AnimeReview: Bloom into You

Wenn ein Anime deine Seele zum fliegen bringt

© Sentai Filmworks

Vorwort:

Mangas sind wie eine Pforte zu einer Welt, die wir uns in unseren Träumen wünschen. Manchmal wären wir gerne ein Held, aber manchmal wollen wir uns auch einfach nur verlieben. Und genau um diese Geschichte geht es auch heute. Nach dem Manga „Citrus“ der jetzt sein Ende gefunden hat, und mit 10 Bänden abgeschlossen ist, sowie eine 12-teilige Anime Serie sein Eigen nennen kann, war es eine Frage der Zeit bis sich auch die Nummer Zwei der Yuri-Mangas an eine Anime Adaption heranwagte. „Bloom into You“ heißt dieses neue Werk, welches 13 Folgen spendiert bekommen hat, um uns Unwissenden einen Zauber erleben zu lassen, den man in dieser Bildsprache selten in einem Anime gesehen hat.

© Sentai Filmworks

Wir folgen der Geschichte von Yuu, einem Mädchen das gerne Liebesmangas liest, und genau weiß wie sich ihre große Liebe anfühlen soll. Doch als ein Junge ihr gesteht, dass er gerne mit ihr ausgehen würde, fühlt sie sich alles andere als beflügelt. Dadurch kommen in ihr Selbstzweifel hervor, ob sie überhaupt in der Lage ist Liebe empfinden zu können. Doch dann kommt plötzlich ein zweites Geständnis von der älteren Schülerratspräsidentin Nanami, dass Yuu völlig aus der Bahn wirft. Doch auch wenn anfänglich keine Gefühle aufkeimen wollen, beginnt Nanami Yuu zu zeigen, das Liebe eine Emotion ist, die auch wachsen kann.

© Sentai Filmworks

Kritik:

Der Anime hält sich handlungstechnisch stark an den Manga, nur das er eben nicht schwarz/weiß daher kommt, sondern mit kräftigen lieblichen Farben unterlegt ist, die nicht in den Augen stechen, sondern eher eine angenehme Ausstrahlung versprühen. Dabei ist das Design eine bunte Mischung aus Farben, die zu keiner Zeit anstrengend wirken, auch wenn sie sehr intensiv sind. Hier ist eine schöne Verbindung entstanden die den Zuschauer sofort in den Bann zieht, und ihn bis zum Ende auch nicht mehr loslässt. Dabei ist die charakteristische Gestaltung ein weiteres Plus auf der Habenseite dieses Werkes. Das Gefühl jedes einzelnen Charakters ist nachvollziehbar, nachdenklich, und sehr inspirierend für das realistische Leben. Denn jeder kennt diese Emotionen, hat sie vielleicht nur nie so betrachtet, wie jetzt durch das Sichten dieses Animes. Der Zuschauer wird dazu eingeladen sich selbst zu hinterfragen was er in der jeweiligen Situation gemacht/oder anders gemacht hätte, was die Symbiose zwischen den Figuren, mit dem fortschreiten der Handlung, immer mehr verstärkt. So ist eine Identifizierung mit den Protagonisten eine kleine Reflektion, und eine kleine Reise durch die eigenen Erfahrungen des Liebeslebens, was einem vielleicht auch neue Erkenntnis, oder eine andere Sichtweise auf sein bisheriges Bild von Liebe verschaffen kann. Selbst die Nebencharaktere haben viele Augenblicke um sich zu entfalten, wobei sie sie leider nicht immer den Weg zu den beiden Hauptfiguren ebnen. Denn die Hauptfiguren sind immer der Dreh und Angelpunkt eines jeden Animes, und müssen eine Balance erstellen zu den Nebenfiguren, wobei diese nicht ihren Platz einnehmen dürfen. Vielen animierten Serie gelingt es nicht so gut diese Waage zu halten, und auch „Bloom into You“ gelingt dieser Spagat nicht immer. Denn manchmal hat man das Gefühl eher in einem Liebesdreieck festzustecken, als in einer Romanze. Außerdem sind die Tiefgänge der Figuren eher oberflächlicher Natur. Jeder Charakter hat nur einen minimalen Hintergrund, den er dem Zuschauer preis gibt, was auf der einen Seite leicht zugänglicher/auf der anderen Seite aber auch zu leichter Unterforderung führen kann. Die Emotionen und Entscheidungen sind davon aber nicht betroffen, da es hierbei ausschließlich nur um den Tiefgang der Figuren geht, und nicht um ihr emotionales Handeln, Fühlen und Denken.

© Sentai Filmworks

Der Schlusspunkt des Gesamtpakets ist etwas unglücklich gewählt, da man einen zweite Staffel unbedingt brauch, um einen richtigen Abschluss zu haben. Dabei endet der Anime mit Kapitel 2 des fünften Bandes, und hat damit zwar ein mittleres Ende, aber kein richtiges. Anders wie bei dem Anime von „Citrus“, der nach dem vierten Band endete, und damit einen Teil der Story abgeschlossen hat der auch für sich alleine stehen kann, da der Schlusspunkt gegenüber dem Manga noch etwas erweitert wurde. Und genau dieses Detail verpasst „Bloom into You“ leider knapp, was den Zuschauer ein wenig unbefriedigend zurücklassen könnte. Aber dennoch haben wir hier herrliche Bilder, und einen wundervollen Moment, der einem Schmetterlinge in den Magen zaubert.

© Sentai Filmworks

Das letzte Wort:

„Bloom into You“ ist der bildsprachentechnischste schönste Anime des Jahres 2018. Warme herzliche Bilder, treffen auf eine gleichgeschlechtliche Liebesgeschichte, die eine Magie versprüht, wie es vorher nur „Citrus“ vermag. Wer  Yuri-Mangas/und Animes gerne hat, der kommt an diesem Werk nicht vorbei, und selbst diejenigen die mit der Thematik weniger anfangen können, werden sofort in einen Welt entführt, die ihnen eine Möglichkeit gibt sich selbst zu begegnen. Zwar ist dieser Beitrage des Yuri-Genres nicht frei von Fehlern, und kommt nicht an seine große Schwester „Citrus“ heran, aber ist er neben diesem Ausnahmewerk, dass beste was eine Liebesgeschichte in gezeichneter Form zu bieten hat.

© Sentai Filmworks

Nachtrag:

Der Manga besteht bereits aus sieben Bänden, wobei davon sechs komplett sind. Der siebte ist gerade bei der Hälfte angelangt, und steuert langsam auf sein Finale zu, welches einen emotionalen Zündstoff verspricht. Deswegen kam der Anime genau zum richtigen Zeitpunkt, weil der Manga von Carlson seid letztem Jahr auch in deutscher Sprache erhältlich ist. Der Anime ist in japanischer und englischer Sprache mit Untertiteln erschienen. Ich persönlich habe die japanische Version geschaut mit Untertiteln, und kann sie nur wärmstens empfehlen, weil auf der Originalsprache die Emotionen authentischer herüber gebracht werden. Wer den Anime schauen möchte sollte auf die Seite HIDIVE einen Blick werfen, die den Anime in ihrem Programm anbietet. 

© Sentai Filmworks
Über Johnny Darko 77 Artikel
Hallo ich bin Johnny, ich bin der Mann für den "Ausnahmesektor: Horror", in allen individuellen Variationen die das Genre für einen bereitstellt. Von atmosphärisch bis unerträglich, oder auch mal von unheimlich bis zur übertrieben Splatter-Orgie. Aber nicht nur Horror steht für mich auf dem Speiseplan der Filmlandschaft. Auch Action- oder Liebesfilme stehen auf der Speisekarte, die ebenfalls auch mal mit einigen Exoten des Filmthemas gewürzt sein kann. Deswegen lade ich euch ein einmal in meine Kritiken hinein zu tauchen, und vielleicht auch mal den ein oder anderen Geheimtipp zu entdecken. Alles Liebe euer Johnny.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*