Sundance Film Festival 2019 Recap „The Nightingale“ (Jennifer Kent) plus Interviews

© Sundance Institute

Nach dem Videolog zum Einstieg folgt nun der erste offizielle Beitrag, zu Jennifer Kents „The Nightingale“.

Courtesy of Sundance Institute | photo by Kasia Ladczuk

Rein vom technischen Aspekt her, ist „The Nightingale“ wunderbar umgesetzt worden . Die Hauptdarstellerin agiert brillant, dramaturgisch passt alles zusammen und es gibt viele gut inszenierte Momente. Ansonsten zeigt dieser Historienfilm nur eine Gewaltorgie, verpackt in einem simplen Revanche-Plot. Die Gräultaten der britischen Kolonialisierung erscheinen nebensächlich und werden von der Hauptfigur, die Ehemann und Kind verliert, individualisiert. Es scheint so, als müsste nur ihr Leid durch Rache gestillt werden. Britische Soldaten sind dabei, bis auf eine gut umgesetzte Ausnahme, das skrupellose Böse. Der Zuschauer soll dabei Mitgefühl für das ungleiche Duo, bestehend aus einer gebrochenen Frau und einem Aborigine, der sein Land verloren hat, empfinden. Die Beziehung beider Charaktere verläuft soweit glaubwürdig, doch ebenso prüde. The Nightingale schafft es dadurch nicht, die angesprochene Toleranz zuende zu denken. So besteht die Beziehung zwischen den beiden Figuren mehr aus exzessive Gewalt, als Liebe. Der peinliche, primitive Schlussakt gibt dann das eigentliche Dienstleistungsverhältnis der beiden preis. (Dennis Gerecke)

Und nun als kleines Schmankerl noch die dazugehörigen Interviews mit Regisseurin Jennifer Kent (der Babadook), Hauptdarstellerin Aisling Franciosi („Game of Thrones“) und den Darstellern Harry Greenwood („Hacksaw Ridge“), Michael  Sheasby („Hacksaw Ridge“)

Über Marcel 536 Artikel
Film ist eine Sprache die jeder versteht. Egal ob in serieller Form oder als Animation, Film dient den Menschen als Unterhaltung und begeistert durch seine Vielfältigkeit. Sei es auf den Ebenen der Erzählung, Effekten oder Charakteren. Film ist aber nicht nur eine Sprache, sondern eine Kunstform, ganz gleich in welcher Art und Weise. Das was ich an Film und allgemein an Medien liebe, ist die Vielfältigkeit, die verschiedenen Ebenen insbesondere die Meta Ebenen und in neue Welten einzutauchen. Aber auch Kritik und Lösungsvorschläge filmisch an unserem heutigen System auszuüben und zu zeigen, wie die Welt in der Zukunft aussehen könnte. "Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein".

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