Review | WWE 2K Battlegrounds (PS4)

Zwar setzt die Hauptreihe WWE 2K dieses Jahr aus, aber Wrestling Fans bekommen trotzdem mit WWE 2K Battlegrounds Futter für ihre Konsole. Entwickelt von Portierungs-Meister (Crysis, Witcher 3 Switch) und NBA Playgrounds Entwickler Saber Interactive handelt es sich bei dem Titel um reine Arcade Action, die nichts mit der eher an Simulation angelehnten Hauptreihe zu tun hat. Ob das funktioniert hat oder ob man sich qualitativ an der stark schwächelnden Hauptreihe orientiert hat, habe ich für euch getestet. 

Actionfigur-to-life

Das WWE 2K Battlegrounds sich nicht sonderlich ernst nimmt, sieht man auf den ersten Blick. Die Charaktermodelle haben spielzeugartige Formen und die Moves sind hundert Mal verrückter als in der Realität. So könnt ihr drei Meter hoch springen oder eure Kontrahenten Beispielsweise in das Maul eines Alligators werfen (wobei diese natürlich auf cartoonische Art und Weise wieder ausgespuckt werden). Dabei sind die Moves ziemlich leicht auszuführen. Ihr habt zwei Tasten zum Zuschlagen, die ihr für ein paar wenige Combos zusammenfügen könnt. Dazu gesellt sich eine Taste für Griffe, sowie den Rechten Stick für besonders starke Aktionen. Für eure Verteidigung habt ihr noch die Möglichkeit zu Kontern und zu Blocken. Der Nachteil dieser recht einfachen Steuerung ist, dass jede Art von Tiefe in WWE 2K Battlegrounds fehlt. Der Vorteil, man kann Freunden den Controller ohne große Erklärung in die Hand drücken.

Trotz der fehlenden Tiefe bietet WWE 2K Battleground auf dem ersten Blick Abwechslung im Umfang. So gibt es ganze 70 Wrestler aus unterschiedlichsten Ären, beider Geschlechter (Männer und Frauen können jedoch nicht untereinander Kämpfen). Leider haben die meisten Wrestler, je nach Fighting Style, bis auf ihre Special und Finishing Moves, die exakt selben Movesets. Bis ihr diese 70 Wrestler zusammen habt, könnte es aber eh einige Zeit dauern, da sich ungefähr ein drittel davon hinter Microtransactions versteckt. Zwar ist es Möglichm die Figuren auch mit Ingame verdienter Währung freizukaufen, dies kann aber schnell zu einem langen Grind entwickeln. Den Rest spielt ihr im tatsächlich recht witzigen Story Modus frei.

Wrestling-Trash vom feinsten

Die Story wird in total trashigen Comics präsentiert. Dabei trifft man genau den Trash, den man von einem richtigen WWE Comic erwarten würden. Ihr verfolgt Steve Austin und Paul Heyman, die eine neue Nachwuchs an unbekannten Wrestlern großziehen wollen. Dabei schlüpft ihr in die Rolle dieser künftigen WWE Superstars und schnappt euch Fame gegen etablierte Stars. Dabei sind die Charaktere der Bekannten und auch Fantasie Wrestler komplett auf die Spitze getrieben. Dennoch schafft es die Story einen gewissen warmen WWE Charm zu versprühen. Spielerisch solltet ihr aber nicht so viel erwarten. Hier werdet ihr einfach in die unterschiedlichsten Matches geworfen, die gewonnen werden müssen. Leider bietet WWE 2K Battlegrounds nicht viel Match Variationen, um auch hier wirklich echte Abwechslung zu bieten. Um den Story Modus kommt man aber ohnehin nicht drum rum, da hier Stages, Figuren und Fähigkeiten freigespielt werden. Dazu gesellt sich noch King of the Battlegrounds eine Art Survival-Modus und ein Challenge Modus. Natürlich könnt ihr zudem einfache Matches mit euren Freunden offline wie online spielen. 

Technisch macht WWE 2K Battlegrounds nicht viel her. Hier hat sich Saber wahrscheinlich auch auf die Switch Version als Grundlage konzentriert, was bei einem Preispunkt von 30 Euro auch nicht verkehrt ist. Es passt einfach gut zum Actionfiguren Stil des Spiels. Die Entrances sind sehr kurz gehalten und enttäuschen daher. Gerade hier hätte man beeindruckende Over-the-Top Wege finden können. So habe ich und meine Freunde bereits ab dem dritten Match alle Einzüge übersprungen. Dazu gesellen sich ständig wiederholente Kommentare von Jerry “The King” Lawler und Mauro Ranallo. Leider hat man sich bei WWE 2K Battlegrounds sich ein Punkt von WWE 2K20 abgeschaut, auf den jeder wohl gerne verzichtet hätte: Das Spiel ist voller Bugs! So ist die Hit Detection manchmal völlig unerklärlich, Spieler teleportieren sich, Ringseile springen in die Luft und Wrestler werden als Ring-Out ausgezählt, obwohl sie schon lange wieder im Ring sind. Yikes!

Fazit:

Das hört sich alles sehr negativ an und WWE 2K Battlegrounds ist auch weit entfernt ein gutes Spiel zu sein. Gerade die technischen Probleme und Microtransactions sind zwei Gelbe Karten, die logischerweise eine rote ergeben. Dennoch kann man gerade in kleinen Gruppen zusammen vor dem Fernseher genießen. Gerade mit guten Freunden hatte ich mit dem Spiel viel Spaß. Muss man nicht alle Wrestler und Skins besitzen, kann ich WWE 2K Battlegrounds gerade als Partyspiel empfehlen. Erwartet ihr mehr, solltet ihr euch lieber einen anderen Brawler suchen. 

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