Kritik: „Godzilla 2: King of Monsters“

America goes Toho

©Warner Bros.

Zwei Monsteruniversen, zwei Studios. Eines hat es geschafft, das andere nicht. Gemeint sind natürlich Universal und Warner. Warner wagte den Versuch mit „Godzilla“ und „Kong Skull Island“ und Universal scheiterte mit der Wiederbelebung der Mumie. Qualitativ gesehen, ist weder das eine noch das andere sehenswert, jedoch hat es Warner wenigstens geschafft, das Mittelmaß zu erklimmen.

Nun wollen sie ihr an die japanischen Monsterfilme angelehntes Universum weiter ausbauen, also wird die Riesenechse, der Protagonist und Retter der Menschheit wieder in den Ring geschickt, samt Kollegen und neuen menschlichen Beistand. Was war des Ziel des Ganzen? Die Monster mehr in den Vordergrund zu rücken, um die vermeintlichen Fehler des Vorgängers auszumerzen und dadurch auch die altgediegenen Godzilla-Fans abzuholen. Gar keine schlechte Idee, zumal der namensgebende King of Monsters, definitiv zu wenig Screentime im ersten Part bekommen hat. Jedoch im Gegensatz zu Michael Dougherty hat sich Edwards dabei was gedacht. Dadurch das Edwards die Echse nur andeutet, baut er eine enorme Spannung auf, die dann im Finalkampf gipfelt und somit den ersten tatsächlichen Auftritt der Echse zu etwas besonderem macht. Frei nach dem Motto: „Das Beste kommt zum Schluss“.

©Warner Bros.

Dougherty wiederum will die Monsteraction schon von Anfang an in den Film integrieren, sehr zum Leiden der emotionalen Fallhöhe. Hinzu kommt, dass man durch den Fokuswechsel, die menschlichen Charaktere und die Story vernachlässigt, logisch aber gleichzeitig auch enttäuschend.

Denn dadurch wird das Potenzial der Geschichte total verschwendet, die Charaktere wirken blass und austauschbar und Wiederholungen wie das Godzilla im richtigen Moment auftaucht, um die Hauptcharaktere kurz vor dem unvermeidlichen Tod zu retten, fallen deutlich mehr ins Gewicht. Somit verschwindet die Bindung zu ihnen und auch der Grund, warum die Monster wieder auf die Menschheit losgelassen werden, ist zu weit hergeholt um glaubhaft zu wirken.

©Warner Bros.

Wer allerdings nur sehen will, wie sich riesige Monster prügeln und damit ganze Städte verwüsten, ist hier an der richtigen Adresse. Denn auch wenn diese zigfach durch die klischeeüberladene Rahmenhandlung unterbrochen wird, die krampfhaft versucht dem Ganzen mehr Bedeutung zu verleihen, sind die Kämpfe überraschend gut inszeniert und gerade für Fans der Mythologie rund um Mothra, King Gidorah, Rodan besonders unterhaltsam. Leider kann selbst dass, die Tatsache nicht verschleiern, dass sich 130 Minuten nur für diese Prämisse irgendwann abnutzen. Auch tragen die grellen Lichteffekte, die wortwörtlich Licht ins Dunkel bringen und die zu intensiv, genutzten elektronischen Klänge, unterstützt von schnellen Schnitten eher zu einer permanenten Reizüberflutung bei. Wenn das auf einen Film zutrifft, sozusagen selbst die imposanten Actionszenen irgendwann so austauschbar wirken, dass man sie wenige Minuten nach dem Abspann wieder vergessen hat, sollte man sich fragen, ob sich der Schritt wirklich gelohnt hat.

Weniger ist halt manchmal mehr. Im Fall von „Godzilla: King of the Monsters“ sei den Machern ans Herz zu legen, sich eher am Erstling aus Japan zu orientieren, anstatt den nachfolgenden „Trash“ Fortsetzungen zu huldigen.

Über Marcel 537 Artikel
Film ist eine Sprache die jeder versteht. Egal ob in serieller Form oder als Animation, Film dient den Menschen als Unterhaltung und begeistert durch seine Vielfältigkeit. Sei es auf den Ebenen der Erzählung, Effekten oder Charakteren. Film ist aber nicht nur eine Sprache, sondern eine Kunstform, ganz gleich in welcher Art und Weise. Das was ich an Film und allgemein an Medien liebe, ist die Vielfältigkeit, die verschiedenen Ebenen insbesondere die Meta Ebenen und in neue Welten einzutauchen. Aber auch Kritik und Lösungsvorschläge filmisch an unserem heutigen System auszuüben und zu zeigen, wie die Welt in der Zukunft aussehen könnte. "Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein".

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