufig findet. Er verbindet alle Elemente so konsequent, als wäre er eine Gussform, mit einem perfekt abgestimmten Gericht. Hier ist alles authentisch, stimmig und zu keiner Zeit langweilig. Jeder der auf außergewöhnliche Werke steht, wird um diesen Film nicht herum kommen. Ein Highlight des Jahres 2018 wurde geboren.

Über Johnny Darko 52 Artikel
Hallo ich bin Johnny, ich bin der Mann für den Horror, in all seinen Variationen und Genres. Von atmosphärisch bis unerträglich, von brutal bis blutig. Ja aber ich stehe auch auf andere Bereiche. Im Thriller und Action Genre fühle ich mich auch sehr wohl. Aber auch Liebesfilme können mich überzeugen, und zu tränen rühren. Ja das wäre dann schon alles. wenn ihr Lust und Zeit habt, lest euch doch mal was schönes durch.

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