Anime Review: „My Hero Academia“ Staffel 2 Vol. 1

Nach dem spannenden und actionreichen Finale der ersten Staffel geht es für Deku und den Rest der Superhelden Klasse 1-A in die nächste Runde. Wortwörtlich, denn das Sportfest steht an, wo die angehenden Heldenschüler nun der Öffentlichkeit ihre Stärke demonstrieren müssen.

„Was gehört alles zum Heldsein dazu, reicht die Fähigkeit oder steckt dahinter noch mehr?“


© K. Horikoshi / Shueisha, My Hero Academia Project

Diese Fragen werden schon in den ersten Folgen der zweiten Staffel beantwortet, wo die Rede von Heldenagenturen, äußerem Erscheinungsbild und den verschiedenen Bereichen innerhalb der Heldenmachschinerie. Dazu zählen Support, Vermarktung, Management, man staunt, was alles neben der Superheldenklasse noch so ein superheldenaffinen Berufen an der Yuei ausgebildet wird. Auch kommt hierbei das erste Mal die Parellelklasse, die 1-B ins Spiel, von der wir bisher noch nichts gesehen haben, wie auch die Supportklassen und mehr, die zusätzlich alle auch am Sportfest teilnehmen (die Serie begrenzt sich jedoch auf die Teilnehmer des ersten Jahrgangs), die es mit ihren Fähigkeiten auch ganz schön in sich haben.


© K. Horikoshi / Shueisha, My Hero Academia Project

Was wiederum den Druck auf Deku, der immer noch nicht seine Kraft kontrollieren kann, ohne sich dabei selbst zu verletzen, drastisch erhöht. Des Weiteren macht ihm auch noch der Klassenbeste Shoto eine Kriegserklärung. Konzentrierte sich die erste Staffel hauptsächlich auf Deku, Katsuki und deren Weg/ Rivalität, erweitert sich die Geschichte nun auf die anderen Mitschüler und deren Fähigkeiten/ Motivation Superheld zu werden. So lernen wir auch deren Hintergründe/ familiäre Situationen kennen, was nicht nur das Konfliktpotenzial drastisch steigert, sondern auch emotionale Bindungen mit dem Zuschauer schafft.

Bestes Beispiel ist ganz klar die Figurenentwicklung von Shoto, der zu einem sehr bedeutenden Teil der Geschichte wird. Davon abgesehen werden die Helden das erste Mal im Rampenlicht stehen, da das Sportfest weltweit übertragen wird und müssen sich nun nicht nur ihrem eigenen Druck, sondern auch dem innerhalb der Gesellschaft stellen. Dabei wird von Folge zu Folge gezeigt, wie weit die jeweiligen Teilnehmer für den Sieg gehen. Bildlich sehr gut dargestellt bei der ersten Disziplin, dem Hindernislauf, in der Form eines viel zu schmalen Ganges durch den sich alle Teilnehmer durchzwängen müssen. Schon da wird das erste Mal ausgesiebt und das sie bei allen Disziplinen selbstverständlich auch ihre Fähigkeiten einsetzen dürfen, verstärkt im ersten Moment den Verdacht, dass Protagonist Deku, nicht ganz so gut wegkommen wird.


© K. Horikoshi / Shueisha, My Hero Academia Project

Er, der Erbe des One-For-All muss nun beweisen, dass er auch ohne des Einsetzens seiner Fähigkeit gewinnen kann.

Gelingt ihm das bei der ersten Disziplin noch gut, kommt er bei der nächsten, dem Reiterkampf, wo Schüler in Teams die Punkte-Bänder des jeweils anderen stehlen müssen, schon an seine Grenzen. Denn ab da kommen nur die ersten 4 in die Einzelrunden, wo es dann Schüler gegen Schüler geht.

Und genau da zeigt sich die Stärke des bislang besten aktuellen Shônen Animes. Studio Bones beweist immer wieder, dass sie wissen wie man Emotionen am besten in Szene setzt, bei Kämpfen gezielt den Mittelpunkt des Geschehens filmt und, dass selbst auch die staubigsten Szenen perfekt animiert sein kann. Denn gerade die Kämpfe sind das Aushängeschild von „My Hero Academia“, die nie zu sehr in die Länge gezogen werden, wie es beispielsweise bei One Piece der Fall ist. Hier sitzt jeder Schnitt, jede Bewegung, jeder Dialog, sodass die 25 Minuten pro Folge vergehen wie im Fluge.


© K. Horikoshi / Shueisha, My Hero Academia Project

Ein Anime, der so gut auf sein Pacing achtet, die Recaps immer kurz hält und interessante Figurenkonstellationen schafft, wie dass der öffentlichkeitsscheue Eraserhead neben dem lautstarken Present Mic als Sprecher Duo gesetzt wird, was immer wieder für witzige Momente sorgt. Auch ist sehr bemerkenswert, wie der Anime das Gleichgewicht zwischen den ruhigen Momenten: innere Monologe, Blicke aus der Vergangenheit und den Höhepunkten, das Finale des Reiterkampfes hält. Abgesehen von einigen sich wiederholenden Momenten wie zum Beispiel den Ausgang mancher Kämpfe, bleibt die Geschichte sehr wendungsreich, in ihrer Welt logisch nachvollziehbar und spannend.

Dazu gesagt, ein Aufeinandertreffen mit der Schurkenliga wie im Staffelfinale bleibt hierbei erstmal aus, allerdings werden Folge für Folge immer einige Andeutungen gemacht, was die zurzeit treiben.

Die Disk:

Zu den Technischen Details: Kaze spendiert erstmalig „My Hero Academia“ mit Vol 1 der zweiten Staffel einen Schüber, schön designt mit Motiven der Sportfest Arc und der noch kommenden Hero-Killer Arc. Jedoch neben dem bleibt das Bonusmaterial weiterhin sehr karg. Außer dem üblichen Digipack mit Booklet, Charaktercard und Sticker gibt es hier nur noch ein Clear Opening und Ending, sowie eine Staffel 1 Recap Folge.

Über Marcel 536 Artikel
Film ist eine Sprache die jeder versteht. Egal ob in serieller Form oder als Animation, Film dient den Menschen als Unterhaltung und begeistert durch seine Vielfältigkeit. Sei es auf den Ebenen der Erzählung, Effekten oder Charakteren. Film ist aber nicht nur eine Sprache, sondern eine Kunstform, ganz gleich in welcher Art und Weise. Das was ich an Film und allgemein an Medien liebe, ist die Vielfältigkeit, die verschiedenen Ebenen insbesondere die Meta Ebenen und in neue Welten einzutauchen. Aber auch Kritik und Lösungsvorschläge filmisch an unserem heutigen System auszuüben und zu zeigen, wie die Welt in der Zukunft aussehen könnte. "Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein".

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