Kritik: American Guinea Pig 4: Sacrifice

Blut wird mit Schmerz bezahlt

©Unearthed Films

Stephen Biro hat mit seiner amerikanischen Form der Meerschweinchen-Filme bewiesen, das er der Mann für die bösesten Bilder ist, die sich der Zuschauer heutzutage zu Gemüte führen kann. Bei dem vierten Versuch die Mageninhalte der Zuschauer zutage zu fördern, geht er aber eher ungewöhnliche Wege. Denn im neusten Ableger zeigt der italienische Filmemacher Poison Rouge, wie der menschliche Körper von Innen aussieht, und sein Kammerspiel ist dabei eine italienische Produktion von 2017, die für die amerikanische Guinea-Pig-Variante eingekauft wurde.

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Story:

Daniel ist eigentlich ein gewöhnlicher Junger Mann, der mitten im Leben steht. Doch als sein Vater stirbt, kehrt er in sein Elternhaus zurück, um sich dort selbst zu opfern. Diese Opferung besteht aus einer brutalen Selbstverstümmelung, um die Göttin Ishtar heraufzubeschwören, die ihn von seinem Leiden erlösen soll.

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Kritik:

Storytechnisch haben wir eine hauchdünne Ausrede, um das ganze Grausame drum herum zu entschuldigen. Hier ist so gut wie nichts vorhanden, was den ganzen Streifen eher wie eine sinnlose Gewaltaneinanderreihung von brutalen Szenen erscheinen lässt. Der Verlauf ist dabei ebenfalls nicht vorhanden, so das wir unterm Strich nur einen Mann sehen, der sich selber hinschlachtet. Der Inhalt der vorhanden ist kann daran nichts ändern, weil er zu wenig behandelt wird, was dem Zuschauer den Zugang unnötig erschwert.

Die Bilder in diesem Werk sind ziemlich düster, brutal sowie ekelhaft. Jederzeit spürt man die Beklemmung in dem kleinen Badezimmer, wo Daniel seine eigene Schlachtung abhält. Doch viel mehr bekommt der Zuschauer dabei atmosphärisch auch nicht zu sehen, denn der Film wirkt nur durch seine Gewalt, und seine Hauptdarsteller, der den ganzen Raum erst lebendig macht. Zu jeder Zeit fühlt sich der Zuseher unwohl, so das er am liebsten den Fernseher ausschalten würde. Doch spannend inszeniert ist das Ganze leider nicht, da der Film nur so vor sich hinplätschert, aber dennoch  ist er mit seiner Lauflänge von 63 Minuten sehr entgegenkommend, weil keine Langeweile aufkommt.

Schauspielerisch haben wir mit Roberto Scorza einen guten, überzeugenden Mann an der Hand, der den ganzen Streifen gut auf seinen Schultern tragen kann. Er wirkt zu jeder Zeit psychotisch, authentisch oder entschlossen, und schafft es auch dem Zuschauer eindringlich das zu verdeutlichen.

Das effekttechnische Gewitter ist wieder kräftig am rollen. Sehr brutale Szenen zeigen dem Zuschauer sofort, was er für den Verlauf einer Stunde zu erwarten hat. Ein Schraubenzieher in der Harnröhre, oder auch mal eine Bohrmaschine im Schädel, hier ist alles vorhanden was das Frühstück zum rotieren bringt. Dabei wird mit einem gewissen Realismus gearbeitet, der jede Szene zu einer Tortur für den Sichtenden macht. Denn es ist schwer seine Augen bei den Schlachtszenen auf den Bildschirm zu fokussieren, weil man Phantomschmerz empfindet, und sich einfach nur ekelt. Hier holt der Film wie auch schon seine drei Vorgänger alles aus sich raus was er am besten kann: Schocken?

Zum Schluss bleiben keine Überraschungen, sondern einfach nur Fragen nach dem Sinn des Ganzen. Dabei hilft zwar eine Texteinblendung, die aber nicht wirklich viel mehr Inhalt bietet, als der Rest des Films. Zwar wissen wir nachher was mit dem Selbstschlachten bezweckt werden sollte, aber nicht warum der Charakter es für das Richtige gehalten.

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Fazit:

American Guinea-Pig 4: Sacrifice ist leider ein Rückschritt, der nicht viele Wiedererkennungsmerkmale besitzt. Atmosphärisch und effekttechnisch bleibt alles zwar im grünen Bereich, nur der ganze Rest ist überflüssiges Beiwerk. Wo man im dritten Ableger noch versucht hat eine Story mit harten Szenen zu kombinieren, verlässt sich dieses Werk nur auf seine Schauwerte, die zwar ekelhaft, brutal und widerlich erscheinen, aber keinen Inhalt versprühen. Charakteristisch haben wir ein Kammerspiel, mit nur einem Hauptprotagonisten, der zwar den Film auf seinen Schultern tragen kann, aber auch nur lebt durch seine Verstümmelung. Beim fünften Streifen sollte man sich erstens wieder auf eine Handlung besinnen, sowie Stephen Biro wieder das Ruder überlassen. Denn sonst läuft sich auch diese Reihe in seiner Belanglosigkeit, immer mehr tot.

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Anmerkung:

Uneathed Films vertreibt den Film, wie auch schon die anderen Teile, wieder über ihre eigene Internetseite. Außerdem ist ein Mediabook mit drei Covervarianten angekündigt, das denn auch mit einer deutschen Tonspur aufwartet.

Über Johnny Darko 52 Artikel
Hallo ich bin Johnny, ich bin der Mann für den Horror, in all seinen Variationen und Genres. Von atmosphärisch bis unerträglich, von brutal bis blutig. Ja aber ich stehe auch auf andere Bereiche. Im Thriller und Action Genre fühle ich mich auch sehr wohl. Aber auch Liebesfilme können mich überzeugen, und zu tränen rühren. Ja das wäre dann schon alles. wenn ihr Lust und Zeit habt, lest euch doch mal was schönes durch.

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