Game-Preview: GRID

Wir wurden eingeladen, um mit Codemasters neuem Rennspiel GRID, in München ein paar Runden zu drehen. Natürlich konnten wir da schlecht Nein sagen und Florian hat sich direkt in den Süden Deutschlands aufgemacht. Und dort wurde er ordentlich durchgeschüttelt, denn nettes hintereinanderher fahren gibt es in GRID nicht. Was dies genau bedeutet, erfahrt ihr in unserer Preview:

Manchmal reicht ein Wort

GRID klinkt zwar wie der erste Teil einer Serie, ist aber eigentlich bereits der vierte Ableger der Rennserie von Codemasters. Der kurze Name hat jedoch eine Bedeutung, so sieht man in GRID eine Art Reboot, mit dem man sich an den ersten Teil der Reihe orientiert, wie uns der Game Director Christopher Smith persönlich versicherte. Während Race Driver: Grid zu seiner Zeit die Balance zwischen Simulation und Arcade Racer nahezu perfekt meisterte, sind die beiden Nachfolger dagegen zu stark in die eine oder andere Richtung gegangen. Mit GRID möchte man nun wieder alle Rennspiel-Fans ansprechen. Das Christopher Smith weiß, wovon er redet, haben wir bereits an Forza Horizon gesehen, an dem er zuvor mitwirkte. Smith ist es besonders wichtig, realistische Rennen mit mehr Action und Adrenalin zu füllen. Dazu verhilft das neue Nemesis-System. Wer da an die Mittelerde Spiele Mordors Schatten und Schatten des Krieges denken muss, liegt nicht besonders Falsch. Rammt ihr einen Gegner, kann dieser es persönlich nehmen und wird zu eurem persönlichen Nemesis. Spielerisch bedeutet das, dass dieser Gegner für die Dauer des Rennens einen Buff bekommt und deutlich aggressiver gegen euch vorgeht. Insgesamt könnt ihr bis zu fünf Gegner zum Nemesis transferieren. Wer nun auf richtige Rivalitäten wie in F1 2019 denkt, wird jedoch enttäuscht. Nach jedem Rennen vertragen sich alle Beteiligten wieder und das Nemesis-System wird zurückgesetzt. Auch Strafen für Rempler wie in F1 2019 gibt es hier nicht, was dass risikoreiche Überholen mit möglichem Start einer Nemesis Rivalität motiviert.

Doch was steckt sonst noch in GRID? Neben gewöhnliches Freies Rennen (Hier ist von Anfang an alles freigespielt) und Online-Multiplayer, werdet ihr den Großteil eurer Zeit in der Karriere verbringen. Anstelle aber einen Fahrer zu kreieren und eine Rennsaison zu befahren, gibt es in GRID einfach ein Menü mit einer Reihe von Rennen, bei denen ihr eine gewisse Vorgabe erfüllen müsst, um das Event zu bestehen. Dabei besteht ein Event aus mehreren Rennen, aber auch innerhalb eines Events wird ein Nemesis nicht übernommen. Die Events unterteilen sich selber in mehreren Rennklassen auf, die nach den Boliden bestimmt werden. So könnt ihr zwischen Stockcars, Tuning-Cars, GT-Fahrzeuge und Touring Cars wählen. Dazu kommen noch Invitationals und einer Rennserie mit Profi-Rennfahrer Fernando Alonso, der in GRID als beratender Rolle tätig war. Die beiden zuletzt genannten Rennserien beherbergen eine Reihe von teil sehr exotischen Rennfahrzeuge. Wer sieben Events einer Klasse meistert, darf zum Schluss in ein Zwei-gegen-Zwei Event antreten, um eine Klasse schlussendlich abzuschließen. Wer alle abgeschlossen hat, darf sein Glück noch in einer letzten Klasse versuchen.

Aber sagte ich gerade Zwei-gegen-Zwei? Ja, denn in GRID tretet ihr immer als zweier Team an. Dabei könnt ihr aus einem großen Pool an Fahrern wählen, die alle ihre eigenen Stärken und Schwächen haben. Aber Obacht, ein besserer Fahrer ist nicht zwangsläufig ein besserer Kollege, so lässt sich nicht jeder Fahrer sagen, mit welcher Strategie er vorgehen soll. In unserer Demonstration war unser K.I.-Kollege jedoch relativ nutzlos, da dieser zu schwach war, um ihn strategisch einzusetzen. Am Ende zählt nämlich nur euer eigener Erfolg und nicht der des Teams. Wo bei ihr euer Team auch nicht völlig außer Augen lassen solltet, da ihr für eure Teamleistung und auch sauberes Fahren mit Punkten belohnt werdet, die ihr zum Beispiel in neue Fahrzeuge stecken könnt.

Kampf auf dem Asphalt

Doch am Ende kommt es natürlich auf das Renngefühl an. Und wir können bereits in dieser frühen Version sagen, dass Game Director Christopher Smith nicht zu viel versprochen hat. GRID fühlt sich wie die perfekte Verschmelzung von Arcade Racer und Simulation an. Etwas, was ich seit dem Ende der Project Gotham Racing-Reihe vermisse. Natürlich könnt ihr Codemaster-Typisch wieder eine große Menge von Anpassungen vornehmen, der den Simulationsgrad noch deutlich erhöhen kann. Auch den höheren Anteil an Rennaction können wir bestätigen, da wir immer wieder an Situation kommen, wo wie Rad an Rad mit unserem Konkurrenten fahren und jede Kurve zwischen Sieg und Niederlage entscheiden kann. Wer mit der Niederlage nicht klar kommt, kann natürlich auch wieder die obligatorische Rückspulfunktion nutzen. Um das Adrenalin noch etwas stärker in unsere Adern zu Pumpen, gibt es in GRID auch mehr Unfälle der K.I., als in vergleichbaren Racer. Um uns dies etwas genauer zu demonstrieren, wurde die Häufigkeiten, sowie die Empfindlichkeit von Unfällen und auch dem Nemesis-System hochgestellt, was leider in der Fassung zu einer Reihe von Unstimmigkeiten geführt hat. So haben sich nicht selten andere Fahrer ohne irgendwelche Einwirkungen mehrfach überschlagen.

Was in der Künstlichen Intelligenz vielleicht noch fehlt, ist jedoch schon im Sound Design vorhanden. Während GRID visuell bereits in der Ersten Liga der Codemasters-Rennspiele mitfährt, hat uns gerade der Sound beeindruckt. Die Motoren brummen ordentlich und wie Kollege Sebastian Geiger vor Ort schon treffend anmerkte: „Die Motoren der Autos, die eigentlich nicht für den Rennsport gemacht wurden, klingen so beansprucht, als würden sie gleich explodieren.“ Eine Aussage, der ich völlig Zustimmen muss.

Erwartung:

GRID macht schon vieles richtig und gerade der Spagat zwischen Simulationstreue und doch trotzdem ein wenig Arcade-Rennspiel macht Lust auf mehr. Und auch der Fokus auf hitzige Gefechte beim Rennen ist schon gut zu spüren, leider aber noch mit einigen Kinderkrankheiten, sowie noch einigen weiteren technischen Bugs, die bis zum Release ausgemerzt sein sollten. Dafür bleibt das Team um Christoph jedoch noch einiges an Zeit, wenn das Spiel um 11.10.2019 für Xbox One, PlayStation 4 und PC erscheint. Wir glauben, dass Spiel ist, aber jetzt schon auf in der Pole-Position.

Über Florian Blind 237 Artikel
Angefangen mit dem Nintendo 64 bin ich bereits seid dem größten Teil meines Lebens Gamer. Neben dem Gaming haben mich auch durch RTL II Animes schon in Kindheitstagen begleitet und beide Hobbys spielen auch heute noch einen wichtigen Teil in meinem Leben. Das Schreiben habe ich 2012 bei dem Anime Online Magazin "Animey" begonnen.

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