„Dark“ Staffel 3 Review (Spoilerfrei)

Tick Tock

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Das Ende ist der Anfang und der Anfang ist das Ende.

Mit Dark geht es überraschenderweise schon mit Staffel 3 ins Finale. Nicht weil Netflix, die international gefeierte Produktion aus Deutschland abgesetzt hat, sondern weil die Schöpfer Baran Bo Odar und Jantje Friese, „Dark“ auf genau drei Staffeln, drei Zyklen ausgelegt haben.

Das kommt im Serienbereich eher selten vor, dass die Macher ihre Version von Anfang bis Ende verwirklichen können. Doch damit steht eine riesige Frage im Raum:

Schaffen sie es auch, es zu einem zufrieden stellenden Ende, was sozusagen die Geschichte in sich abschließt, zu vollenden oder erwartet uns hier eine kolossale Enttäuschung ala „Game of Thrones“ Staffel 8?

Der Kreis schließt sich

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In der Beziehung kann man dem Ehepaar bedenkenlos vertrauen, „Dark“ liefert ein spektakuläres Finale, was definitiv einen Platz neben „Breaking Bad“ und co. verdient hat.

Auch wenn man sich zu Beginn des dritten Zyklus fragt, wie das Ende überhaupt zustande kommen soll, da von Beginn an die Komplexität auf ein völlig neues Level gehoben wird.

So hat man bei Staffel 3 anfangs das Gefühl, als wenn man gar nichts wüsste. Jedoch alle offenen, quälenden Fragen werden mit einer Raffinesse und Intellekt gelöst, die seinesgleichen sucht.

Auch hier bedienen sich die beiden wieder bekannten Naturwissenschaftlern und Philosophen, ein sehr prominentes und essentiell wichtiges Beispiel wäre da Erwin Schrödinger.

Lebt sie oder stirbt sie?

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Seine berühmte Katze kann man als Schlüssel sehen, wenngleich das Ganze noch deutlich komplexer und tiefgründiger ist, als man es für möglich gehalten hat.

Allerdings bleiben die Macher auch ihrem Stil weiterhin treu, in Bezug auf die Musikauswahl, den zeitweisen bedeutungsschwangeren Dialogen und natürlich dem Regen.

Dennoch wenn man einmal in der Materie drin ist, löst sich die anfängliche Skepsis und fallen alsbald nicht mehr so stark ins Gewicht. Andererseits sollte ein gewisses Grundinteresse schon vorhanden sein, denn „Dark“ ist alles andere als leichte Abendunterhaltung und fordert den Zuschauer.

Was wir wissen, ist ein Tropfen

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Es geht raus aus Winden, raus aus der ersten Welt und wird von Folge zu Folge größer, vielschichtiger und doch seltsam vertraut. Besonders beeindruckend ist die Art und Weise wie die verschiedenen Welten miteinander verwoben sind.

Das große Plus, was „Dark“ auch vielen anderen Serien voraus hat und was sich in Staffel 3 besonders herauskristallisiert, ist das wunderbare Casting, was auf alle Beteiligten zutrifft.

„Dark“ folgt seiner eigenen Logik und bedient sich doch vorhandenen Theorien und Prinzipien. Die Serie schafft es, trotz ihres mystischen Einschlags sehr glaubwürdig und realistisch zu wirken.

Jeder Song, jeder Schnitt zielt auf einen Schluss ab, von dem sehr viele Serienmacher noch was lernen können.

Erfolg auf ganzer Linie

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Mit Dark Staffel 3 beweisen Friese und Odar vor allem eins: Es braucht keine unzähligen Staffeln, sondern ein gut durchdachtes Konzept um eine originelle und beispiellose Serie zu kreieren. Und ob man nun den deutschen Charme mag oder nicht, muss man vor beiden den Hut ziehen.

Deutschland kann auch international im Serienbereich mithalten, vorausgesetzt die richtigen Leute stehen dahinter. Das hat „Dark“ bewiesen und sollte uns zu denken geben.

Denn die Zeit läuft stetig weiter und wenn wir eins aus „Dark“ gelernt haben, dass Zeit ein nicht zu unterschätzender Faktor ist.

Über Marcel 577 Artikel
Film ist eine Sprache die jeder versteht. Egal ob in serieller Form oder als Animation, Film dient den Menschen als Unterhaltung und begeistert durch seine Vielfältigkeit. Sei es auf den Ebenen der Erzählung, Effekten oder Charakteren. Film ist aber nicht nur eine Sprache, sondern eine Kunstform, ganz gleich in welcher Art und Weise. Das was ich an Film und allgemein an Medien liebe, ist die Vielfältigkeit, die verschiedenen Ebenen insbesondere die Meta Ebenen und in neue Welten einzutauchen. Aber auch Kritik und Lösungsvorschläge filmisch an unserem heutigen System auszuüben und zu zeigen, wie die Welt in der Zukunft aussehen könnte. "Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein".

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