GameReview – Pokémon Let’s Go Pikachu

Nach der ersten Freude über das angekündigte Remake zu Pokémon Gelb für Nintendo Switch, stellte sich bei vielen Pokémon Trainern schnell die Enttäuschung ein. Pokémon Let’s Go Pikachu und Pokémon Let’s Go Evoli orientiert sich nicht nur an der ersten Generation, sondern auch an dem sozialen Phänomen Pokémon Go, was ja auch Titel der Spiele schon erahnen lässt. Wir haben uns dennoch mit Pikachu an unserer Seite aufgemacht, die Arenen in Kanto herauszufordern und verraten euch, ob die Befürchtung, dass ein Smartphone Spiel, diesen Klassiker wirklich zerstören kann.

Frisch Gepresst oder kalter Kaffee?

Erstmal eins Vornweg. Pokémon Let’s Go ist kein Remake von Pokémon Rot und Blau sondern der etwas später erschienenen Edition Pokémon Gelb, welche sich mehr an der bei uns 1997 erschienenen Kinder Anime orientierte. So treffen wir auf unserer Reise Figuren wie Officer Rocky, Schwester Joy sowie Jessie, James und Mauzi. Ein reines Remake ist es trotzdem nicht. So hat man, was gerade Fans der Reihe erfreuen wird, ein paar bekannte Figuren aus anderen Teilen, wie Pokémon Sonne und Mond eingebaut. Wer hingegen seit dem Original kaum Berührungspunkte mit den Spielen hatte, wird die Unterschiede zum Original kaum merken, da sonst alles beim Alten geblieben ist. Ihr reist weiterhin durch Kanto um dieselben acht Orden zu gewinnen, vereitelt dieselben Pläne von Team Rocket und fordert am Ende die Top Vier heraus. Zwar gibt es nun nach dem Ende die Meistertrainer, die euch alle mit einem bestimmten Monster herausfordern, viel mehr an neuen Inhalten solltet ihr jedoch nicht erwarten.

Gotta Catch em All

Doch was hat das alles nun mit Pokémon Go zu tun? Zwar ist die Welt und die Story die Alte, das Gameplay wurde jedoch in einem Bereich völlig umgekrempelt. Das Fangen von den kleinen Taschenmonstern wurde aus dem Smartphone Spiel übernommen. Bedeutet im Klartext: Das vorherige Bekämpfen der wilden Pokémon ist vorbei. Trefft ihr auf ein Monster (die erstmals in der Welt sehbar sind und euch nicht mehr in Zufallskämpfen anspringen) könnt ihr dieses in einem kleinen Minispiel fangen. So mimt ihr den Wurf des Pokéballs mit eurem Joy-Con oder dem extra für das Spiel erhältlichen Pokéball Controllers nach. Mit etwas Glück trefft ihr euer Ziel und euer neuer Freund bleibt im Ball. Da ihr jetzt nicht mehr im hohen Gras gegen wilde Pokémon Erfahrungspunkte sammeln könnt, erhaltet ihr nun durch das reine Fangen die Punkte. Durch die damit fast schon gezwungene gigantische Menge an gefangenen Pokémon, gehen jedoch die besonderen Bindungen, die die klassischen Spiele so besonders machten, verloren. Natürlich bekommt ihr weiterhin auch Erfahrungspunkte durch das besiegen anderer Trainer, diese sind jedoch nur begrenzt vorhanden. Die Kämpfe bleiben hingegen unverändert, wurden jedoch einige Features beraubt. So könnt ihr eurem Pokémon kein Item mehr zum Halten geben und auch Fähigkeiten wurden gestrichen, was die Kämpfe deutlich simplifiziert. Generell ist das Spiel, im Vergleich zum Original. noch mal stark vereinfacht worden. Beispielsweise müsst ihr mit einem Elementvorteil in die Arena gehen, sonst kommt ihr öfters gar nicht erst herein. Zudem wurden auch einige anfängliche Attacken wie Absorber deutlich gestärkt. Eure größte Waffe ist jedoch euer Partner Pokémon. Pikachu und Evolis Statuswerte haben maximales Potenzial und erlernen neue mächtige Attacken, die es zuvor in der Reihe nicht gab. Gut für Einsteiger, etwas Herausforderungsarm für Fans.

Fazit
Pokémon Let’s Go ist eine große Bombe voller Nostalgie. Die Städte wurden fast eins zu eins in die neue Grafikengine umgesetzt und Pikachu, wie auch Evoli sind so süß wie noch nie zuvor. Durch die neuen Mechaniken ist das Spiel auch die Perfekte Edition um in das Franchise einzusteigen. Leider werden Veteranen, außer viele schöne Erinnerungen, nicht viel Neues und schon gar keine Herausforderung finden. 

Über Florian Blind 244 Artikel
Angefangen mit dem Nintendo 64 bin ich bereits seid dem größten Teil meines Lebens Gamer. Neben dem Gaming haben mich auch durch RTL II Animes schon in Kindheitstagen begleitet und beide Hobbys spielen auch heute noch einen wichtigen Teil in meinem Leben. Das Schreiben habe ich 2012 bei dem Anime Online Magazin "Animey" begonnen.

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