AnimeReview: Parasyte – The Maxim

Darf man eine Rasse töten, die auch ein Recht auf Leben hat

© Kaze Deutschland

Vorwort:

Die Parasiten aus dem vierten Resident Evil waren wohl der Inspiration von dem Zeichner Hitoshi Iwaaki geschuldet, der in den 90er Jahren mit seinen achtbändigen Manga zu „Parasyte – The Maxim“ die tentakelschwingenden Monster zum Leben erweckte. Denn diese sehen den Vidospielmonstern in mehrerlei Hinsicht sehr ähnlich, und haben auch viele von den Eigenschaften spendiert bekommen, die diese Gegner in dem Manga schon zu einer richtigen Plage machten. Dieses Werk ist aber schon ein weitaus älteres Baujahr von 1995, weshalb in diesem Falle klar ist, wer hier von wem abgeschaut hat. So war es bestimmt Capcom die sich von diesem zeichnerischen Werk inspirieren lassen haben, um das Horrorgenre auf ein neues Level zu heben.

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Kritik:

Damals erschienen in Japan 10 Sammelbände, die die Geschichte des Jungen Shin’Ichi Izumi erzählten, welcher eines Nachts von einem Parasiten im schlaf übernommen werden sollte. Doch dieses Unterfangen verlief nicht ganz nach Plan, sodass sich der Parasit lediglich in die linke Hand des Helden einnisten konnte. Von dem Moment an begann eine Art Co-Existenz zwischen den beiden, die zu einer tiefen Freundschaft erblühte. Denn die Parasiten die auf die Erde fielen, haben längst die Menschen in Japan unterwandert, und versuchen die Herrschaft zu übernehmen. Und nur einer kann sie daran hindern: Shin’Ichi, und sein Freund Migi?

Nachdem der Manga in Deutschland in acht Bänden abgeschlossen wurde erschien im Jahre 2014 eine vollständige Anime-Adaption des Stoffes, der mit seinen 24 Folgen den kompletten Inhalt des Mangas umsetzte, und sich dabei sehr eng an seine Vorlage gehalten hat. Mittlerweile gibt es den Anime sogar mit einer sehr guten deutschen Tonspur, die jeden Fan zufriedenstellen dürfte, aber natürlich nicht an das japanische Original heranreicht. Deswegen ist die bevorzugte Sichtweise natürlich mit deutschen Untertiteln zu genießen, wie in der Streaminganbieter Crunchyroll auf seiner Plattform auch anbietet.

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Kommen wir aber zum Kerninhalt. Der Anime behandelt in einem sehr düsteren Look die Fragen der Freundschaft, und des Verlustes geliebter Menschen, sowie die Diskriminierung von Randgruppen, in der Gesellschaft. Dabei geht der Stoff mit einer sehr brutalen, blutigen und bitteren sowie unberechenbaren Kälte zu Werke, die den geneigten Zuschauer sofort in seinen Bann zieht. Dabei wird viel auf die gesellschaftlichen Missstände hingewiesen, die in unserer Gesellschaft bedenkliche Formen annehmen. Denn gerade in unserer Zeit der Flüchtlingsproblematik, und dem ganzen machthaberischen Verhalten der Regierung wird klar, dass dieses Werk ein Spiegel dieser Rechtsprechung ist, die wenn man sie sich genauer betrachtet wirklich fatale Ausmaße angenommen hat. Interessant ist dabei nur, dass dieses Werk in den 90ern entstanden ist, wo noch niemand wissen konnten wie schlimm die politische Situation eskalieren würde. Oder vielleicht doch?

Jede Folge besitzt einen Cliffhanger, wie ihn die meisten Episoden beinhalten, damit ein Weiterschauen unumgänglich wird. Dabei ist der Anime schön sauber gezeichnet, und besitzt keine unscharfen Bilder. Der flüssige Storyverlauf besitzt viele Wendungen, so das immer eine Überraschung wartet die nicht vorhersehbar ist. Dabei sind die charakteristischen Elemente der Figuren sehr schön herausgearbeitet, und verbreiten zu jeder Zeit eine Identifizierung mit dem Zuschauer. Man stellt sich die Fragen, was man an ihrer Stelle machen würde, und wie man als nächstes vorgehen soll, um möglichste viele Verluste zu vermeiden. Denn diese Opfer sind sehr radikal, weil bei jedem Kampf viel Blut fließt. dabei ist das Design der Parasiten jederzeit böse in Szene gesetzt, was dem geneigten Fan schon mal einen Schauer über den Rücken jagen könnte. Die eigentlichen Gewalttaten haben einen leichten Splattercharakter, weshalb zerfetzte Gliedmaßen, oder explodierende Köpfe mit Blutfontänen, keine Seltenheit darstellen.

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Am Ende haben wir eine Antwort auf die primären Fragen die uns dieser Anime gestellt hat, und somit auch einen wunderbaren Schlusspunkt, der einen schon zu Tränen rühren könnte. Hier wird nicht mit einer Fortsetzung gespielt, sondern sich darauf konzentriert ein würdiges Ende zu finden, das dem Manga eigentlich hervorragend ähnelt. Natürlich gibt es immer kleinere Abweichungen, zwischen der Vorlage und seinem Abbild, die in diesem Falle aber nicht schwer ins Gewicht fallen. Wir wissen zum Ende, dass jede Lebensform ein Recht hat zu Leben, selbst wenn sie blutrünstig nach eigenen Regeln lebt. Genau hier sollten wir auch in unserer Gesellschaft ansetzten, damit uns so ein Werk wie dieses keine Missstände aufzeigen kann, weil wir gelernt haben das jedes leben wichtig ist. 

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Das letzte Wort:

„Parasyte – The Maxim“ ist eine wunderbare Frage an die gesellschaftlichen Missstände, und bringt den geneigten Zuschauer auf eine Reise sich selber zu Hinterfragen. Mit einer dunklen bedrohlichen Bildsprache, und radikalen Bluteffekten wird mit einem Hammerschlag versucht ein Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung zu setzten, welches auch nachhaltig zum Nachdenken anregt. Der Sichtende bekommt einen großartigen Anime geboten, der dem Manga im nichts nachsteht, und sogar als komplette Alternative zu diesem funktionieren kann. Denn wer lesefaul ist, brauch nur diese 24-teilige Serie schauen, und sich den Manga sparen, weil er 1 zu 1 dem gezeichnete Vorbild entspricht. Wer schon immer wissen wollte was es mit den Vorbildern der Resident Evil 4-Parasiten auf sich hat, wird sich sicherlich sehr interessiert diesem Werk widmen, und einen der besten Animes der letzten Jahre bekommen.

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Nachtrag:

Die Liste mit dem kompletten Manga findet ihr wie immer unter diesem Link:

https://mangaguide.de/index.php?include=5&manga_id=2373

Die deutsche Version des Anime gibt es hier: 

https://www.amazon.de/Parasyte-Maxim-Sammelschuber-Limited-Blu-ray/dp/B079PDFH4Q/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1548165808&sr=8-1&keywords=parasyte

Außerdem ist das Titellied von der japanischen Band „Fear and Loathing in Las Vegas“, die schon viele Animeintrosongs abgeliefert haben. Also reinhören in die Band lohnt sich. 

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