„Onward: Keine halben Sachen“ Film Review

© 2019 Disney/Pixar. All Rights Reserved.

Fantasy trifft auf Wirklichkeit. So oder so ähnlich könnte man „Onward“ am besten beschreiben. Was wäre wenn die Fantasie, die alten Mythen und Sagen, dem Fortschritt weichen müssten? Sehr treffend dargestellt mit der Elfe, die die Glühbirne erfindet. In Onward wird beschrieben, wie es wäre wenn unsere Wirklichkeit/ Kapitalismus auch in die Fantasie einziehen würde. Man sieht Einhörner, die völlig runtergekommen sich ums Essen bei Mülltonnen prügeln, Zentauren werden zu Polizisten und müssen Auto fahren, statt frei umherzulaufen. Drachen sind Haustiere und Elfen einfache Mittelständler.

So zeigt der Film was passiert, wenn Kultur auf Fortschritt trifft, aber auch welche Auswirkungen das auf die Zukunft hat. Man fragt sich da nur noch, was eigentlich mit den Magiern und ihrer Magie ist? Nun, die gibt es nicht mehr. Durch die ganzen technischen Fortschritte, wurde Magie überflüßig, denn alles was die Zauberer können, können die Maschinen schon lange. In dieser Welt geht man mit zwei grundverschiedenen Brüdern auf die Reise. Während der große Bruder auf die Tradition beharrt, teilweise so wirkt, als könnte er bei „Fridays for Future“ mitmachen, ist der andere auf der Suche nach seinem Platz in der Welt. Er glaubt, um das zu bewältigen, fehlt ihm eine Vaterfigur, ein Mentor, der ihm das beibringt, was er nicht kann.

Schon immer zeichnen sich Pixar Filme durch ihre Botschaft, das Miteinander und den familiären Aspekt aus. Wo andere oberflächlich und konsumorientiert rangehen, versucht Pixar, Werte zu vermitteln. Bei „Onward“ geht es ums Erwachsenwerden ohne eine väterliche Bezugsperson.

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Etwas, was in der heutigen Zeit keine Seltenheit mehr ist. Ian Lightwood, so heißt der Protagonist weiß nicht, wie er einfache Hürden wie Autofahren, in Kontakt mit anderen Menschen treten und allgemein selbstbewusster auftreten, handhaben soll. So muss er verschiedene Quests absolvieren, um letzten Endes herauszufinden, dass egal wer, jeder eine Vaterfigur sein kann. Manchmal auch der größere Bruder, der schon sein ganzes Leben da war.

Pixar gelingt immer die große Kunst, diese Botschaft mit einer sehr vorhersehbaren Story zu kombinieren, sodass man sich mehr mit den Figuren identifiziert, als großen Wert auf alles andere zu legen. Zugleich schafft es der Film auch das ältere Publikum in seinen Bann zu ziehen und interessante Theorien und Lösungen anzubieten. So gibt es immer ein originelles, interessantes Konzept, dass an eine recht bekannte Formel angepasst wird.

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Der Road Trip hat natürlich die Funktion der Selbstfindungsreise und auch hier trifft man auf Gefahren, die man ohne weiteres nicht alleine bewältigen kann. Gleichzeitig verzichtet man aber auch auf eine Schwarz/ Weiß Malerei mit Gut und Böse. Onward ist eine bunte Welt und der unseren fast in allen Belangen sehr ähnlich. Ein netter Einfall ist auch die To-Do Liste, die Ian immer hat und abhackt. Gerade in der heutigen Zeit relativ oft gebräuchlich, allerdings in Smartphones. Aber in Ians Welt ist er die Ausnahme. Als sein Handy kaputt geht und seine Mutter es zerstört im durchwühlten Zimmer findet, schrillen die Alarmglocken.

Überall würde man sich beschweren, dass es natürlich ein Happy End gibt. Außer bei Pixar, denn da ist das Ende eine gewonnene Erkenntnis, durch die Kinder auch den Wert einer Familie schätzen lernen.

Über Marcel 560 Artikel
Film ist eine Sprache die jeder versteht. Egal ob in serieller Form oder als Animation, Film dient den Menschen als Unterhaltung und begeistert durch seine Vielfältigkeit. Sei es auf den Ebenen der Erzählung, Effekten oder Charakteren. Film ist aber nicht nur eine Sprache, sondern eine Kunstform, ganz gleich in welcher Art und Weise. Das was ich an Film und allgemein an Medien liebe, ist die Vielfältigkeit, die verschiedenen Ebenen insbesondere die Meta Ebenen und in neue Welten einzutauchen. Aber auch Kritik und Lösungsvorschläge filmisch an unserem heutigen System auszuüben und zu zeigen, wie die Welt in der Zukunft aussehen könnte. "Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein".

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