Wieso ist fast jeder Craig Bond Song eine Ballade? Special zu „Keine Zeit zu Sterben“

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Nachdem die 4-fache Grammy Gewinnerin Billie Eilish für massig Tumult im Netz sorgte, als ihr gleichnamiger Song „No Time to Die“ veröffentlicht wurde, dachten wir uns, wir gehen mal der Tatsache auf den Grund, dass fast jeder Bond Song im Craig-Universum eine Ballade ist.

Es ist kein Geheimnis, dass jeder Bond Song die Tonalität des Films wiederspiegelt. Das ist schon seit „Liebesgrüße aus Moskau“ so und wird sich in naher Zukunft auch nicht ändern. Nun nach Veröffentlichung von Billie Eilischs Song sollte man sich langsam fragen, wieso inzwischen jeder Bond Song gleich klingt, dieselbe Thematik verfolgt und Bond von Film zu Film immer düsterer wird.

Funfact am Rande: Craig selber wollte dass Eilish den Bond Song sind, wem er also nicht gefällt, sollte sich lieber an den Darsteller, statt die Produktionsfirma wenden. 

Anpassung an den Zeitgeist?

Seit „Skyfall“ werden die Craig Bonds immer düsterer. Der Grund, die serielle Erzählung, die Anpassung an den Zeitgeist und ein Publikum das findet, dass Bond düster sein muss. Der Witz ist inzwischen komplett verflogen. Alles wird für bare Münze genommen, jeder Bösewicht steht in irgendeiner Verbindung zu Bond, siehe das idiotische, unlogische Familienverhältnis mit Bonds angeblichen Ziehbruder und vieles mehr. Dabei waren die Filme selbst zur Brosnan Ära immer in sich geschlossen und selbst die Connery und Moore Bonds hatten nur ganz lose Verbindungen, siehe Blofeld. 

Inzwischen legt man bei der Auswahl der Songs auch mehr auf den Bekanntheitsgrad der Musiker, statt auf den Titel. So hat Adele noch was einzigartiges vollbracht, trällerte bei Sam Smith eher eine recht austauschbare Popballade, die relativ schnell wieder vergessen ist. Experimente wie mit Alicia Keys und Jack White oder Chris Cornell wagt man sich gar nicht mehr. Zu Blöd, dass genau sein Song „You know my Name“ bis heute der beste und bekannteste der Craig-Bond Ära ist. Wobei das ist natürlich alles Geschmackssache. 

Dennoch ist es Fakt, dass solche Songs wie die von Eilish oder Smith nicht lange im Gedächtnis bleiben. Bei Adele hatte man eine Power Stimme, die nur noch Tina Turner mit „Golden Eye“ übertreffen konnte. Elishs Song klingt zwar verletzlich und handwerklich gut gemacht, jedoch prophezeie ich, dass man sich an dem nach einem halben Jahr niemand mehr erinnern wird.

Mehr Originalität wäre zu wünschen

Dabei ist das Bond Opening eines der Hauptbestandteile eines jeden Films. Wenn man danach geht, wird „Keine Zeit zu Sterben“ sich vom Ton her an „Skyfall“ und „Spectre“ orientieren, wenn nicht den sogar kopieren. Sehr schade, denn Bond stand nicht nur für Zeitgeist, sondern war auch sehr experimentierfreudig und hatte immer seinen ganz eigenen Charme. 

Bei „Casino Royale“ war das alles noch was neues, aber langsam kriegt man den Eindruck, dass den Schreibern die Ideen ausgehen. Und das nicht nur bei der Wahl der Sänger und des Songs. Eine komplette Veränderung in jeglicher Hinsicht, würde dem Franchise, dass schon so lange existiert, sehr gut tun. 

Zum Abschluss noch ein Link zu „Grübelecke“ rund um James Bond.

Über Marcel 560 Artikel
Film ist eine Sprache die jeder versteht. Egal ob in serieller Form oder als Animation, Film dient den Menschen als Unterhaltung und begeistert durch seine Vielfältigkeit. Sei es auf den Ebenen der Erzählung, Effekten oder Charakteren. Film ist aber nicht nur eine Sprache, sondern eine Kunstform, ganz gleich in welcher Art und Weise. Das was ich an Film und allgemein an Medien liebe, ist die Vielfältigkeit, die verschiedenen Ebenen insbesondere die Meta Ebenen und in neue Welten einzutauchen. Aber auch Kritik und Lösungsvorschläge filmisch an unserem heutigen System auszuüben und zu zeigen, wie die Welt in der Zukunft aussehen könnte. "Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein".

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