Kritik: Pestilenz

Wenn die Pest nach Deutschland zurückkehrt

© Maurauder Productions

Vorwort:

Wenn ein Filmliebhaber eine speziellen Genres die Möglichkeit bekommt, sein eigenes Werk auf Zelluloid zu bannen, kann ein wirklich guter Beitrag dabei herauskommen. Der gute Youtuber Tom aka. DVDMadness2010 ist seid seiner Kanalentstehung ein Found-Footage-Guru, der die ein oder andere Perle für seinen Zuschauer entdeckt.. Sein erster Film „Basement“ war ein erster Langspielfilmversuch, der Tom in Eigenproduktion erste Gehversuche ermöglichte selber einmal an ein Werk Hand anzulegen. Danach folgten die fünf Staffeln seiner leicht trashig angehauchten „Horror Mythen Serie“, die ebenfalls einen guten Stand bei der Zuschauerschaft verbuchen konnten.

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Und jetzt ist mit „Pestilenz“ das erste große professioneller aufgezogene Filmchen von dem guten Tom erschienen, das natürlich wie gewohnt dem Genre der Wackelkamera zugetan ist. Wir folgen in diesem Werk dem Amateurfilmer Chris, der mit zwei Mädels einen Dokumentarfilm drehen möchte. Denn in Deutschland soll es laut Berichten aus dem dunklen Internet einen überraschenden Ausbruch der „Pest“ gegebenen haben. Ein kleines Dorf ist unter Seuchenschutz gestellt wurden, was die Regierung mit aller macht versucht unter Verschluss zu halten. Grund genug für Chris sich durch Kontakte an den Schauplatz zu begeben, der eigentlich nicht betretnen werden darf. Doch auf einmal kommen die Drei einem Geheimnis auf die Spur, dass nicht unbedingt lebensverlängernde Folgen zutage fördert.

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Kritik:

Viele Leser könnten jetzt auf den Trichter kommen das ich mit diesem Streifen aus Promogründen, nicht so hart ins Gericht gehe. Doch genau das Gegenteil wird der Fall sein, da Tom hier einen ganz normalen Film abgeliefert hat, der mit der ganzen Härte des Filmgesetztes unter die Lupe genommen wird. Denn ein Kritiker wie er der sich in diesem Genre so gut auskennt wie kein Zweiter kennt die Gebote, sowie die Verbote, die diese Nische des Films zu bieten hat. Und genau hier setzen wir unsere Besprechung an.

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Denn Tom nimmt sich für sein Werk eine hervorragende Ausgangslage, die er aber leider nicht richtig verwandelt. Der Film bleibt dabei auf einem unheimlichen Niveau, dass viele dunkle Bilder und gruselige Schauplätze sein Eigen nennen kann. Mit knapp 70 Minuten haben wir eine straffe Lauflänge, die aber leider auch manchmal etwas in die Langeweile abdriftet. Das wird besonders gegen Ende des Films zu einem gewichtigen Punkt, da hier eine ausgedehnte Suche nach dem Hauptprotagonisten erfolgt. Dabei ist der Handlungsverlauf am Anfang sehr stark und dynamisch, lässt aber im weiteren Verlauf immer mehr durchblicken das er sich selbst zu sehr aus den Augen verliert. Am Anfang wird das Mysteriums des Ausbruchs behandelt. Dabei werden Zeugen befragt, sowie Videos gezeigt, die darauf schließen lassen das eine große Regierungsverschwörung versucht die Vorkommnisse unter den Tisch zu kehren. Bis zur Hälfte des Films werden immer mehr Hinweise gestreut, so das der Zuschauer sich eine mystische Aufklärung erhofft. Doch diese ist leider etwas zu einfach ausgefallen, weil es auch kein Netz oder doppelten Boden für Interpretationen gibt. Wir haben einen Ausbruch der übernatürlichen Ursprungs zu sein scheint, ohne das vielleicht noch ein Wink mit dem Zaunpfahl gegeben wird, dass alles auch ganz anders sein kann.

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Auf diesem Wege bewegen sich viele Found-Footage-Filme, die von Tom auch öfter als „Unoriginell“ betitelt wurden. Die Frage ist deswegen? Wenn man die Möglichkeit hat es besser zu machen, und seine Vorstellungen ausleben kann, warum macht man dann einen Schritt den man vorher angeprangert hat. Gut, man muss mit dazu sagen das die ganze Szenerie dabei sehr gut umgesetzt wurde, wenn man von der schauspielerischen Leistung einmal absieht. denn hier merkt man eindeutig das es sich um einen Streifen aus der zweiten Reihe handelt. Tom spielt seine Hauptrolle zwar überzeugend aber auch wie man es aus seinen anderen werken bereits kennt. Da ich seine „Horror Mythen Serie“ bereits kannte, fiel es mir manchmal schwer seine überraschenden Momente der Ernsthaftigkeit zuzuordnen. Das trifft leider auch auf sein übriges Line-Up zu, dass auf einem ähnlichen Niveau agiert wie er selbst. Doch für einen Film dieses Budgets und deren Aufmerksamkeit, geht das voll auf in Ordnung.

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Die Bildsprache dieses Werks ist aber wirklich großartig geraten. Hier merkt man Tom sein Talent wirklich an, weil die Kameraarbeit wirklich authentisch umgesetzt wurde. Hier kann man mit Recht behaupten das man nicht auf den Gedanken kommen würde, das der Film aus dem Amateurbereich stammt. Denn hier muss sich „Pestilenz“ wirklich nicht verstecken vor seinen großen Vorbildern. Denn diesen Stand der Professionalität hat dieses Werk allemal, was wirklich eine echte Überraschung geworden ist.

Das letzte Wort:

Zum Ende haben wir einen auf der handlungstechnischen Ebene einen Found-Footage-Film, der sich leider durch seinen linearen Verlauf wenig von der Masse abhebt. Dabei ist die Story sehr gut für einen Film geeignet, aber leider mit zu wenig Überraschungen umgesetzt. Kameratechnisch haben wir ein sehr hohes Niveau das man einem Amateurfilmer dieses Standes vielleicht gar nicht zugetraut hätte. Hier nimmt der Film mit seinen dunklen bedrohlichen Bildern wirklich Fahrt auf, und zeigt das er sich auch neben den großen Jungs qualitativ behaupten kann. Einige Anspielungen auf die großen Größen dieses Genres erwecken leider manchmal den Eindruck das der Film sich selber nicht zu ernst nimmt, was eigentlich sehr schade ist. Doch das sind kleine Kinderkrankheiten, die bei dem Zweitwerk von Tom sicherlich ausgebessert werden. Deswegen bleibt mir zum Schluss noch zu sagen, dass „Pestilenz“ für ein Erstlingswerk wirklich gelungen umgesetzt wurde, und das weitere Filme von Tom, zumindest von mir, sehr genau verfolgt und mit Freude erwartet werden.

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Nachtrag:

Lieber Tom, ich danke dir das du mir deinen Film für diese Kritik zur Verfügung gestellt hast, und freue mich schon auf eine kleine DVD Veröffentlichung. Ja, ich wollte dir ebenfalls meinen Respekt aussprechen als Amateurfilmer so ein Projekt auf die Beine zu stellen, was bestimmt nicht einfach gewesen ist. Bitte verfolge diesen Weg weiter, weil du dich nicht vor deinen Vorbildern verstecken brauchst. Und wer weiß vielleicht sehen wir uns ja mal für eine kleine Nebenrolle bei deinen nächsten Dreharbeiten. Danke für dieses Werk. Liebe Grüße von Johnny.

Hier noch mal der Link zu Toms Kanal:

https://www.youtube.com/user/DVDMadness2010/featured

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