Anime Review: „Detektiv Conan – The Movie (22): Zero der Vollstrecker“

Der kleine Detektiv mit dem Verstand eines 17jährigen, meldet sich zurück auf der Leinwand. Nachdem der letzte Film „Der purpurrote Liebesbrief“ sich mehr mit der japanischen Kultur insbesondere dem traditionellen Spiel Karuta beschäftigt hat, bekommt es Conan nun mit einem typischen Fall ala „Der tickende Wolkenkratzer“ zu tun, zumindest was den Actionanteil gegen Schluss betrifft.

Doch erstmal zur Handlung:
Im neuen Kongresszentrum „Edge of Ocean“ in der Bucht von Tokyo soll ein großes Gipfeltreffen stattfinden. Kurz vor der Eröffnung erschüttert jedoch eine gewaltige Explosion das Gelände. Während die Polizei noch rätselt, ob es sich um einen Unfall oder Anschlag handelt, werden am Tatort Fingerabdrücke gefunden – die zu Kogorô Môri gehören! Conan setzt alles daran, bei seinen eigenen Nachforschungen dessen Unschuld zu beweisen …

Auch die Detective Boys sind wieder dabei. |© Gosho Aoyama – Detectiv Conan Committee

Klingt nach einem typischen Conan Fall, der gerade mit dem Fokus auf Cyberkriminalität und Dronen den Zeitgeist widerspiegelt. Aber auch politische Verstrickungen, insbesondere die Zusammenarbeit zwischen Staatsanwaltschaft und Polizei bzw. Sonderabteilung spielt hier eine große Rolle. So wird Sondereinsatzermittler Toru Amuro zu einer der wichtigsten Figuren in diesem Spiel.

Ebenso ist anfangs nicht klar, ob er mit Conan oder gegen ihn arbeitet. Und auch wie das ganze mit Kogorô zusammenhängt, bleibt lange im Verborgenen. Damit ist der Spannungsaufbau hier deutlich besser, als im Vorgänger. Auch die westlichen Motive sind für Außenstehende verständlicher als der Bezug zur japanischen Tradition. Das erleichtert den Einstieg für den Zuschauer ins Geschehen ungemein. Auch schafft es der Film mit Amuro und Conan die perfekte Combo zwischen Recht und Gerechtigkeitsinn, die sich durch den gesamten Film zieht. So steht der Zuschauer oft vor der Wahl, wer nun im Recht ist und warum.

Wem kann unser Meisterdetektiv trauen? |© Gosho Aoyama – Detective Conan Committee

Überraschenderweise schraubt der Film, welcher sonst einen sehr hohen Actionanteil aufweist, diesen größtenteils runter und konzentriert sich dadurch mehr auf die Interaktion zwischen den einzelnen Charakteren, was dem Film ausgesprochen gut tut. Ob jedoch das überraschende, Conan typische Finale in den Ausmaß wirklich hätte sein müssen, lässt sich streiten. Es fühlt sich eher an, wie eine unnötige Ergänzung, getreu dem Motto „Conan muss mal wieder alle retten“ als wie ein essenzieller Aspekt des Films an. Da dies sich jedoch nur auf Finale beschränkt, kann man darüber getrost hinweg sehen.

Ein gewisser Grad an Action darf bei einem Conan Film natürlich nicht fehlen. | © Gosho Aoyama – Detective Conan Committee

Der deutsche Synchrocast rund um Conan Stammsprecher Tobias Müller leistet wie immer hervorragende Arbeit, einzig die Animation sieht in manchen Szenen wie beispielsweise einiger Explosionen nicht ganz so gut aus, wie die anderen.

So kann man schlussendlich sagen, dass „Zero: Der Vollstrecker“ für Fans der Filmreihe ein absolutes Muss ist, auch wenn er nicht viel neues bietet folgt ganz der typischen Conan Formel wie man sie kennt und liebt. Auch sollte man bis zum Schluss sitzen bleiben, da dort ein kleiner Vorgeschmack auf den nächsten Film gezeigt wird, der zur Freude vieler ein sehr bekannten Charakter zurückbringt.

Wir bedanken uns vielmals bei Kazé für die Bereitstellung des Filmes!

Über Marcel 537 Artikel
Film ist eine Sprache die jeder versteht. Egal ob in serieller Form oder als Animation, Film dient den Menschen als Unterhaltung und begeistert durch seine Vielfältigkeit. Sei es auf den Ebenen der Erzählung, Effekten oder Charakteren. Film ist aber nicht nur eine Sprache, sondern eine Kunstform, ganz gleich in welcher Art und Weise. Das was ich an Film und allgemein an Medien liebe, ist die Vielfältigkeit, die verschiedenen Ebenen insbesondere die Meta Ebenen und in neue Welten einzutauchen. Aber auch Kritik und Lösungsvorschläge filmisch an unserem heutigen System auszuüben und zu zeigen, wie die Welt in der Zukunft aussehen könnte. "Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein".

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