Sundance Film Festival 2019 Recap „Short Films“

Dieses Jahr haben sich über 9000 Kurzfilme beim Sundance Filmfestival beworben . Eine erstaunliche Anzahl, doch auch verständlich wenn man bedenkt, dass Filmemachen durch medialen Techniküberfluss immer zugänglicher wird. 7 der eingereichten Werke durfte ich in einem Block genießen. Wenn Sundance für Unabhängigkeit steht, sollten diese Privatproduktionen erwähnt werden. Denn welcher Film ist unabhängiger, als ein leidenschaftliches, wirtschaftlich unabhängiges Projekt, dass von einer kleinen Crew realisiert wird? Alle Kurzfilme haben ihre eigene Persönlichkeit, sie unterscheiden sich im Stil und in der Cinematographie. Der erste Kurzfilm des Blocks „Lockdown“ beschäftigt sich mit einer Liebeskonfrontation zwischen 2 Teenagern. Die Berührung beider Mädchen wird mit der Kamera durch eine hin- und her Bewegung festgehalten. Ungewöhnlich- doch irgendwie Einzigartig. Intime Einblicke liefert auch der Kurzfilm „Fuck You“. Hier kommen Sexspielzeuge zum Einsatz um die sexuelle Freiheit der Protagonistin zu thematisieren. „Aziza“ inszeniert eine gespielte Autofahrt in einer Garage – skurril und gleichzeitig lustig. „Fainting Spells“ ein Experimentalfilm zeigt eine verkommende Ölplantage ohne Protagonisten. Der eingeblendete Text wird hier zum Hauptdarsteller. In „The Minors“ wird ein Generationsübergang dargestellt. Ein älterer Mann, der Kindern Musik näher bringt. Der gereifte Herr ist übrigens der Vater des Regisseurs. Diese schauspielerische Wahl verpasst der Coming of Age-Story eine persönliche Note. Fazit: Abseits großer Produktion ergeben diese kleinen Filme den höchsten Wert der Unabhängigkeit. Zwar gibt es technische Ausführungen, die nicht für jeden Zuschauer bestimmt sind. Aber der Mut des jeweiligen Filmemachers, ungewöhnliche Konzepte zu realisieren, ist beachtlich. Private Filmemacher, die ihre persönliche Idee umsetzen möchten, brauchen sich nicht um ein limitiertes Budget zu sorgen. Eine sparsame Kulisse reicht vollkommen aus. Also bewerbt euch, wenn ihr bereit seit. Vielleicht wird euer Kurzfilm aus den 9000 anderen ausgewählt.

(Dennis Gerecke)

Über Marcel 536 Artikel
Film ist eine Sprache die jeder versteht. Egal ob in serieller Form oder als Animation, Film dient den Menschen als Unterhaltung und begeistert durch seine Vielfältigkeit. Sei es auf den Ebenen der Erzählung, Effekten oder Charakteren. Film ist aber nicht nur eine Sprache, sondern eine Kunstform, ganz gleich in welcher Art und Weise. Das was ich an Film und allgemein an Medien liebe, ist die Vielfältigkeit, die verschiedenen Ebenen insbesondere die Meta Ebenen und in neue Welten einzutauchen. Aber auch Kritik und Lösungsvorschläge filmisch an unserem heutigen System auszuüben und zu zeigen, wie die Welt in der Zukunft aussehen könnte. "Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein".

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