Kritik: Robin Hood (2018)

Und noch einmal B-Gefühl

© 2018 StudioCanal

Nach dem schlechten Peter Berg Film „Mile 22“, und dem noch schlechteren „Hunter Killer“ von Donovan March, konnte es eigentlich nicht mehr schlimmer kommen. Aber bei der Vergabe des bösesten Fehlgriffs des Jahres hat eindeutig Otto Bathurst am lautesten „Hier“ geschrien. Denn seine moderne Version von „Robin Hood“ ist eine wirklich Zumutung für jeden Filmfan geworden. 

© 2018 StudioCanal

Story:

Robin Hood kommt aus dem Krieg in seine Heimat zurück, und muss feststellen das sich vieles verändert hat. Seine damalige Geliebte ist mit einem anderen zusammen, und der Sheriff von Nothingham botet sein Fußfolk aus. Zusammen mit seinem Freund „Little John“ bildet Robin deshalb eine Zwei-Mann-Armee, um dem Sheriff das Geld der Ahmen wieder abzunehmen. Doch der Sheriff hat den Helden schon im Visier.

© 2018 StudioCanal

Kritik:

Die Story ist eine oberflächliche Frechheit, die lückenhafter sowie uninspirierter nicht sein kann. Hier passt zwar alles zusammen, wirkt aber zu jeder Zeit unspannend oder überflüssig. Es kommt beim Zuschauer einfach kein Interesse auf, weil der Sprung in die Moderne nicht funktioniert hat. Was „King Arthur: Legend of the Sword“ bedingt geklungen ist, wurde bei „Robin Hood“ in die falsche Richtung gelenkt. Alles wirkt zu schnell produziert, ohne das Gefühl für Sinn und Verstand, was dem Zuschauer auch zu jeder Zeit vermittelt wird. Der Film ist sich dabei selbst egal, und zeigt es vortrefflich in seiner 107 minütigen Spielzeit. 

Spannung und atmosphärische Stilmittel findet man hier ebenfalls vergebens. Alles wirkt auf einem B-Niveau, dass aber leider nicht den Ansprüchen dieses Stoffes gerecht wird. Dabei erzeugt der Film wenige bis keine Schauwerte. Wie in einem Hinterhof oder in einer verlassenen Ruine wirkt Nothingham zu keine Zeitpunkt lebendig. Dabei sind die Kamerafahrten ziemlich schnell, rasant und unübersichtlich geraten, dass man sich gar nicht der ohnehin schon billigen Kulisse erfreuen kann. Leider fehlt hier jegliches Gefühl sowie Hingabe an das Produkt.

Charakteristisch haben wir mehr Fremdscham als Potential. Einzig Jamie Fox weiß gelegentlich zu überzeugen, aber auch seine Rolle ist zur Oberflächlichkeit verdammt. Taron Egerton spielt Robin Hood wie einen Jungen, der zum ersten mal Liebeskummer hat. Dabei wirkt er wie eine Art Superheld, der ein geheimes Doppelleben führt, und dabei so unauffällig ist wie ein Elefant im Porzellanladen. Der Rest des Cast ist zu jeder Zeit eine austauschbare Theatergruppe.

Das Effektgewitter ist eine Mischung aus „The Asylum-Massenware“ und Schnittmassaker, das zudem wie in einem unfertigen Videospiel aussieht. Da fehlen einem die Worte, obwohl es der einzige Punkt ist der den Film etwas aufwerten kann. Dennoch ist diese Form von actionreichen Computerbildern sonst nur in Veröffentlichung zu finden, die direkt auf DVD in den Verleih kommen, aber nicht auf eine Kinoleinwand gehören. 

Über das leicht offene Ende reden wir gar nicht erst, da es bitte keinen zweiten Teil geben sollte.

© 2018 StudioCanal

Fazit: 

„Robin Hood 2018“ ist ohne Frage der schlechteste Film des Jahres 2018. Hier wartet ein Film, der eben so gut ein Pilotstreifen für eine „The Asylum-Variante“ von „Arrow“ gewesen sein könnte. Jedes Wort über Atmosphäre, Handlung, Charaktere und Effekte ist überflüssig, weil der Film in jedem Bereich unter den Standard eines Blockbusters fällt. Schnell produziert zeigt dieser Streifen nur was in Hollywood, dieser Tage, so alles falsch läuft. Und das ist wirklich so einiges, wenn für so eine Produktion Geld ausgegeben wird. 

 

 

Über Johnny Darko 52 Artikel
Hallo ich bin Johnny, ich bin der Mann für den Horror, in all seinen Variationen und Genres. Von atmosphärisch bis unerträglich, von brutal bis blutig. Ja aber ich stehe auch auf andere Bereiche. Im Thriller und Action Genre fühle ich mich auch sehr wohl. Aber auch Liebesfilme können mich überzeugen, und zu tränen rühren. Ja das wäre dann schon alles. wenn ihr Lust und Zeit habt, lest euch doch mal was schönes durch.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*