Game Review: F1 2019

Jährliche Updates für Sportspiele sind in der Industrie Gang und Gebe. Dennoch denkt man dabei meist an Electronic Arts und 2K Games, doch auch Rennspiele haben jährliche Saisons. So dürfen wir uns jedes Jahr neu ans Steuer eines Formel 1 Boliden setzen und um Ruhm und Ehre fahren. Wir haben uns das aktuelle F1 2018 angesehen und prüfen das Spiel auf das berühmte Vorurteil des jährlichen Updates.

From Zero to Hero

Fifa hat seit den letzten drei Iterationen einen Karriere Modus eingebaut, in dem ihr die Geschichte des Fantasiespielers Alex Hunter verfolgt. Auch in F1 ist die Karriere ein wichtiges Herzstück des Spiels, doch anstelle eines vorprogrammierten Helden, verfolgt ihr euren eigenen Weg zur Formel 1 Legende. Anstelle direkt in die Schuhe von Sebastian Vettel oder Lewis Hamilton zu steigen, startet ihr, indem ihr euren eigenen Charakter erstellt, der, bevor er überhaupt ein Formel 1 Wagen unter sich fühlt, sich erst mal in der Formel 2 beweisen muss. Wer jetzt auf eine richtige Saison in der Formel 2 hofft, wird dennoch enttäuscht, die Formel 2 ist eher eine Art Tutorial, das euch die Spielelemente von F1 2019 vor die Augen führt. So dürft ihr zum ersten Mal ein Interview mit einem Reporter führen, bekommt Anweisungen von eurem Rennstall, die nicht kompatibel mit euren Zielen sind und ihr bekommt einen Rivalen vor die Nase gesetzt, der euch bei jeder Chance versucht Steine in den Weg zu werfen. Natürlich könnt ihr jedoch außerhalb der Karriere, euch richtig in die Formel 2 werfen lassen.

Doch während das, ähnlich wie in Fifa, noch alles Gescriptet ist, entwickeln sich eure Rivalitäten, sobald ihr in die Erste Liga des Rennsports aufgestiegen seid, dynamisch. Etwas was Fluch und Segen zugleich ist. Zwar könnt ihr nicht vorhersehen was passiert, dennoch erreicht das Spiel nie die Intensität eines vergleichbaren Spiels, wo jedoch alles vorherbestimmt wird. Aber der Mittelpunkt des Rennsports ist natürlich eh das Rennen. Wie ihr euer Rennwochenende angehen wollt, könnt ihr zum Beginn völlig selber bestimmen. Wollt ihr das komplette Training mitmachen und alle drei Qualifikations-Phasen oder doch lieber das Training simulieren und die Qualifikation in einem Rutsch beenden? Und das Rennen? Möchtet ihr immer 10 Runden fahren, 25% der eigentlichen Rundenanzahl oder seid ihr solche Formel 1 Enthusiasten, dass ihr immer die volle Renndistanz fahren wollt? Das Spiel lässt euch die freie Hand.

Ein Lenkrad für Alle

Wie ihr ein Rennwochenende angehen wollt, ist jedoch nicht eure einzige Entscheidung. Wie man es von Rennspielen von Codemasters kennt, habt ihr zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten zum Fahrverhalten eures Wagens. Damit werden Simulations-Fans wie Arcade Fahrer zugleich angesprochen. Zahlreiche Rennhilfen helfen jedem Fahranfänger den Wagen sicher über die Ziellinie und regelkonform durch die Boxengasse zu bringen. Auch der Schwierigkeitsgrad der KI ist, ähnlich wie schon in Dirt 2.0 zuletzt, sehr genau einstellbar durch eine Skalierung auf 100 Punkte.

Neben der Karriere habt ihr natürlich noch den Multiplayer, um euer Rennfahrerkönnen unter beweis zu stellen. Hier habt ihr sogar eine ganze Reihe von Möglichkeiten. So gibt es wöchentliche Events, Ligen denen ihr beitreten oder selbst erstellen könnt, das typische Ranglistenspiel oder ihr könnt natürlich auch Rennen mit euren Freunden fahren.

Fazit:

F1 2019 ist ein starkes Rennspiel mit einer guten Umsetzung des Formel 1 Zirkus. Doch um auf die Frage vom Beginn einzugehen, vieles in F1 2019 sollten Kenner des Spieles aus dem Vorjahr bereits kennen. Der 2019er Teil macht nichts wirklich neu, abgesehen von der Formel 2 Lizenz, die ihr übrigens abseits der Karriere auch in einem separaten Modus spielen könnt. Aber Freunde von Sportspielen ist dies ja nicht unbekannt und das System von Codemasters Formel 1-Reihe ist auch sehr gut also warum ändern? Was wirklich enttäuscht ist, dass sogar der Großteil der Interview Fragen recycelt worden und auch die Charaktermodelle und ihre Animationen sehen nicht auf dem Stand von 2019 aus. Auf der Strecke bekommen wir jedoch das spielerisch und äußerlich beste Formel 1 Spiel bisher.

Über Florian Blind 244 Artikel
Angefangen mit dem Nintendo 64 bin ich bereits seid dem größten Teil meines Lebens Gamer. Neben dem Gaming haben mich auch durch RTL II Animes schon in Kindheitstagen begleitet und beide Hobbys spielen auch heute noch einen wichtigen Teil in meinem Leben. Das Schreiben habe ich 2012 bei dem Anime Online Magazin "Animey" begonnen.

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