„Space Force“ Staffel 1 Serienreview

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Wer kann sich noch an letztes Jahr erinnern, als Trump sein neustes Programm „Space Force“ und die dazugehörigen Uniformen vorstellte. Das Gelächter war groß, gerade weil das Logo verblüffende Ähnlichkeit mit dem, der Sternenflotte in „Star Trek“ hat. Nun haben sich Greg Daniels und Steve Carrell das als Thema ihrer neuen Serie gemacht.

Man möchte meinen, mit den Machern von „The Office US“ und dem unvergleichlichen Mockumentary Stil kann eigentlich nix schief gehen. Tja falsch gedacht, denn „Space Force“ ist zu keinem Zeitpunkt auf dem Level von „The Office US“. Auch wird die Serie nicht im Mockumentary Stil erzählt, was ihr ehrlich gesagt besser getan hätte. 

Stattdessen bekommen wir eine austauschbare Netflix Komödie, die auf 10 Folgen gestreckt ist und die man nur entschuldigen kann, weil jede Folge 30 Minuten geht. Man hat irgendwie das Gefühl, dass immer dann, wenn Netflix den Machern freie Hand lässt, in 90 Prozent der Fälle was zu Stande kommt, man getrost in die Tonne treten kann.

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„Boots on the moon by 2024“

Bei „Space Force“ fehlt alles. Die Witze sind altbacken und abgegriffen, die Charaktere sind trotz charismatischen Darstellern wie John Malkovich und Ben Schwartz, Klischees auf zwei Beinen und zu allem übel, sieht man hier zum letzten Mal den verstorbenen Fred Willard. Und seien wir ehrlich, in „Space Force“ stellt auch er nicht unbedingt sein schauspielerisches Können unter Beweis.

Man fragt sich die ganze Zeit über, was da schief gelaufen ist. Greg Daniels ist ein sehr guter Autor und doch haben die Dialoge hier das Niveau von Sitzenbleibern aus 4 Mittelschulen, um es in „Space Force“ auszudrücken.

Dennoch werden Fans von Steve Carrell hier voll auf ihre Kosten kommen. Seine Performance erinnert dabei an die aus „Get Smart“. Genau, die mittelmäßige Neuverfilmung der Kultserie aus den 70ern. Allgemein dominiert Carrell auch fast jede Szene und versucht immer noch einen One-Liner auf den Lippen zu haben. 

Zuzüglich zu dem „bösen“ Russen, die sich in die Basis eingeschleust hat, den Chinesen, die in allem besser sind und die die Vereinigten Staaten nicht respektieren und natürlich die schwarze Astronautin, die die ganze Zeit überlegt, was sie wohl sagt, wenn sie auf dem Mond landet und ihr dann nix blöderes einfällt, als „It’s good to be black on the Moon“

Insgesamt ist „Space Force“ wie eine Suppe von zu vielen Köchen, die mal lustig, mal ernsthaft sein will und irgendwann den Faden verliert.

 

Über Marcel 575 Artikel
Film ist eine Sprache die jeder versteht. Egal ob in serieller Form oder als Animation, Film dient den Menschen als Unterhaltung und begeistert durch seine Vielfältigkeit. Sei es auf den Ebenen der Erzählung, Effekten oder Charakteren. Film ist aber nicht nur eine Sprache, sondern eine Kunstform, ganz gleich in welcher Art und Weise. Das was ich an Film und allgemein an Medien liebe, ist die Vielfältigkeit, die verschiedenen Ebenen insbesondere die Meta Ebenen und in neue Welten einzutauchen. Aber auch Kritik und Lösungsvorschläge filmisch an unserem heutigen System auszuüben und zu zeigen, wie die Welt in der Zukunft aussehen könnte. "Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein".

2 Kommentare

  1. „Das Gelächter war groß, gerade weil das Logo dreist von „Star Trek“ geklaut wurde.“ – vielleicht solltet ihr eine Sekunde googlen, bevor ihr Texte veröffentlicht. Das Logo gab es schon lange vor Star Trek und wurde nur über die Jahre immer wieder abgewandelt. In Wahrheit aber hat Star Trek geklaut.

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