GameReview: Dirt Rally 2.0

Durch den Dreck

Auch nach zwölf Ablegern scheint die beliebte Rally Reihe von Codemasters, die zuerst im Jahre 1998 noch unter dem Namen Colin McRae Rally erschien, nicht wegzudenken. Ob jedoch die Reihe ihren qualitativen Standard nach der Trennung mit Rally Mastermind Paul Coleman im letzten Jahr halten konnte, möchte ich euch hier verraten.

Euer größter Feind: Das Gaspedal!

Seid vorgewarnt, DiRT Rally 2.0 ist eine reine Simulation. Wer hier den rechten Trigger (Gaspedal) durchdrückt, landet schneller in einem Graben, als man die Richtung der Kurve überhaupt realisiert hat. Ich bin zwar kein Anfänger, was Rennspiele betrifft, bin aber auch kein echter Liebhaber von Simulationen und somit auch kein Experte. Dennoch fühlt sich das Fahrgefühl von DiRT Rally 2.0 für mich unfassbar realistisch an. Ihr spürt jede Spur im Dreck unter euren Reifen und jede noch so kleine Pfütze, die zu jeder Zeit eure volle Konzentration fordert. Neben dem visuellen ist es aber auch zwingend notwendig eure Lauscher zu spitzen. Ihr werdet in Dirt Rally, für den Rennsport typisch, nicht mit einer Karte, sondern einem Beifahrer gesegnet, der euch über die nächsten Streckenabschnitte informiert. Als Rally Anfänger werden euch die sehr kryptisch klingenden Anweisungen jedoch schnell verwirren, da DiRT Rally 2.0 leider etwas fehlt, was gerade Neulingen den Einstieg verwehrt: ein Tutorial. Im Gegensatz zum letzten DiRT wird in Rally 2.0 wirklich gar nichts erklärt. Selbst die unterschiedlichen Modi bekommen nur teils einen nichts aussagenden Satz. Kämpft man sich jedoch in die Rennsimulation, wird man bei einem Erfolg, ähnlich wie in der Souls-Reihe, mit einem starken Gefühl des Erfolgs belohnt. Eine kleine Neuerung hilft jedoch enorm, so könnt ihr die Intelligenz der gegnerischen Fahrer, zumindest im Freien Rennen, selbst bestimmen. Schämt euch dabei nicht mit sehr leichten Fahrern anzufangen, da selbst auf scheinbar niedrigen Level eure Kontrahenten kaum Fehler zulassen.

Doch was für Möglichkeiten bietet euch DiRT Rally 2.0 abseits des reinen Fahrens? Im Reiter Freies Rennen könnt ihr an klassischen Rallys der Geschichte oder an der offiziellen FIA World Rallycross Championships teilnehmen. Während ihr euch hier keine großen Gedanken über die Reparatur eurer Autos Gedanken machen braucht und auch die Rennen jederzeit neu starten könnt, werden euch in der Kampagne schnell Grenzen aufgezeigt. Jede Reparatur kostet Geld und ihr dürft in jedem Event nur insgesamt fünf Mal einen Neustart wagen, bevor ihr mit eurem letzten Ergebnis leben müsst.  Wählen könnt ihr in der Kampagne zwischen Rally, Cross-Rally und zeitbegrenzte Community-Events, für die ihr teils besondere Fahrzeuge benötigt, die euch durch Argentinien, Polen, USA, Neuseeland, Australien und Spanien führen. Haltet jedoch stets euer Geld im Auge, bevor ihr euch die Reparatur nicht mehr leisten könnt. Habt ihr ein paar Taler gespart, könnt ihr neben Autos (die ihr auch wieder verkaufen könnt) auch neue Mitarbeiter anwerben oder euer Fahrzeug aufrüsten.

Fazit:

DiRT Rally 2.0 hält was es verspricht. Wer lockere Rennen fahren will, ist bei dem Titel an der völlig falschen Adresse, denn Dirt ist Arbeit. Lässt ihr euch aber darauf ein, werdet ihr mit einer fantastischen Rennsimulation belohnt, die auch mit dem Dual Shock 4 wunderbar funktioniert. Auch der dröhnend realistische Sound der Boliden hat mich sichtlich beeindruckt. Leider vermisse ich dennoch schmerzlich ein Tutorial oder irgendeine andere Art der Einführung, sowie auch ein wenig Abwechslung, abseits vom gewöhnlichen Rally-Alltag.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*