Kritik: Little Monsters

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Die Midnight Sektion auf dem Sundance Film Festival genießt schon lange einen Kultstatus. Grund dafür ist die herausragende Qualität der dort gezeigten Filme, meistens Horror, aber auch schwarze Komödien. Mit Little Monsters hat die Midnight Sektion einen weiteren denkwürdigen Film herausgebracht, der unheimlich viel Spaß macht.

Was passiert, wenn eine Kindergartengruppe mit ihrer Lehrerin auf einem Ausflug in einen Vergnügungspark ausgerechnet in einer Zombie Apokalypse landen? Klingt verrückt und ist es auch. Doch nicht in einer gruseligen Art, sondern eher das komplette Gegenteil. Im Grunde genommen könnte man fast sagen, es ist ein Familienfilm. Das alleine zeigt schon die erste Sequenz, in dem ein sich streitendes Pärchen, in sämtlichen Situationen gezeigt wird, sei es im Auto, am Tisch mit Freunden oder in den eigenen 4 Wänden. Gleichzeitig dazu läuft im Hintergrund der Soundtrack, ein Jazz Mix und der Titel des Films wird in knallgelber Schrift langsam eingeblendet. Auch erst Mal auf die Idee zu kommen, eine Militärbasis genau neben einem Vergnügungspark zu errichten, hat schon was für sich.

Alleine das schon, zeigt die Einzigartigkeit, die sich durch den gesamten Film zieht. Sei es, wenn die Zombies den zentralen Punkt einen Souvenirshop belagern und man im Hintergrund die Nationalflagge von Australien sieht, oder wenn Josh Gad als Kinderentertainer sein wahres Gesicht zeigt und über all seine Sünden philosophiert, die hauptsächlich mit Müttern anderer Kinder zu tun haben, oder der Protagonist sich erst Mal einen runterholt auf dem Gruppenbild seines Neffen, nur weil darauf seine Kindergärtnerin abgebildet ist, dann zeigt das schon, dass der Film vor nix und niemanden halt macht. Sehr lustig auch zu sehen, wie sich die Charaktere im Laufe der Handlung wandeln, allen voran Lupita Nyong’o die in einer Szene sich durch die Horde Zombies kämpft, um einen EpiPen zu holen, weil ein Kind ihrer Gruppe einen anaphylaktischen Schock erleidet oder in einer anderen beim Erstkontakt einen Zombie mit einer Mistgabel aufspießt.

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All das zeigt, wie vielseitig man Filme mit Zombies auch gestalten kann. Dabei beweist der Australier Abe Forsythe nach seinem Erstling Down Under, dass er das Zeug dazu hat, die richtige Balance zu finden. So setzt er überraschenderweise auf praktische Effekte, was einem sofort durch das wundervolle Make-Up der Zombies oder allgemein die Gestaltung des Parks und die Stunts mit einem Traktor ins Auge fällt. Gleichzeitig schafft er es aber auch, die Kinder so gekonnt in Szene zu setzen, dass sie nicht negativ oder nervig rüberkommen, sondern auf eine sehr angenehme lustige Art und Weise, siehe Star Wars Anspielung mit der Macht oder wenn ein Kind mit Zombies Golf spielt.

So sollte man durchaus hier seinen Hut ziehen, von der wundervollen Homage an Zombiefilme, aber gleichzeitig auch die Anerkennung auf die schon sehr harte Arbeit einer Kindergärtnerin.

Über Marcel 537 Artikel
Film ist eine Sprache die jeder versteht. Egal ob in serieller Form oder als Animation, Film dient den Menschen als Unterhaltung und begeistert durch seine Vielfältigkeit. Sei es auf den Ebenen der Erzählung, Effekten oder Charakteren. Film ist aber nicht nur eine Sprache, sondern eine Kunstform, ganz gleich in welcher Art und Weise. Das was ich an Film und allgemein an Medien liebe, ist die Vielfältigkeit, die verschiedenen Ebenen insbesondere die Meta Ebenen und in neue Welten einzutauchen. Aber auch Kritik und Lösungsvorschläge filmisch an unserem heutigen System auszuüben und zu zeigen, wie die Welt in der Zukunft aussehen könnte. "Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein".

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