AnimeReview: Vampire Knight

Eine in Blut getränkte Romanze

© AV Visionen GmbH

Vorwort:

Kommen wir heute doch mal zu einem Anime, der sich bei den jugendlichen Mädels der Schöpfung großer Beliebtheit erfreut. „Vampire Knight“ ist ein Manga der mit 19 Bänden abgeschlossen wurde, und darüber hinaus einige Spin-Offs, Light Novels, Hörspiele, und Videogames sein Eigen nenne kann. Worauf Fans aber am sehnlichsten gewartet haben war eine Anime Adaption, die mit einer ersten Staffel im Jahre 2008 endlich erscheinen sollte. Natürlich blieb der Erfolg nicht aus, was zur Folge hatte das noch im selben Jahr eine zweite Staffel unter dem Namen „Vampire Knight: Guilty“ folgte, die es sich zur Aufgabe machte die Geschichte nahtlos weiter zu erzählen.

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In diesem Werk folgen wir der Schülerin Yuki Cross, die mit ihrem Jugendfreund Zero Kiryu die Aufgabe besitzt auf die Schüler der Nacht aufzupassen. Denn was diese Schüler von den anderen unterscheidet ist das sie Vampire sind, und ihre Unterrichtsstunden meistens Nachts erhalten. Da ein Zusammenleben zwischen Menschen und Vampiren möglich werden soll setzt sich Yukis Vater, der Schulleiter Kaien Cross zusammen mit dem reinblütigen Vampir Kaname Kuran dafür ein, dass an dieser Schule beide Arten, ob Mensch oder Vampir,  ein gemeinschaftliches Leben führen können. Dazu wurden die beiden Klassen „Day Class“ und „Night Class“ eingeführt, damit beide Arten zusammen existieren können. Doch nicht alle Vampire wollen diesen Frieden, und auch Zero ist längst kein Freund der Nachtengel. Als dann auch noch Kaname der süßen Yuki seine Liebe gesteht, entbrennt ein Kampf um das Herz des Mädchens, denn auch Zero hegt große Gefühle für seine Jugendfreundin.

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Kritik:

Was sich auf den ersten Blick wie eine Twilight-Form im Anime Look anhört, entpuppt sich auf den zweiten Blick auch als genau so eine. Doch gibt es gewaltige Unterschiede, die diesen Beitrag von den gefeierten Glitzervampiren abhebt. Da hätten wir zum einen den charakterlichen Hintergrund, der eine menge tiefgängige Gefühle beinhaltet, und niemals so ist wie es auf den ersten Blick scheint. Jede Figur hat ihre Gründe und Abgründe, sowie Geheimnisse, die an geeigneter Stelle aufgedeckt werden. Dabei ist die Dynamik in den insgesamt 26 Folgen der zwei Staffeln zwar etwas langatmig, schlägt aber auch ebenso schnell wieder um, sobald ein weiteres Mosaiksteinchen preisgegeben wird. Dabei wird der Zuschauer dazu eingeladen sich einen Dreiecksbeziehung anzusehen, die anstrengend kitschig, aber auch besonders mitfühlend sein kann. Dabei richtet sich das Gesehen punktuell auf Yuki, und ihre Gefühle zu den beiden Hauptprotagonisten, die nicht selten sehr uneindeutig sind. Das kann manchmal dazu führen das man als Zuschauer leicht genervt ist, weil die gesprochenen Wörter auch manchmal für Fremdcharme sorgen. Je mehr die Handlung aber voranschreitet, umso böser wird die ganze Konstellation der Liebenden, bis zu ihrem persönlichen Finale, dass dem geneigten Zuschauer schon sauer aufstoßen könnte. Denn diese Verbindung ist in jeder Hinsicht etwas das man schon als Kontrovers bezeichnen kann, und daher nur bedingt für die Zielgruppe dieses Animes geeignet ist.  

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Aber das Gesamtbild wird durch den guten Zeichenstil, und die filigrane Liebe zum Detail hervorragend ausgeglichen. Die Farben sind matt gehalten, und versprühen einen unheimlichen Klang, der auch schon mal ins unheimliche abdriften kann. Darüber hinaus sind die Schuluniformen sehr sehenswerte Augenmerkmale, die eine gewisse Form vom Adeligkeit hervorheben wollen. So werden die Vampire zu jeder Zeit wie eine gehobene Rasse dargestellt, die sehr respekteinflößend zur Geltung kommt, aber auch ihre Schwächen nicht verbergen kann. Die Menschen auf der anderen Seite sind sehr fasziniert von diesem Auftreten, und geben einen guten, wenn auch manchmal nervigen Kontrast zu den Blutsaugern ab. Blutige Bilder gibt es natürlich auf zu sehen. Diese sind ebenfalls gut betont, und mit einer gewissen Form von Härte ausgeprägt, so dass man als Zuschauer aus seiner romantischen Reserve gelockt wird. Ebenfalls kann man auch hier gut inszenierte Zweikämpfe zwischen Menschen und Vampiren bestaunen, die im Verlauf der Serie immer mehr zunehmen. Dieses Element ist wunderbar in die Haupthandlung integriert, auch wenn es ebenfalls kein Hauptaugenmerk für diese Serie ist, da es wirklich im großen und ganzen nur um das Liebeskarussell geht, dass wir schon ausführlich besprochen haben.

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Nach dem Ende der zweiten Staffel hat man einen guten Schlusspunkt gefunden, der einen Teil des Mangas komplett abschließt. Damit endet der Anime mit dem zehnten Band des Mangas, und kann auch für sich alleine stehen, ohne noch eine dritte Staffel spendiert zu bekommen. Denn bis jetzt gibt es für diese noch keine Informationen oder Ankündigungen, die sicherlich auch nicht mehr kommen werden. Wer aber wissen möchte wie es weiter geht, der wird gezwungen sein sich die Mangas bis zum neunzehnten Band durchzulesen, wofür der Anime eine gute Vorlage bietet um auf den Geschmack zu kommen.

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Das letzte Wort:

„Vampire Knight“ ist die besser Alternative zu „Twilight“, und weniger oberflächlich als die Glitzersauger. Wer auf ein düsteres Liebesdreieck mit Blut, Kämpfen und Wendungen steht ist hier genau an der richtigen Adresse. Zwar übernimmt der Kitsch zuweilen etwas zu sehr die Kontrolle, kann aber durch die handlungstechnischen Überraschungen einigermaßen ausgeblendet werden. Kleinere schnulzige Längen in den Folgen, täuschen aber dennoch nicht darüber hinweg, dass der Zuschauer hier einen wundervolle Liebesgeschichte mit viel Tiefgang geboten bekommt, welche ihn bis zum bitteren Ende fesselt, und so leicht nicht mehr loslässt. Außerdem ist der Soundtrack in den beiden Staffeln einfach großartig, und bietet pro Staffel ein anderes Intro, mit einem jeweils anderen Song. Wer sich also einen düsteren Liebesanime anschauen möchte, wird so wie ich auch nicht an diesem Werk vorbei kommen. Denn seid dem Sichten wünsche auch ich mir einen weiblichen „Vampire Knight“.

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Nachtrag:

Die beiden Staffeln von „Vampire Knight“ sind in einer Gesamtedition mit deutscher Sprachausgabe bei Amazon zu erstehen. Den Link findet ihr hier:

https://www.amazon.de/Vampire-Knight-Gesamtausgabe-inkl-Booklet/dp/B005NDOTN8/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1546794057&sr=8-1&keywords=vampire+knight

Außerdem sind die 19 Bände ebenfalls auf deutsch von Carlsen Manga erschienen. Eine Manga Übersicht zu den Bänden findet ihr hier: 

https://mangaguide.de/index.php?include=5&manga_id=632

Die deutsche Syncronisation ist sehr gut gelungen, und wartet mit bekannten Sprechern aus dem Anime-Bereich auf. Natürlich ist hierbei wie immer aber die japanische Originalfassung mit den Untertiteln zu bevorzugen, da ihre Emotionen authentischer sind. 

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