Raya und der letzte Drache | Review

Eine Welt, in der alle Völker Hand in Hand zusammenarbeiten, wäre das nicht schön? Wäre es allerdings passiert so was nur in Märchen wie Raya und der letzte Drache.

Im neusten Streich aus dem Disney Animation Studios geht es diesmal nach Fernost. Eine Welt, in der Drachen und Menschen in Frieden und Harmonie zusammenleben, genannt Kumandra. Allerdings wie so oft geht das nur eine Weile gut, denn plötzlich kommt eine finstere Bedrohung und stört den Frieden, danach ist nichts mehr, wie es vorher war. 

Und schon befinden wir uns in einer Welt, die der unseren in allen Punkten ähnlich ist, wo Neid und Missgunst gegen den Verstand und Vernunft regiert und jeder auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist. Eigentlich eine ziemlich gute Analogie, aber gleichzeitig auch die Zutaten eines handelsüblichen Disneyfilms, wie wir ihn schon zig Mal gesehen haben. Zu seiner Verteidigung will der Film auch zu keiner Sekunde so anspruchsvoll sein wie beispielsweise Soul oder allgemein die Filme von Pixar. Stattdessen wendet er sich an ein jüngeres Zielpublikum und versucht denen moralische Werte zu vermitteln. 

Dies hat definitiv seine Berechtigung und kann durchaus über die 94 Minuten Laufzeit unterhalten, dennoch ist er zu simpel gestrickt, um wirklich Spannung aufzubauen und wirkt für etwas ältere Zuschauer dann doch sehr vorhersehbar. Nichtsdestotrotz schafft es Disney mit seinem unglaublich kreativen World Building und charismatischen Charakteren einen doch für sich zu gewinnen. Einen sehr großen Teil dazu trägt Awkwafina als Stimme des Drachen Sisu bei, die sehr naiv und verspielt wirkt und in allem nur das Positive sieht. Das komplette Gegenteil von ihr ist Raya, die sehr vom Leben gezeichnet ist und viel durchgemacht hat. Dieses ungleiche Duo versucht nun mit verschiedenen Mitstreitern die Welt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. 

Das Disney inzwischen den Ton bei der Qualität von Animationsfilmen angibt, zeigt sich auch bei Raya. Hier erwartet den Zuschauer eine sehr detailreiche Welt, die gerade durch ihre asiatische Thematik aufblüht. Alles in allem ist Raya und der letzte Drache, der das Siegel „für die ganze Familie“ sich redlich verdient hat, für einen gemeinsamen Nachmittag, nicht nur im Lockdown, durchaus sehenswert.

Über Marcel 580 Artikel
Film ist eine Sprache die jeder versteht. Egal ob in serieller Form oder als Animation, Film dient den Menschen als Unterhaltung und begeistert durch seine Vielfältigkeit. Sei es auf den Ebenen der Erzählung, Effekten oder Charakteren. Film ist aber nicht nur eine Sprache, sondern eine Kunstform, ganz gleich in welcher Art und Weise. Das was ich an Film und allgemein an Medien liebe, ist die Vielfältigkeit, die verschiedenen Ebenen insbesondere die Meta Ebenen und in neue Welten einzutauchen. Aber auch Kritik und Lösungsvorschläge filmisch an unserem heutigen System auszuüben und zu zeigen, wie die Welt in der Zukunft aussehen könnte. "Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein".

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