„Star Trek: Picard“ Review Folge 1-3 plus Interviews

Pictured: Patr/CBS ©2019 CBS Interactive, Inc. All Rights Reserved.

18 Jahre hat es gedauert, Patrick Stewart zu einer Rückkehr zum „Star Trek“ Universum zu bewegen. Warum Picard keine eigenständige Story ist, sondern als legitime Fortsetzung von „The Next Gerneration“ bezeichnet werden kann, deutet sich schon ab Folge 1 an. 

So wird anfangs Picard auf seinem Weingut gezeigt, er ist alt, hat Albträume und hat mit sich und der Außenwelt abgeschlossen. Glaubt er zumindest, denn nach einem TV Interview, wodurch die junge Dahj auf ihn aufmerksam wird, ändert sich das schlagartig. Schon hier zeigt sich, dass ein Außenstehender nix mit Picard anfangen kann, weil die Serie von Anfang an auf „The Next Generation“ aufbaut. Das heißt die Facts, wer sind die Romulaner, welche Spezies gibt es, wie hängt das Ganze mit Picard zusammen und all das, weiß der normale Zuschauer nicht. Hinzu kommt, dass die Haupthandlung sich ebenfalls nicht anfühlt, wie was eigenständiges und die zentrale Person, um die sich die Serie dreht, eigentlich schon gestorben ist. Man könnte Picard auch als „Datas Legacy“ bezeichnen. Denn der Grund warum Picard eigentlich aus dem Ruhestand zurückkehrt, liegt schon beim Pokerspiel auf der Hand. Er hat nicht mehr genügend eigene Kraft, um sich selber aus dem Klappstuhl zu stemmen.

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Das gleiche gilt auch für die Sternenflotte. Bei ihr haben Freigeister wie Picard längst ausgedient und wurden durch Bürokraten ersetzt, die immer strikt nach Vorschrift handeln. Wagnisse, Bedenken, werden mit einer Bemerkung vom Tisch gewischt, da niemand seinen Kopf dafür hinhalten will, wenn was schief geht. Das einstige Motto der Sternenflotte, alles wofür sie mal stand, gehörte mit einem Mal der Vergangenheit an. Picard selbst ist nur noch ein Relikt, aus einer Zeit, die längst vergessen ist. Und obwohl man ihn medial immer noch schätzt, ist seine Meinung längst keinen Pfifferling mehr Wert.

Somit hat man schonmal alles, was „Das nächste Jahrhundert“ vom seriellen Aufbau her, ausgemacht hat, zerstört. Was wiederum bedeutet, dass man die Serie (noch) nicht als Case of the Week Szenario gestalten kann, wie damals. Das heißt etwas neues muss her. Allerdings um das an den Punkt zu bringen, wo die Enterprise beginnt, bedarf es Zeit. Picard und seine neue Crew müssen also erstmal in den Weltraum, damit überhaupt erstmal ein Fundament entstehen kann, auf das man später aufbaut. Eine Divergenz, die bei „Discovery“ in dieser Art und Weise nicht vorhanden war.

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Denn das die Serie sich nicht ausschließlich auf Picard konzentriert, wird spätestens an dem Punkt klar, wo der Borg Kubus auftaucht. Man versucht zwei Handlungsstränge parallel zu erzählen, die irgendwann gegen Ende dann zusammenlaufen sollen. Und da sind wir schon bei der großen Abweichung angelangt: Folge 1-3 fühlen sich wie ein Prolog an, viel sicherer hätte man es gestalten können, wenn man schon zu Beginn mehrere der alten Recken mit ins Boot geholt hätte. So muss sich der Zuschauer auf was neues einlassen, dass jedoch zu komplex dargestellt wird, als das man schon nach 3 Folgen einen Ausblick darauf geben könnte, ob sich die Serie lohnt oder nicht.

Bei Picard werden wir erst am Ende der ersten Staffel wissen, ob es die Reise wert war und wir bereit sind, diese auch weiter zu bestreiten. Bis dahin müssen wir uns mit der Paraderolle des Patrick Stewart zufrieden geben und hoffen, dass er die Mannschaft bis zum Staffelfinale beisammen hält. Eines muss man den Machern lassen, sie haben extrem viel Vertrauen in ihre Fans, wenn sie ein solches Wagnis eingehen. 

Über Marcel 577 Artikel
Film ist eine Sprache die jeder versteht. Egal ob in serieller Form oder als Animation, Film dient den Menschen als Unterhaltung und begeistert durch seine Vielfältigkeit. Sei es auf den Ebenen der Erzählung, Effekten oder Charakteren. Film ist aber nicht nur eine Sprache, sondern eine Kunstform, ganz gleich in welcher Art und Weise. Das was ich an Film und allgemein an Medien liebe, ist die Vielfältigkeit, die verschiedenen Ebenen insbesondere die Meta Ebenen und in neue Welten einzutauchen. Aber auch Kritik und Lösungsvorschläge filmisch an unserem heutigen System auszuüben und zu zeigen, wie die Welt in der Zukunft aussehen könnte. "Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein".

2 Kommentare

  1. Ich kann dem Artikel in keiner Weise zustimmen. Ich habe das Gefühl, der Verfasser steht mehr auf seichte Action und inhaltslose Effekthascherei. Mal ernsthaft, er beschwert sich darüber, dass ihm der Plot zu komplex ist? In der ach so seichten Fernsehlandschaft ist das für mich eine willkommene Abwechslung. Die Serie lässt sich Zeit? Ach herrje, dabei wollen wir Zuschauer doch alles und am liebsten auf Einmal haben^^ Also, Herr Kommentator, schauen sie ruhig weiterhin IBES oder DSDS und das in meinen Augen komplett misslungene Discovery, wo eine Michael Burnham sogar anfängt zu heulen, wenn sie mal auf die Toilette muß…

    • Da haben sie die Kritik missverstanden Herr Baumgart. Sie ist eine Reaktion auf die Aussage, dass Picard eine eigenständige Serie wäre, was nunmal nicht stimmt. Ich hab auch nie gesagt oder geschrieben, dass es negativ ist, dass die Handlung komplexer ist. Ich hab bloß festgestellt, dass die Serie vom Aufbau her anders ist, als TNG. Und dasd es aufgrund vieler verschiedener Faktoren definitiv eine Fortsetzung ist. Dazu gesagt steht in der Kritik nicht, dass dieser Storyaufbau schlecht ist, nur anders.
      In meiner Kritik gibt es keine Wertung, nur Feststellungen. Sry dass ich sie nicht so einfach gestrickt hab und gleich gesagt hab, sie ist gut. Aber das kann jeder anders handhaben

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