Kritik: „Chaos im Netz“

© Disney

Mit Chaos im Netz, melden sich Regisseur Rich Moore und Autor Phil Johnson zurück. Diesmal gehts ins Internet und da fängt auch schon das ganze Problem an. Natürlich ist es einfach nicht möglich das Internet ohne offensichtliches Productplacement darzustellen, so sieht man gleich in den ersten Szenen im Internet das Logo von Google in Großaufnahme. Und man kann dem Film definitiv zur Last legen, das natürlich das Internet für Schleichwerbung die beste Wahl ist. Jedoch ist der Film keine Liebeserklärung daran, sondern liefert eher satirische, metaphorische Seitenhiebe auf die heutige Internetgeneration. Als beispielsweise Ralph versucht schnellstmöglich an Geld zu kommen und das mit vielen albernen Videos auf Instagram auch schafft, muss man sich fragen, was der Film eigentlich sein will. Denn obwohl er die Popkultur feiert, kritisiert er auch das Ganze, was wiederum eher unverständlich für die Zielgruppe Kind wirkt. Denn wenn ein schrecklicher Virus versucht das Internet lahm zu legen und die Bedrohung, die auch im wirklichen Leben besteht, so präsent und furchterregend dargestellt wird, wie hier, sollte man das einem Kind wirklich zumuten?

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Allgemein ist der Film überhäuft mit Dingen, dessen Ausmaß ein 6 jähriger nur schwer nachvollziehen kann. Und wenn Ralph wie im Trailer das Spiel mit den Pancakes ruiniert auf eine erschreckende Art und Weise, oder Vanellope bei den Disney Prinzessinnen  auftaucht und gefragt wird, ob sie auch ständig das Problem hat, dass man immer sofort denkt, dass ein starker Mann sie retten muss, dann hat das wenig von der kindlichen Magie, die Disney einmal so ausgezeichnet hat und dessen Filme auch uns geprägt haben zu tun.

Vielmehr ist das Ganze genau genommen sowohl ein Statement zum Gendertum, als auch eine Kritik an dem Einfluss des Internets heutzutage. War der erste noch eine wundervolle Homage an die Videospielkultur, ist Chaos im Netz eher das Gegenteil. Und selbst wenn die Animation tadellos aussieht, so lassen sich doch langsam bei Disney leichte Abnutzungserscheinungen zeigen, da sowohl der Storyaufbau wie auch die der Welten langsam aber sicher in einen Automatismus übergeht und wenig neues bietet.

Über Marcel 533 Artikel
Film ist eine Sprache die jeder versteht. Egal ob in serieller Form oder als Animation, Film dient den Menschen als Unterhaltung und begeistert durch seine Vielfältigkeit. Sei es auf den Ebenen der Erzählung, Effekten oder Charakteren. Film ist aber nicht nur eine Sprache, sondern eine Kunstform, ganz gleich in welcher Art und Weise. Das was ich an Film und allgemein an Medien liebe, ist die Vielfältigkeit, die verschiedenen Ebenen insbesondere die Meta Ebenen und in neue Welten einzutauchen. Aber auch Kritik und Lösungsvorschläge filmisch an unserem heutigen System auszuüben und zu zeigen, wie die Welt in der Zukunft aussehen könnte. "Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein".

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